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Der Känguru-Test der Mathematik ist ein international verbreiteter Mathematikwettbewerb, der auch im österreichischen Schulkontext eine zunehmende Bedeutung erlangt hat. Ziel dieser Masterarbeit ist es, den Känguru-Test aus mathematikdidaktischer Perspektive zu analysieren und seine Eignung als Instrument zur Förderung mathematischer Kompetenzen im Volksschulbereich zu untersuchen. Im Zentrum steht die Frage, in welchem Ausmaß die Aufgaben des Wettbewerbs mit den Anforderungen des österreichischen Volksschullehrplans übereinstimmen und welches didaktische Potenzial sie für einen kompetenzorientierten Mathematikunterricht aufweisen.
Zur systematischen Analyse wurde ein Raster zur Klassifikation mathematischer Aufgabenformate entwickelt, das auf etablierten mathematikdidaktischen Kriterien basiert und für die spezifischen Rahmenbedingungen des Känguru-Tests adaptiert wurde. Mithilfe dieses Rasters wurden die Aufgaben des Känguru-Tests 2025 für die vierte Klasse Volksschule hinsichtlich zentraler Merkmale wie Offenheit, Problemlösecharakter, sprachlicher Anspruch, Kontextbezug, Repräsentationsform, Schüler:innenaktivität, Lösungswege sowie Lehrplankonformität analysiert.
Ergänzend zur Aufgabenanalyse wurden praxisbezogene Daten erhoben. Dazu zählen die Teilnahme einer vierten Volksschulklasse am Känguru-Test sowie eine Online-Umfrage unter Lehrpersonen, in der Einschätzungen, Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf den Wettbewerb erfasst wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Aufgaben überwiegend als geschlossene Problemlöseaufgaben konzipiert sind, jedoch insbesondere in höheren Schwierigkeitsstufen komplexes relationales und strukturelles Denken fördern. Insgesamt weist der Känguru-Test eine hohe Lehrplankonformität auf und besitzt bei reflektierter Nutzung ein relevantes didaktisches Potenzial für den kompetenzorientierten Mathematikunterricht der Volksschule.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die von Lehrpersonen wahrgenommenen Herausforderungen, Chancen und Hilfsmittel in der Planung sowie der Umsetzung im jahrgangsübergreifenden Unterricht. Dazu werden drei leitende Forschungsfragen bearbeitet: Welche Herausforderungen und Chancen nehmen die Lehrkräfte im jahrgangsübergreifenden Unterricht wahr? Welche Herausforderungen und Chancen nehmen die Lehrkräfte im jahrgangsübergreifenden Unterricht bei der praktischen Umsetzung wahr? Welche Hilfsmittel helfen den befragten Lehrkräften bei der Planung und Umsetzung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts?
Ziel der Arbeit ist es, sowohl quantitative Zusammenhänge als auch qualitative Perspektiven der Lehrpersonen zu erfassen. Hierfür wurde ein Mixed-Methods-Design gewählt, in Form einer Online-Umfrage (n=32) mit geschlossenen und offenen Fragen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der hohe Planungsaufwand, die Heterogenität der Lernenden und die Koordinationsplanung des Unterrichts als zentrale Herausforderungen in der Planung wahrgenommen werden. Zugleich werden jedoch Chancen wie das Einbinden vom Peer-Learning sowie die entstehende natürliche Förderung und Forderung der Lernenden betont.
In der Umsetzung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts gelten vor allem die kognitive Belastung und verschiedene Störfaktoren als herausfordernd. Dem gegenüber überwiegen die wahrgenommenen Chancen: Peer-Learning, Förderung sozialer Kompetenzen, Lernen nach Kompetenzen und gesteigerte Lernmotivation.
Als unterstützende Hilfsmittel nennen die Lehrkräfte neben dem Peer-Learning vor allem strukturierende Rituale, klare Lernarrangements sowie Unterrichtsmethoden wie Stationsarbeit und Wochenpläne, welche zum kontinuierlichen Unterrichtsfluss beitragen.
Diese Masterarbeit untersucht die Bedeutung der Bindung zwischen Kind und Pferd im Kontext des therapeutischen Reitens und deren Einfluss auf die sozial-emotionale sowie motorische Entwicklung von Kindern mit Beeinträchtigungen. Die Theoretische Grundlage bilden die Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth sowie entwicklungspsychologische Ansätze zur sozial-emotionalen Entwicklung und tiergestützten Therapie. Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, inwiefern die emotionale Beziehung zwischen Kind und Pferd einen entwicklungsfördernden Beitrag im therapeutischen Reitprozess leisten kann.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein qualitativ-empirischer Ansatz gewählt. Mittels leitfadengestützter Interviews mit Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen sowie mit erfahrenen Reittherapeuten wurden subjektive Wahrnehmungen und Erfahrungen erhoben und inhaltsanalytisch ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Bindung zwischen Kind und Pferd von Eltern und Therapeuten als zentraler Wirkfaktor wahrgenommen wird. Das Pferd wird als verlässlicher, wertfreier und feinfühlig reagierender Beziehungspartner erlebt, der Vertrauen, emotionale Sicherheit und Selbstwirksamkeit fördert, während gleichzeitig durch die rhythmischen Bewegungen Körperwahrnehmung, Gleichgewicht und motorische Fähigkeiten gestärkt werden.
Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass therapeutisches Reiten als ganzheitlicher Förderansatz verstanden werden kann, in dem Beziehung, Bewegung und Emotion eng miteinander verknüpft sind. Für die Praxis wird eine bindungsorientierte Gestaltung des therapeutischen Settings empfohlen, die auf Feinfühligkeit, Kontinuität und geeignete Rahmenbedingungen ausgerichtet ist.
Das achtsame Klassenzimmer
(2025)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht Potenziale, Grenzen und Gelingensbedingungen achtsamkeitsbasierter Interventionen (ABI) in der Sekundarstufe I sowie deren bildungstheoretische Legitimation. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Beschleunigung und steigender Belastungen verknüpft der theoretische Rahmen psychologische, neurowissenschaftliche und bildungstheoretische Perspektiven. In einem quasi-experimentellen Prä-Post-Design mit Kontrollgruppe (N = 65) wurden drei kurze ABI-Sequenzen in zwei Interventionsgruppen durchgeführt und mit dem Mindfulness Youth Inventory (MindYou; Strack et al., 2024) über sieben Skalen erfasst. Die Outcomes wurden primär anhand der fünf empirisch bestätigten Skalen des MindYou-Inventars (Gegenwärtiges Bewusstsein, Bewusstes Handeln, Akzeptanz/Nicht-Urteilen, Kognitive Nicht-Reaktivität, Emotionale Nicht-Reaktivität) analysiert; zwei zusätzliche theoretische Facetten (Bewusstsein für externe Stimuli, Nicht-vermeidende Haltung) werden explorativ berichtet. Praktisch relevante Zugewinne zeigen sich insbesondere in Gegenwärtigem Bewusstsein und Bewusstem Handeln, während affektive Dimensionen heterogen verlaufen. Die Befunde sind konsistent mit Wirkmodellen (Aufmerksamkeit/Emotionsregulation, Selbstgewahrsein) und verweisen auf Dosis-, Kontext- und Implementationssensibilität. Wirksamkeit entsteht, wenn ABI entwicklungsangemessen, traumasensibel und professionsgestützt in einen Whole-School-Ansatz eingebettet werden. Methodische Limitationen (kleine Stichprobe, fehlende Paar-IDs/aktive Kontrollen, kurzer Zeitraum) werden reflektiert. Insgesamt erscheint Achtsamkeit nicht als isolierte Technik, sondern als Bildungsprinzip, das Selbstregulation, Beziehungskompetenz und nachhaltige Entwicklung fördern kann – sofern es kritisch reflektiert und systemisch verankert wird.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht Zusammenhänge zwischen der bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz und der körperlichen Aktivität von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I sowie die Wirkung eines schulischen Unterrichtskonzepts zur Förderung dieser Kompetenz.
Die Analyse basiert auf einer Datenerhebung zu zwei Erhebungszeitpunkten (Pre- und Post-Test) in mehreren Schulstufen. Zur Erfassung der bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz wurden sowohl performancebasierte als auch selbsteingeschätzte Erhebungsinstrumente (PPAHL-C und PAHL-C) eingesetzt. Ergänzend wurden Angaben zur körperlichen Aktivität mithilfe ausgewählter Items aus der HBSC-Studie erhoben. Die Auswertung erfolgte differenziert nach Schulstufen.
Die Ergebnisse zeigen, dass zwischen dem Niveau der bewegungsbezogenen
Gesundheitskompetenz und der Häufigkeit körperlicher Aktivität kein durchgehend linearer Zusammenhang besteht. Veränderungen im Bewegungsverhalten lassen sich nicht eindeutig aus Veränderungen der Kompetenzwerte ableiten. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse darauf hin, dass schulische Interventionen einzelne Dimensionen der bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz beeinflussen können, wobei sich schulstufenabhängige Unterschiede zeigen. Die Arbeit unterstreicht damit die Bedeutung bewegungsbezogener Gesundheitskompetenz als eigenständigen Bildungsbereich im schulischen Kontext.
Educational assessment practices substantially shape the educational trajectories of students with migration backgrounds and can, under certain conditions, contribute to the reproduction of social hierarchies by privileging dominant cultural and linguistic capital. Informed by Mecheril’s theorization of schools as sites of norm production in migration societies and Prengel’s concept of non-degrading, participatory pedagogy, this thesis investigates how structural arrangements and pedagogical approaches in Austria and Finland condition the fairness of grading for migrant students. It examines grading not as a neutral technical procedure but as a relational and inherently political practice embedded in broader power relations.
Methodologically, the study adopts a mixed-methods design that combines a systematic literature review, practitioner-based inquiry in Austrian schools, and empirical classroom observations and interviews in a Finnish university-affiliated training school. This design enables an analysis of how meritocratic ideals, migration-related diversity, and ethical claims to inclusion intersect in assessment practices. The findings indicate that in Austria, early tracking, a strong reliance on standardized German language proficiency, and the uneven integration of intercultural and migration pedagogical perspectives in teacher education can restrict the potential for equitable assessment. In Finland, by contrast, delayed tracking, systematic use of formative assessment, language-aware curricula, and multi-professional collaboration tend to support more inclusive grading practices that better accommodate learners’ diverse linguistic repertoires and developmental trajectories, although these advantages are mediated by institutional resources and local conditions.
The thesis argues—drawing on Prengel’s ethics of recognition and Mecheril’s critique of deficit-oriented constructions of the “Other”—that enhancing fairness in grading requires coherent, system-wide reform that aligns assessment policies, teacher education, and school culture with principles of social justice. In particular, the integration of multilingual assessment practices, including translanguaging-oriented approaches, is discussed as a means of enabling more valid demonstrations of subject knowledge and responding to UNESCO’s call for inclusive, linguistically responsive education. Advancing equity in grading is thus shown to depend not only on individual teacher dispositions but also on sustained institutional and policy commitments to diversity-aware, reflexive, and participatory assessment regime.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten und Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz (KI) im schulischen Alltag aus der Perspektive von Lehrpersonen sowie die Frage, inwieweit sich Unterricht mithilfe solcher Technologien und Tools planen lässt. Im einleitenden theoretischen Teil werden zentrale Begriffe wie KI, Machine Learning und Deep Learning klar abgegrenzt, Potenziale und Grenzen diskutiert und Rahmenmodelle auf ihre Bedeutsamkeit für die Lehrer:innenbildung übertragen. Im empirischen Teil werden qualitative Interviews mit fünf Lehrpersonen geführt und ausgewertet, um Einblicke in den aktuellen Gebrauch, Hemmnisse und Fortbildungsbedarfe zu gewinnen. Dabei wurde das deduktive Verfahren nach Mayring ausgewählt und die Interviews und Aussagen der Interviewpartner:innen wurden dementsprechend in Kategorien zugeordnet. Dabei wurde recht klar, dass die Verwendung von KI unter Lehrpersonen aktuell eher eine Nebenrolle spielt. Aufgrund dessen wurde nach dem empirischen Teil eine „kleine Handreichung“ erstellt, welche Lehrpersonen verwenden könnten, um sich selbst an KI-Tools anzutasten und diese in ihren Unterricht zu integrieren. Erste Befunde zeigen Interesse an individualisierten Fördermöglichkeiten, gleichzeitig jedoch Unsicherheit im Umgang und Bedarf an gezielten Schulungen zum Prompt-Engineering und zur kritischen Nutzung von KI. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass KI-Werkzeuge die Unterrichtsplanung sinnvoll unterstützen können, ihre Potenziale jedoch nur unter fachlich-didaktischer Reflexion und begleitender Fortbildung voll ausgeschöpft werden.
Auswirkungen verbesserter Informationsdarstellungen von Deutsch-Lehrbücher im Primarstufenbereich
(2025)
Betrachtet man den aktuellen Stand wissenschaftlicher Literatur zur Typografie, so sieht man deutlich, dass ihre Relevanz in Fragen der Lesbarkeit unumstritten ist. Ironischerweise findet diese Auseinandersetzung gerade im Bezug auf Leseanfänger und -anfängerinnen bzw. im Kontext der Pädagogik der Primarstufe noch kaum statt. Diese Arbeit unterwirft das Schulbuch einer (typo-)grafischen Analyse und versucht, damit einen Teil zur Schließung dieser Forschungslücke beizutragen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einsatz Professioneller Lerngemeinschaften (PLGs) in der Lehrkräfteausbildung. Ziel der Untersuchung ist es, dass Studierende auf Grundlage ihrer Erfahrungen, die sie während des Lehramtsstudiums in einer PLG gesammelt haben, das Konzept in die Schulen tragen. Dadurch sollen sie als zukünftige Lehrpersonen motiviert werden, an einer PLG teilzunehmen oder gegebenenfalls selbst eine PLG zu initiieren. Die erhobenen Daten wurden mittels eines Fragebogens mit offenen und geschlossenen Fragestellungen deskriptiv ausgewertet. Dabei wurde besonders darauf geachtet, welchen Beitrag die PLG-Arbeit zur Professionalisierung, zur Motivation sowie zur zukünftigen Beteiligung an PLGs leisten kann. Es wurden sowohl qualitative als auch quantitative Daten berücksichtigt. Für die Auswertung der offenen Fragen kam die induktive Inhaltsanalyse zum Einsatz.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Format der PLGs eine attraktive Form kooperativen Lernens darstellt. Die Studierenden konnten durch ihre aktive Teilnahme ihre professionelle Handlungskompetenz erweitern und vertiefen. Zudem veränderte sich das Kooperationsverhalten der Teilnehmenden im Verlauf der Zusammenarbeit positiv.
Weiterhin zeigte sich, dass die Teilnahme an einer PLG die Motivation erhöht, künftig an weiteren PLGs mitzuwirken. Darüber hinaus werden verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung der Umsetzung und Gestaltung von PLGs im Lehramtsstudium aufgezeigt. Wenn bestimmte Voraussetzungen für die praktische Umsetzung erfüllt sind, erweist sich die PLG als wirkungsvolle Methode zur Förderung professioneller Kompetenz.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem österreichischen Bildungsangebot im Bereich „Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit“ und dem aktuellen Wissensstand von Kindern am Ende der Grundschule.
Im ersten Teil wird erläutert, welche Rolle die Schule in Bezug auf nachhaltige und ökologische Wertevermittlung spielt. Die erforderlichen Kompetenzen von sowohl Lehrenden als auch von Lernenden, werden genannt. Anschließend werden die österreichischen Lehrpläne analysiert und verglichen. Darauf folgen Implikationen für die Bildungsarbeit. Lehrpersonen bekommen dabei verschiedene
Umsetzungsmöglichkeiten aufgezeigt. Bewährte Projekte und Initiativen aus Österreich werden im Anschluss vorgestellt und näher beschrieben.
Im zweiten Teil der Arbeit werden der Wissensstand, das Umweltverhalten und das Umweltbewusstsein der Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundstufe mithilfe eines Fragebogens untersucht und analysiert. Ziel ist es, herauszufinden, ob die bereits gesetzten Maßnahmen in der österreichischen Bildungslandschaft Wirkung zeigen. Auch soll aus der Befragung hervorgehen, in welchen Themenbereichen weiterer Handlungsbedarf besteht. In einer Zusammenfassung werden anschließend die Ergebnisse reflektiert und mögliche weitere Schritte aufgeführt.
Classroom Management
(2025)
Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, wie Lehrpersonen in der Volksschule Aspekte des Classroom Managements einsetzen, um Unterrichtsstörungen vorzubeugen und angemessen darauf zu reagieren. Die Forschungsfrage lautet: Welche Aspekte des Classroom Managements werden von Lehrpersonen in der Volksschule zur Prävention und Intervention von Unterrichtsstörungen herangezogen?
Unterrichtsstörungen zählen zu den größten Herausforderungen im schulischen Alltag und beeinträchtigen sowohl den Lernprozess als auch das Unterrichtsklima. Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, wirksame Präventions- und Interventionsstrategien zu identifizieren, die im Rahmen des Classroom Managements eine erfolgreiche Unterrichtsgestaltung ermöglichen.
Im theoretischen Teil werden grundlegende Begriffsklärungen, Ursachen und Formen von Unterrichtsstörungen erarbeitet sowie zentrale Konzepte des Classroom Managements vorgestellt. Anschließend werden praxisnahe Ansätze zur Störungsprävention und zum professionellen Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen erläutert.
Der empirische Teil basiert auf qualitativen Leitfadeninterviews mit vier Volksschullehrpersonen. Die Auswertung erfolgt mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz. Ziel ist es, praxisbezogene Einblicke in konkrete Handlungsmuster zu gewinnen und zentrale Strategien herauszuarbeiten, mit denen Unterrichtsstörungen in der Volksschule begegnet werden kann.
Diese Masterarbeit untersucht die Potenziale und Grenzen der Montessori-Pädagogik im Kontext des österreichischen Regelschulsystems. Ziel der Studie ist es, zu analysieren, inwiefern dieses reformpädagogische Konzept kindzentrierten Unterricht fördert und welche Herausforderungen bei der Umsetzung im schulischen Alltag entstehen. Im Rahmen der empirischen Untersuchung wurden vier qualitative Interviews mit Lehrpersonen durchgeführt, die über eine abgeschlossene Montessori-Ausbildung verfügen und die Grundprinzipien dieser Pädagogik aktiv in ihrem Unterricht anwenden. Alle befragten Lehrpersonen arbeiten im Regelschulkontext, orientieren sich jedoch in unterschiedlichem Ausmaß an der Montessori-Pädagogik. Dadurch konnten vielfältige Perspektiven auf Chancen und Grenzen der Implementierung gewonnen werden. Auf Grundlage theoretischer Analysen und empirischer Ergebnisse konnten zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert werden. Die Befunde zeigen, dass die Prinzipien der Montessori-Pädagogik insbesondere Individualisierung, Selbstständigkeit, handlungsorientiertes Lernen und intrinsische Motivation begünstigen. Gleichzeitig erschweren strukturelle Rahmenbedingungen – wie große Klassen, enge curriculare Vorgaben und begrenzte Ressourcen – eine konsequente Umsetzung im Regelschulkontext. Die Arbeit liefert praxisnahe Erkenntnisse, die Impulse für die Weiterentwicklung kindzentrierter Unterrichtsformen geben und dazu beitragen können, lernförderliche und partizipative Schulumgebungen nachhaltig zu gestalten.
Diese Masterarbeit untersucht die Bedeutung von Kleinschulen für ländliche Gemeinden am Beispiel von Schnepfau, Bersbuch und Warth in Vorarlberg. Auf Basis qualitativer Interviews mit Eltern, Lehrpersonen und Bürgermeistern wird gezeigt, dass Kleinschulen weit über ihre Bildungsfunktion hinauswirken. Sie stärken Gemeinschaftsgefühl und Identität, verknüpfen Schule mit der Lebenswelt der Kinder und fördern soziales Lernen im jahrgangsübergreifenden Unterricht. Zugleich entstehen besondere Herausforderungen für Lehrkräfte. Der Erhalt von Kleinschulen ist eng mit Familienfreundlichkeit, Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der Gemeinden verbunden.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht schulische Förderkonzepte für Schüler:innen mit psychosozialen und sozial-emotionalen Belastungen im deutschsprachigen Raum. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass diese Zielgruppe im Bildungssystem häufig unzureichend berücksichtigt wird, insbesondere wenn keine formale Diagnose vorliegt. Ziel der Arbeit ist es, bestehende Fördermodelle in Österreich, Deutschland und der Schweiz vergleichend zu analysieren und deren Wirksamkeit unter strukturellen, professionsbezogenen und pädagogischen Bedingungen zu bewerten. Theoretisch basiert die Arbeit auf einem erweiterten Verständnis des Psychosozialen als Wechselwirkung individueller psychischer Prozesse mit sozialen Kontextfaktoren. Diese Perspektive wird durch das bio-psycho-soziale Paradigma und das ökologisch-systemische Entwicklungsmodell von Bronfenbrenner vertieft, die kindliches Verhalten im Zusammenspiel von Person und Umwelt begreifen. Ergänzend werden bildungstheoretische Ansätze von Comenius, Rousseau, Pestalozzi und Humboldt herangezogen, um die normativen Grundlagen von Bildung, Teilhabe und Förderung zu reflektieren. Die Ergebnisse zeigen, dass in allen drei Ländern der Zugang zu schulischer Unterstützung eng an diagnostische Klassifikationen gebunden ist. Schüler:innen mit psychosozialen Belastungen ohne formale Zuweisung bleiben häufig institutionell unversorgt. Wirksam erweisen sich hingegen multiprofessionelle und sozialraumorientierte Förderansätze, die Beziehung, Prävention und Teilhabe ins Zentrum stellen. Die Arbeit schließt mit bildungspolitischen und professionsbezogenen Implikationen für eine inklusive Schulentwicklung, die psychosoziale Belastungen als legitimen Bestandteil pädagogischer Verantwortung begreift.
Im Interview: Ersan Ballı
(2025)
Nataliya Neier ist gebürtige Ukrainerin und lebt seit 23 Jahren in Österreich. Sie ist ausgebildete Hebamme und Kinderkrankenpflegerin und hat sich in Österreich im Bereich Mentaltraining weitergebildet. Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine ist Frau Neier als Quereinsteigerin in der Deutschförderung tätig – zunächst in einer Deutschförderklasse an der Mittelschule in Nenzing und seit Herbst 2024 als Lehrerin im Lernraum Schule und Kultur.
Mohammad Rahmo wurde in Syrien geboren und lebt seit drei Jahren in Österreich. An der Universität Aleppo studierte er Lehramt für Volksschulen. In Syrien war er bereits als Lehrer tätig und unterrichtete anschließend sieben Jahre lang geflüchtete Kinder in der Türkei. Neben seiner Erstsprache Arabisch spricht Herr Rahmo auch Türkisch. Nach seiner Ankunft in Österreich absolvierte er mehrere Deutschkurse und ist seit Herbst 2024 als Lehrer im Lernraum Schule und Kultur tätig.
Die Forschungsgebiete unserer Interviewpartnerin Frau Prof. Dr. Rymarczyk umfassen u. a. Bilingualen Sachfachunterricht für die Primar- und Sekundarstufe. Ferner untersucht sie den simultanen Schriftspracherwerb Deutsch-Englisch ab Klasse 1, was eng verknüpft ist mit der Erforschung der Frage, wie Grundschullehrpersonen die ersten englischen Schreibversuche von Kindern korrigieren.
Wo entstehen strukturelle, kulturelle und sprachliche Missverständnisse, die die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Schüler:innen und Eltern beeinträchtigen? Ein speziell entwickeltes Weiterbildungskonzept für Lehrkräfte an deutschen Schulen verknüpft wissenschaftliche Erkenntnisse mit Unterrichtserfahrungen ukrainischer Lehrkräfte in Deutschland. Es beleuchtet zentrale Herausforderungen schulischer Integration und bietet praxisnahe Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Integration.
Sprachliche Bildung ist zentrale Aufgabe der Schule, um allen Schülerinnen und Schülern das Erreichen fachlicher Bildungsziele zu ermöglichen. Das Lehr- und Lernvideo „Sprache als Schlüssel“ sieht sich als Angebot für Lehrende in der Pädagog:innenbildung, um angehende und in der Praxis stehende Lehrpersonen für die Bedeutung eines Gesamtkonzepts zur Sprachenbildung mit all seinen Facetten zu sensibilisieren.
The fine art of speaking
(2025)
Synergieeffekte können durch gleiche Lernaufgaben und ein ähnliches Thema im Englisch- und deutschsprachigem Sachunterricht erzielt werden. Die Erfolgserlebnisse im Englischunterricht können die Motivation zur Bearbeitung herausfordernder Aufgaben in anderen Fächern steigern. Der kleinschrittige Aufbau im Englischunterricht mit Beispielsätzen und -strukturen, ähnlich dem Ansatz des generativen Schreibens, ermöglicht ein besseres Verständnis darüber, wie Texte allgemein aufgebaut werden können.
Obwohl die Bildungsstandards, die Lehrpläne sowie Fachliteratur eine Einbeziehung von Mehrsprachigkeit in den Unterricht einstimmig fordern, bieten approbierte Lehrwerke nur wenige und zugleich recht unterschiedliche Vorschläge dazu, wie dieses heute so wichtige Thema im Deutsch- und DaZ-Unterricht gewinnbringend, d. h. im Sinne der Förderung eines Sprach(en)bewusstseins, einbezogen werden kann.
In diesem Praxisbeitrag zeigen wir für den Schulkontext, wie – ausgehend von einem für den Kindergarten entwickelten Konzept und adaptiert für den Schulkontext – der mehrsprachige Wortschatz als Grundlage für weitere Sprachhandlungen optimal gefördert werden kann. Wir stellen – aus Platzgründen – in diesem Beitrag nur die Wortschatzarbeit im Kindergartenprojekt vor sowie die Adaption für die Sommerschule und den Regelunterricht. Insgesamt zielen das Projekt und Material auf die Förderung der Sprachhandlungsfähigkeit ab.
Eine altersadäquate Entwicklung der Sprachkompetenzen in Deutsch gilt als Schlüsselkompetenz für die aktive Teilhabe in unserer Gesellschaft. Die Unterstützung der Kinder bei ihrer sprachlichen Entwicklung zählt somit zu den wesentlichen Aufgaben von Akteurinnen und Akteuren in Bildungsinstitutionen. Gerade der frühen Sprachförderung kommt insofern eine große Bedeutung zu, da dadurch erhofft wird, an der Schaffung von Chancengerechtigkeit hinsichtlich der bevorstehenden Bildungslaufbahn positiv mitzuwirken.
Wie nutzen mehrsprachige Schüler:innen ihre gesamten sprachlichen Ressourcen im (schulischen) Alltag – und was bedeutet das für den Erwerb der deutschen Sprache? Der Beitrag beleuchtet anhand einer Fallstudie, wie die mehrsprachigen Ressourcen von Schüler:innen und einer Lehrkraft im Sprachförderunterricht tatsächlich eingesetzt werden – und wie die Lehrkraft, Eltern und Schüler:innen selbst ihre Mehrsprachigkeit wahrnehmen, erleben und bewerten. Aus den dabei festgestellten Differenzen ergibt sich die Notwendigkeit evidenzbasierter, gruppenspezifischer und individualisierender sowie gegebenenfalls digital gestützter Sprachförderansätze.
Der Beitrag beschäftigt sich mit der sprachlichen Integration von Schüler:innen aus der Ukraine an österreichischen Schulen. Anhand einer konversationsanalytischen Auswertung von Unterrichtsaufnahmen wird untersucht, ob und wie deren mehrsprachige Ressourcen im Deutschunterricht aufgegriffen und genutzt werden. Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung der Einbeziehung der individuellen Sprachrepertoires geflüchteter Schüler:innen, insbesondere in der sensiblen Phase des Übergangs in die Regelklasse.
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Sprachproduktion bei Schüler:innen in der Volksschule anzuregen durch dialogisches Vorlesen. Es wurden dafür drei verschiedene Bilderbücher mit den Schüler:innen gelesen: (1) ein Bilderbuch mit überwiegendem Textanteil (Echte Freunde und die Sache mit dem Mut), (2) ein Bilderbuch mit ausgewogenem Bild-Schrifttext Verhältnis (Wer überrascht denn da die Zipfelmaus?) und (3) ein textloses Bilderbuch (Die Torte ist weg!). Für Bilderbuch 1 wurde die Methode des klassischen Vorlesens verwendet, während für Bilderbuch 2 und 3 die Methode des Dialogischen Vorlesens angewandt wurde, für welche CROWD Fragstellungen vorbereitet und verwendet wurden. Es nahmen 9 Schüler:innen an der Untersuchung teil. Die Auswertung der gesprochenen Gesamtwortanzahl ergab, dass die Schüler:innen bei der Bilderbuchbetrachtung des textlosen Bilderbuchs, mit einem prozentualen Anteil von 88,32 %, am meisten sprachen. Bei dem Bilderbuch 2 liegt der prozentuale Anteil der Schüler:innen bei 33,07 % und bei dem Bilderbuch 1 bei 5,19 %. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass, um Schüler:innen zur Sprachproduktion anregen zu können, besonders die Verwendung eines textlosen Bilderbuchs geeignet ist.
Angesicht der zunehmenden sprachlichen Vielfalt und der digitalen Lebensrealität vieler Kinder gewinnen die Themen Mehrsprachigkeit und Digitalisierung zunehmend an didaktischer Relevanz, wobei das Lesen ein zentrales Bildungsziel darstellt. Mehrsprachige Schülerinnen und Schüler zählen häufiger zur Gruppe der Risikoleserinnen und Risikoleser, weshalb sie differenzierte Ansätze der Leseförderung benötigen. Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet dabei neue didaktische Potenziale, insbesondere im Bereich der Leseförderung.
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss mehrsprachiger digitaler Bilderbücher auf die Lesemotivation von Schülerinnen und Schülern einer Volksschule. Die Forschung erfolgte in zwei Phasen. In einer ersten quantitativen Erhebung wurden die Leseinteressen der Kinder aus vier zweiten Klassen einer Volksschule analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Themen „Freundschaft“, „Tiere“ und „Natur“ von den Schülerinnen und Schülern als besonders spannend bewertet wurden. Auf dieser Grundlage wurden drei Bilderbücher ausgewählt, ins Türkische übersetzt, digitalisiert und mit Hörbuchfunktionen versehen. Die zweite Phase der Forschung umfasst eine qualitative Untersuchung, bei der die mehrsprachigen digitalen Bilderbücher über einen Zeitraum von drei Wochen im Unterricht einer zweiten Klasse eingesetzt wurden. Die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: Wie und in welcher Weise beeinflussen mehrsprachige digitale Bilderbücher die Lesemotivation von Schülerinnen und Schülern einer Volksschule? Die Datenerhebung erfolgte mittels Methodentriangulation, bestehend aus Fragebögen, Beobachtungen und Interviews.
Die Ergebnisse zeigen, dass mehrsprachige digitale Bilderbücher die Lesemotivation der Schülerinnen und Schüler steigern. Insbesondere das mehrsprachige Angebot sowie die digitale Gestaltung mit auditiver Unterstützung wirken sich positiv auf die Lesemotivation aus.
In der vorliegenden Forschungsarbeit wird untersucht, inwieweit subjektiv wahrgenommene Unterrichtsstörungen mit der Berufserfahrung, den emotionalen und sozialen Kompetenzen sowie der Classroom-Management-Kompetenz von Volksschullehrpersonen in Zusammenhang stehen. Ziel ist es, zentrale personale Einflussfaktoren zu identifizieren, die das Erleben und die professionelle Bewältigung von Störungen im Unterrichtsalltag prägen.
Im Rahmen einer quantitativ angelegten Querschnittsuntersuchung wurden n = 74 Lehrpersonen mittels standardisiertem Online-Fragebogen zu ihrer Berufserfahrung, ihrem Umgang mit Unterrichtsstörungen sowie zu ausgewählten Aspekten emotionaler Selbstregulation, Beziehungsgestaltung und Klassenführung befragt. Die zentrale Forschungsfrage zielte darauf ab, Zusammenhänge zwischen beruflicher Erfahrung und der subjektiven Störungswahrnehmung sowie mögliche moderierende Effekte personaler Kompetenzen zu identifizieren.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Lehrkräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung Unterrichtsstörungen tendenziell häufiger wahrnehmen als erfahrenere Kolleg:innen. Ferner zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen emotionaler Kompetenz und der wahrgenommenen Handlungssicherheit im Umgang mit Störungen. Auch ein hohes Maß an Classroom-Management-Kompetenz ging mit einer geringeren Belastung durch Störungen einher. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich personale Schutzfaktoren, insbesondere im Bereich der Emotionsregulation und Klassenführung, günstig auf das subjektive Belastungserleben und die pädagogische Handlungsfähigkeit auswirken.
Die vorliegenden Befunde liefern empirisch gestützte Hinweise darauf, dass die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen sowie praxisnaher Handlungssicherheit bereits in der Lehrer:innenbildung zentrale Ansatzpunkte für ein professionelles Störungsmanagement darstellen. Ein vertieftes Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse erfordert künftige Studien, die langfristig angelegt sind und unterschiedliche Methoden kombinieren.
Die Digitale Grundbildung wurde im Schuljahr 2022/23 in der Sekundarstufe I als eigenständiges Pflichtfach eingeführt – und ist nun im neuen, kompetenzorientierten Lehrplan verankert, der seit dem Schuljahr 2023/24 aufsteigend für die Mittelschulen in Österreich gilt. Dieser Lehrplan gliedert die Digitale Grundbildung in fünf Kompetenzbereiche und stellt mit dem sogenannten Frankfurt-Dreieck ein zentrales fachliches Konzept vor. Die Umsetzung dieser neuen Konzepte in der schulischen Praxis stellt angesichts des aktuellen Lehrpersonenmangels in Österreich eine Herausforderung dar.
Diese Arbeit untersucht, wie mit Hilfe des Frankfurt-Dreiecks ein Kompetenzraster für diesen Lehrplan entwickelt werden kann. Die Anforderungen an das Raster werden aus aktuellen didaktischen Theorien abgeleitet und durch eine empirische Dokumenten-Analyse bestehender Pläne und Raster ergänzt.
Das Resultat der vorliegenden Arbeit ist ein mehrteiliges Kompetenzplanungssystem. Das Herzstück bildet der Modulplaner, der Kompetenzen mit digitalen Artefakten verknüpft.
Digitale Artefakte sind exemplarische Unterrichtsbeispiele, die eine didaktisch und fachlich sinnvolle Verknüpfung verschiedener Lehrplanbezüge ermöglichen. Die Module, also konkret ausformulierte Varianten der digitalen Artefakte einschließlich ausführlicher Lernziele, sind im Katalog dokumentiert. Ergänzend ermöglicht das Leistungsprofil die Zuordnung von Leistungsnachweisen nach erreichtem Anforderungsniveau je Modul. Das Startpaket Start25 stellt eine exemplarische Umsetzung für den schnellen, praktischen Einsatz im Unterricht dar.
Damit schließt die Arbeit die Lücke zwischen Lehrplan und Unterrichtspraxis. Sie stellt einen unmittelbar einsetzbaren, skalierbaren Rahmen für kompetenzorientierte Planung bereit, der sowohl in der Lehrer*innenausbildung nutzbar als auch auf andere Fächer übertragbar ist.
In den letzten Jahren hat sich das Berufsbild von Volksschullehrpersonen deutlich gewandelt. Gesellschaftliche Veränderungen, der anhaltende Lehrkräftemangel sowie globale Krisen wie die COVID-19-Pandemie haben den schulischen Alltag stark beeinflusst und zu einer spürbaren Verdichtung der Arbeitsbelastung geführt. Insbesondere im Primarstufenbereich sind heute vielfältige pädagogische Berufsgruppen mit unterschiedlichen Ausbildungswegen tätig. Diese Entwicklungen haben zu einer Zunahme individueller und struktureller Belastungen geführt. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Masterarbeit, wie sich unterschiedliche pädagogische Konzepte mit besonderem Fokus auf die Montessori-Pädagogik auf das subjektive Belastungserleben von Lehrpersonen an Volksschulen auswirken.
Ziel der Untersuchung war es, das Belastungserleben von Lehrpersonen zu analysieren und Zusammenhänge mit schulischen Rahmenbedingungen, pädagogischen Ausrichtungen sowie individuellen Ressourcen zu identifizieren. Im Zentrum stand die Frage, ob spezifische Strukturen und Prinzipien der Montessori-Pädagogik entlastend oder belastend auf den Berufsalltag wirken. Darüber hinaus wurden gesellschaftliche Veränderungen, etwa die Integration nichtdeutschsprachiger Kinder oder die Herausforderungen des Distanzlernens, auf ihre Auswirkungen auf das Belastungserleben hin beleuchtet.
Die methodische Umsetzung erfolgte mijels einer quantitativen Erhebung mit standardisiertem Fragebogen, der an LehrerInnen aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg verteilt wurde. Erhoben wurden u. a. die persönliche Belastungseinschätzung, berufliche Zufriedenheit, psychosomatische Symptome sowie schulformspezifische Arbeitsbedingungen. Die Datenauswertung basierte auf deskriptiven Verfahren, Korrelationsanalysen sowie multiplen linearen Regressionsanalysen, um den eigenständigen Einfluss einzelner Belastungsfaktoren unter Kontrolle anderer Variablen zu prüfen und die Güte des Gesamtmodells zu bestimmen.
Die Ergebnisse zeigen, dass das pädagogische Konzept allein kein signifikanter Prädikator für das Belastungserleben ist. Zwischen Regelschulen und Montessori-Schulen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede im wahrgenommenen Stressniveau. Die Regressionsanalyse verdeutlicht jedoch, dass insbesondere Zeitdruck, administrative Anforderungen und fehlende Planzeiten im Gesamtmodell einen bedeutsamen Einfluss auf das Stressniveau haben, während kollegiale Unterstützung und Teamteaching entlastend wirken. Lehrpersonen an Montessori-Schulen berichteten zudem tendenziell häufiger von positiven Wirkungen klar strukturierter Lernumgebungen und höherer Selbstwirksamkeit. Weitere Belastungsquellen lagen vor allem in umfangreichen administrativen Tätigkeiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
Insgesamt unterstreicht die Arbeit die Bedeutung eines ganzheitlichen Verständnisses schulischer Belastungsfaktoren. Präventionsmaßnahmen sollten die Teamkultur stärken und Lehrpersonen gezielt in Stressbewältigungsstrategien schulen. Die Ergebnisse leisten einen praxisorientierten Beitrag zur Debaje um LehrerInnengesundheit und zur nachhaltigen Schulentwicklung.
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob ein kontextoptimierter Unterrichtsansatz wesentliche Fortschritte im Grammatikerwerb bei Vorschüler_innen fördern kann. Die Anwendung und das Verständnis für Grammatik sind einem Menschen mit deutscher Muttersprache angeboren. Die Grammatikentwicklung erfolgt in aufeinander aufbauenden Phasen und schreitet mit zunehmendem Alter sukzessiv voran. Die anfänglichen grammatischen Fähigkeiten erwerben Kindern in den ersten zwei bis drei Lebensjahren im familiären Umfeld. In der zweiten Instanz entwickeln sich diese Fähigkeiten mithilfe von Pädagog_innen, Erzieher_innen, etc. im Kindergartenalter weiter. Doch bei manchen Kindern verläuft die Entwicklung nicht erwartungsgemäß. Einige Kinder stoßen in diesem Bereich auf Herausforderungen, die den Lernprozess verlangsamen und häufig gezielte Fördermaßnahmen erforderlich machen. Grammatische Störungen werden dabei mit Defiziten in der Informationsverarbeitung sowie eingeschränkten sprachlichen Verarbeitungsfähigkeiten in Verbindung gebracht. Gleichermaßen treten bei Kindern mit einer anderen Muttersprache Verzögerungen beim Grammatikerwerb auf, da sie die grammatischen Strukturen der deutschen Sprache in der Regel später erlernen. D.h., ihr grammatischer Spracherwerb beginnt mit einer Stagnation, sodass sie in der Grundstufe oft über das grammatische Niveau von zwei- bis dreijährigen Kindern verfügen.
Seit Jahrzenten werden Bemühungen unternommen und neue Therapiekonzepte aufgebaut, um diese Herausforderung zu überwinden. Hans-Joachim Motsch ist ein diplomierter Logopäde und entwickelte aus diesem Grund im Jahr 1999 das Konzept der Kontextoptimierung. Das Ziel ist dabei, die grammatischen Fähigkeiten bei Kindern mit Spracherwerbsstörungen zu fördern. Hier liegt der Fokus auf dem Entdecken und Anwenden von grammatischen Strukturen. Der sprachliche Austausch zwischen der Lehrperson und den Kindern ist daher ein wichtiger Ankerpunkt.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Untersuchung, wie kontextoptimierter Unterricht den Grammatikerwerb bei Kindern fördert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Herstellung eines Alltagsbezugs im Deutschunterricht, der Entdeckung grammatischer Phänomene und der Überwindung von Blockaden beim Grammatiklernen. Es wird untersucht, ob und inwieweit ein kontextoptimierter Unterricht zu signifikanten Fortschritten im Erwerb grammatischer Strukturen führt.
Draußen unterrichten
(2025)
Die vorliegende Arbeit untersucht den Draußenunterricht in Naturparkschulen des Naturparks Nagelfluhkette, mit besonderem Fokus auf didaktische Konzepte, Methoden und deren Wirkungen auf Schüler:innen. Ziel war es, zu analysieren, wie dieser Unterricht Fachwissen, Umweltbewusstsein, Bewegung und soziales Verhalten beeinflusst. Der Naturpark Nagelfluhkette mit seinen Naturparkschulen steht dabei beispielhaft für ein nachhaltiges Bildungsmodell, das regionale Besonderheiten in den Unterricht integriert. Die Naturparkschulaktionen sind thematisch auf vier Bereiche ausgerichtet, bauen aufeinander auf und kombinieren direkte Naturerfahrungen mit praktischen Aktivitäten, um ökologische Zusammenhänge erlebbar zu machen. Die empirische Grundlage bilden qualitative Untersuchungen durch Beobachtungen von sechs Naturparkschulaktionen sowie Experteninterviews mit zwei Rangerinnen. Die erhobenen Daten wurden systematisch ausgewertet, verglichen und mit dem theoretischen Rahmen verknüpft. Die Ergebnisse zeigen, das kontextgebundene Naturerfahrungen Fachwissen vertiefen und in Kombination mit Reflexion zu einem wachsenden Umweltbewusstsein beitragen. Bewegungsintensive Aktivitäten erhöhen körperliche Aktivität und fördern motorische Fähigkeiten. Zugleich wird soziales Verhalten wie Kommunikation und Kooperation gestärkt. Insgesamt zeigt diese Arbeit, dass Draußenunterricht ganzheitliches Lernen durch Naturerfahrungen ermöglicht.
Meditation im Schulalltag
(2025)
Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, zu untersuchen, inwiefern Meditation als pädagogisches Instrument geeignet ist, um die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprozesse von Schüler:innen im Schulalltag zu fördern. Ausgangspunkt ist die Forschungsfrage: Welche Auswirkungen hat die regelmäßige Durchführung von Meditationspraktiken auf die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitsleistung der Schüler:innen im Schulalltag? Zugrunde liegt die Annahme, dass Schüler:innen, die regelmäßig Meditationspraktiken im Schulalltag durchführen, eine höhere Konzentrationsfähigkeit bzw. gesteigerte Aufmerksamkeitsleistung aufweisen als Schüler:innen, die keine oder selten entsprechende Praktiken ausüben. Zur Beantwortung der Fragestellung werden im theoretischen Teil sowohl die Konstrukte Aufmerksamkeit und Konzentration mitsamt ihrer Diagnostik als auch Entspannungsverfahren und Meditation behandelt. Im empirischen Teil werden im Rahmen eines Mixed-Methods-Designs sowohl quantitative als auch qualitative Daten erhoben. Zum Einsatz kommen ein standardisierter Konzentrations- und Aufmerksamkeitstest, Schüler:innen- und Lehrer:innen-Fragebögen sowie Experteninterviews mit Schulleitungen. Die Ergebnisse zeigen, dass die subjektiven Einschätzungen von Schüler:innen, Lehrpersonen und Schulleitungen auf positive Wirkungen meditativer Praktiken hinweisen, während die objektiven Testergebnisse keine signifikanten Unterschiede erkennen lassen. Die Hypothese einer gesteigerten Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung regelmäßig meditierender Schüler:innen konnte somit nicht bestätigt werden. Gleichwohl verdeutlicht die Untersuchung das Potenzial meditativer Praktiken im schulischen Kontext.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Wahrnehmung und Bedeutung partizipativer Strukturen in der Schule aus SchülerInnensicht. Im Fokus steht die Frage, ob und inwieweit Lernende partizipative Formate wahrnehmen, nutzen und als bedeutsam für das eigene Lernen empfinden. Zudem wird theoretisch reflektiert, welche Rahmenbedingungen Partizipation im Unterricht fördern können und ob sie die Motivation der SchülerInnen positiv beeinflussen kann. Die Basis des theoretischen Teils der Arbeit bilden bildungswissenschaftliche, demokratietheoretische und motivationspsychologische Grundlagen zur Partizipation. Der empirische Teil umfasst eine Befragung von SchülerInnen in der 7. und 8. Schulstufe, bei der ihre Einschätzungen zu vorhandenen Partizipationsmöglichkeiten in der Schule erfasst wurden. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass schulische Partizipation von vielen SchülerInnen wahrgenommen wird, aber maßgeblich von den Rahmenbedingungen und der jeweiligen Gestaltung abhängt. Strukturell verankerte Möglichkeiten zur Partizipation tragen tendenziell dazu bei, die Motivation der Lernenden positiv zu beeinflussen. Die Arbeit erweitert das Verständnis partizipativer Prozesse im schulischen Kontext und stellt Überlegungen zur Bedeutung struktureller Bedingungen für gelingende Partizipation an.
Kommunikation ohne Worte
(2025)
Diese Masterarbeit befasst sich mit nonverbaler Kommunikation und ihrer Rolle in der Klassenführung, insbesondere in sprachlich vielfältigen Klassen. Im Mittelpunkt steht der Einsatz von Bild-Schrift-Karten und Gesten mit Unterrichtsanweisungen, die insbesondere Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache helfen sollen, Unterrichtsabläufe und Regeln besser zu verstehen. Diese Arbeit thematisiert nonverbale Ausdrucksweisen wie Mimik, Gestik, ..., welche die Kommunikation unterstützen und kulturell unterschiedlich interpretiert werden können. Im Schulkontext ist nonverbale Kommunikation ein zentrales Instrument der Klassenführung. Sie dienen der Strukturierung, Steuerung und Förderung der Aufmerksamkeit. Die Merkmale der Klassenführung zeigen, dass erfolgreiche Klassenführung präventiv und ganzheitlich ist, statt nur disziplinierend. Insbesondere in sprachlich vielfältigen Klassen erleichtert nonverbale Kommunikation die Verständigung und unterstützt den Lernprozess. Sprachsensibler Unterricht sowie das CLIL-Konzept fördern gleichzeitig den Erwerb fachlicher und sprachlicher Kompetenzen. Dabei kann Scaffolding gezielt als Unterstützungsmaßnahme genutzt werden. Die Untersuchung basiert auf der Annahme, dass nonverbale Ausdrucksformen wie Mimik, Gestik und visuelle Symbole die Verständigung bei sprachlichen Barrieren fördern. Diese Annahme wurde mit Hilfe von Unterrichtsbeobachtungen, Schülerreflexionen und Lehrpersonenbefragungen überprüft und zeigt, dass nonverbale Kommunikation, durch den Einsatz von Bild-Schrift-Karten und Gesten, ein wirksames Mittel zur Unterstützung der Klassenführung in sprachlich vielfältigen Primarschulklassen darstellt und positive Effekte auf die Sprachreproduktion und das soziale Miteinander bewirkt.
Die emotionale Gesundheit von Vorschulkindern spielt eine entscheidende Rolle für ihre langfristige psychische und körperliche Gesundheit, ihren Bildungserfolg und ihre soziale Teilhabe. Besonders die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, zu benennen und angemessen zu regulieren, bildet die Grundlage emotionaler Kompetenz und fördert ein konstruktives Miteinander sowie eine gelungene Kommunikation. Unklarheiten im Umgang mit Emotionen können hingegen zu Gefühlen der Unsicherheit und der Entfremdung führen und sogar erhebliche Kommunikationsprobleme oder konflikthafte Auseinandersetzungen verursachen.
Das Vorschulalter bietet ein sensibles Zeitfenster, in dem emotionale und soziale Kompetenzen erlernt werden können. Eine gezielte Förderung im Elementarbereich ist daher sinnvoll, um frühzeitig emotionale Stabilität und gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Ein zentrales Ziel ist es, Kindern ein Gefühl von innerer Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln und ihnen gleichzeitig klare Grenzen aufzuzeigen. Diese emotionale Basis bildet nicht nur die Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl, sondern fördert auch die Entwicklung weiterer zentraler Fähigkeiten.
Kinder kommen jedoch bereits mit unterschiedlichen Vorerfahrungen und Prägungen in den Vorschulbereich, da ihre emotionale Entwicklung im engen sozialen Umfeld der Familie beginnt. Besonders die frühe und mittlere Kindheit sind von Übergängen wie dem Wechsel vom Elternhaus in Krabbelgruppe, Kindergarten und Schule geprägt. Diese individuellen Erfahrungen beeinflussen die emotionalen und sozialen Kompetenzen der Kinder.
Umso wichtiger ist es, dass Pädagogen den Kindern gezielt Strategien zur Unterstützung bereitstellen und sie beim Erwerb sozialer und emotionaler Kompetenzen begleitend fördern und dabei die Individualität des Kindes zu respektieren. Vielmehr geht es darum, vorhandene Ressourcen zu stärken und den Kindern zu helfen, Emotionen zu regulieren und Bedürfnisse bewusst zu steuern. Dadurch wird die Grundlage dafür geschaffen, dass die Kinder selbstständig und verantwortungsbewusst handeln sowie flexibel auf Veränderungen reagieren können.
Die vorliegende Arbeit zeigt praxisnahe Wege auf, wie Pädagog*innen emotionale Kompetenzen gezielt im Vorschulalltag fördern können.
Die globalen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Schulen und Bildungssysteme waren sowohl erheblich als auch differenziert. Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit ist die Beantwortung der Frage, wie Schüler*innen im Globalen Süden und Globalen Norden mit den plötzlichen neuen Anforderungen des digitalen Lernens – bedingt durch die temporäre Schließung der Schulen – zurechtkamen. Besonders spannend dabei war, die Aussagen von Lehrpersonen aus unterschiedlichen Ländern zur aktiven Lernzeit der Schüler*innen und Gegebenheiten zu analysieren und zu vergleichen. Im Rahmen dieser Studie wurden daher Befragungen mit Lehrpersonen aus verschiedenen Schulsystemen in Sri Lanka und Brasilien vor Ort durchgeführt. So konnten sowohl Herausforderungen als auch die positiven Veränderungen in der Zeit der Pandemie mittels Interviews mit Betroffenen aus erster Hand identifiziert werden. Die qualitative Datenerhebung erfolgte bei einer zweimonatigen Lehrtätigkeit in Sri Lanka sowie im Austausch mit Lehrpersonen und Professor*innen in Brasilien. Darüber hinaus wurden Meinungen von Lehrkräften und pädagogischem Fachpersonal aus dem Globalen Norden eingeholt. Die Interviewleitfragen basierten auf der Auseinandersetzung mit einschlägiger Fachliteratur aus dem deutschsprachigen Raum, um einen fundierten Vergleich der Aussagen hinsichtlich der Auswirkungen auf die aktive Lernzeit von Schüler*innen zu ermöglichen.
Die Ergebnisse der Auswertung der Interviews ergaben, dass erhebliche Unterschiede in der aktiven Lernzeit zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden festzustellen sind. Während im Globalen Norden durch den raschen Einsatz digitaler Technologien und bestehende Infrastrukturen eine gewisse Unterrichtkontinuität bewahrt werden konnte, sahen sich die Bildungseinrichtungen im Globalen Süden mit tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Besonders der eingeschränkte Zugang zu digitalen Endgeräten, instabile Internetverbindungen und eine mangelnde Unterstützung durch Bildungspolitik und Administration führten vielerorts zu einem deutlichen Rückgang der aktiven Lernzeit. Trotz dieser Herausforderungen zeigten sich in den Interviews auch kreative Lösungsansätze und lokale Innovationsstrategien, etwa durch den Einsatz von alternativen Kommunikationskanälen oder der Nutzung informeller Lernräume. Die qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) diente als methodisches Fundament zur systematischen Kategorisierung und vergleichenden Auswertung der Interviewdaten.
Die Studie leistet somit einen Beitrag zum besseren Verständnis globaler Bildungsungleichheiten im Kontext krisenbedingter Schulschließungen und zeigt auf, inwiefern strukturelle Voraussetzungen, politische Rahmenbedingungen und kulturelle Kontexte die Lernzeit von Schüler*innen beeinflussen. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für zukünftige Bildungsplanung und Forschung in international vergleichender Perspektive.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht das innovative Unterrichtskonzept des FREI DAY, das Schüler*innen durch projektorientiertes Lernen in die Lage versetzt, gesellschaftliche Herausforderungen eigenverantwortlich anzugehen. Die
theoretische Grundlage bildet eine Verknüpfung des Konzepts mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die die gesellschaftliche und globale Relevanz unterstreichen.
Im empirischen Teil wurden qualitative Interviews mit einer Lehrerin, zwei Direktorinnen und einer Elternvertreterin durchgeführt, um die praktische Umsetzung des FREI DAY und dessen Auswirkungen zu beleuchten. Die Ergebnisse zeigen, dass der FREI DAY die Eigenverantwortung, Motivation und Problemlösungsfähigkeit der Schüler*innen fördert. Gleichzeitig erfordert die Implementierung eine intensive Vorbereitung der Lehrkräfte, eine flexible Stundenplangestaltung und eine frühzeitige Einbindung der Eltern.
Die Arbeit verdeutlicht, dass der FREI DAY nicht nur das Lernen, sondern auch die Schulkultur transformieren kann, wenn Herausforderungen wie organisatorische Hürden und Akzeptanzprobleme aktiv adressiert werden. Abschließend liefert die Arbeit praxisnahe Handlungsempfehlungen und Impulse für die Weiterentwicklung des Konzepts, das als Modell für eine zukunftsorientierte Bildung dienen kann.
Belastung, Belastungsempfinden und Copingstrategien von Lehrpersonen einer Vorarlberger Volksschule
(2025)
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Belastung, Belastungsempfinden und Copingstrategien von Lehrpersonen einer Vorarlberger Volksschule“. Die eingehende Auseinandersetzung mit Belastungsfaktoren, individuellen Bewältigungsmustern und Belastungsreaktionen ist von entscheidender Bedeutung für das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit der Lehrkräfte. Trotz der Vielzahl an belastenden Faktoren sollte es möglich sein, angemessen mit diesen umzugehen, um die eigene Gesundheit zu bewahren und Freude an der Berufsausübung zu empfinden.
Im empirischen Teil der Arbeit wurden sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsmethoden eingesetzt, um diese Thematik umfassend zu untersuchen. Der Einsatz eines Fragebogens diente dazu, Grundinformationen und belastende Faktoren quantitativ zu erfassen. Parallel dazu ermöglichten Interviews tiefere Einblicke in die individuellen Erfahrungen und Bewältigungsstrategien der Lehrkräfte. Diese Methodenkombination gewährleistete eine umfassende Analyse der Belastung und der entsprechenden Reaktionen der Lehrkräfte.
Das Ziel dieser Forschung besteht darin, die Belastungsfaktoren sowie die persönlichen Copingstrategien der Lehrkräfte an diesem Schulstandort zu identifizieren. Die qualitative Analyse ergab, dass viele Lehrkräfte sowohl körperlich als auch psychisch stark beansprucht sind. Zu den größten Belastungsfaktoren zählen das Verhalten schwieriger Schüler und Schülerinnen sowie die Diversität innerhalb der Klassen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Unterstützungssysteme und Ressourcen sowohl auf schulischer als auch auf institutioneller Ebene notwendig sind, um die Lehrpersonen in ihrer wichtigen Rolle zu entlasten und ihre Motivation langfristig zu sichern.
Die Beschäftigung mit dem Thema Mathematikangst entstand aus meinen eigenen Erfahrungen im Unterricht. Immer wieder habe ich beobachtet, wie Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht zögern, etwas zu sagen oder sich zu Wort zu melden – nicht, weil ihnen das Wissen fehlt, sondern weil sie Angst haben, Fehler zu machen oder sich zu blamieren. Besonders vor Tests oder Prüfungen wird diese Unsicherheit oft noch größer. Diese Eindrücke haben mich nachdenklich gemacht und waren der Anlass, mich im Rahmen dieser Arbeit näher mit den Ursachen von Mathematikangst zu beschäftigen und nach Möglichkeiten zu suchen, wie man mehr Freude am Mathematiklernen fördern kann.
Gerade als angehende Lehrperson ist es mir ein besonderes Anliegen, einen Unterricht zu gestalten, in dem sich Schülerinnen und Schüler sicher fühlen und sich mit ihren Fragen zeigen dürfen, ohne dabei Angst vor einer schulischen Bewertung zu haben. Die emotionale Seite des Lernens wird im Schulalltag oft unterschätzt, dabei ist sie ein wesentlicher Schlüssel für Motivation, aktive Beteiligung im Unterricht und nachhaltigen Lernerfolg.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszuarbeiten, wie Unterrichtsmaterial für Volksschulkinder entwickelt werden kann, das gezielt zur Förderung von Werbekompetenz beiträgt und dabei sowohl die Anforderungen und Erwartungen von Lehrpersonen als auch die Bedürfnisse der Schüler*innen berücksichtigt. Hierfür wird auf der theoretischen Grundlage sowie auf der Basis von Studienergebnissen das Thema Mediensozialisation der Kinder beleuchtet. Anschließend wird Werbung alleinstehend und im Zusammenhang mit Kindern thematisiert. Zusätzlich wird die Medien- und Verbaucher*innenbildung und deren Bedeutung für Kinder beschrieben, wobei die Zusammenhänge für eine umfassende Werbekompetenz sichtbar werden. Daraufhin wird der Kompetenzerwerb in den Bildungskontext gebracht. Mithilfe der empirischen Forschung werden einerseits die Bedürfnisse und das Wissen von Volksschüler*innen und andererseits die Ansprüche an Unterrichtsmaterialien seitens der Lehrpersonen erfasst. Daraus folgend wird ein vielseitiges Materialpaket zum Thema Werbung und Konsum, unter Berücksichtigung des österreichischen Lehrplans der Volksschule, entwickelt. Zum Ende der Arbeit wird zusammenfassend betont, dass das Material den aktuellen Gegebenheiten entspricht, wobei festzuhalten ist, dass die Welt sich in einem stetigen Wandel befindet und sich der Unterricht auf allen Ebenen an diesem orientieren muss.
Die menschlichen Sinnesorgane ermöglichen die Wahrnehmung und Interpretation der Umwelt. Sie spielen eine wesentliche Rolle im Umgang mit der Außenwelt. Diese Arbeit erforscht, ob es möglich ist, den menschlichen Körper, speziell aber die Sinnesorgane kindgerecht zu erklären. Kinder sind sehr wissbegierig und wollen bereits im jungen Alter wissen, wie der menschliche Körper funktioniert. Diese Neugier wird im Lehrplan als Unterrichtsziel festgelegt. Lehrpersonen sollten dieses Interesse in den Unterricht einbauen. Ein besonderer Fokus dieser Arbeit liegt auf der forschenden Auseinandersetzung mit sensorischen Erfahrungen und der Anwendung einer Forschungswerkstatt als methodisches Konzept.
Durch experimentelle Ansätze und interaktive Methoden in der Forschungswerkstatt werden sensorische Wahrnehmungen von den Kindern analysiert und reflektiert. Ziel der Arbeit ist es, das Verständnis für die individuelle und kollektive Sinneserfahrung zu vertiefen. Die interdisziplinäre Verbindung von Neurowissenschaften, Psychologie und Bildungsforschung bietet einen ganzheitlichen Blick auf die Rolle der Sinnesorgane in menschlichen Erkenntnisprozessen.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht „Die Rolle der Unterstützten Kommunikation in der Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten bei Kindern mit frühkindlichem Autismus und Down-Syndrom“. Ziel der Arbeit ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Anwendung von Unterstützter Kommunikation (UK) bei diesen beiden Beeinträchtigungen zu analysieren und deren Auswirkungen auf Kommunikation und soziale Teilhabe zu erfassen.
Zentrale Forschungsfragen sind unter anderem: Inwieweit trägt die Anwendung von UK zur Verbesserung der kommunikativen Fähigkeit bei? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten bestehen zwischen der Nutzung von UK zwischen Kindern mit frühkindlichem Autismus und Down-Syndrom? Wie beeinflussen die Integration von UK in den Schulalltag das Selbstkonzept und die soziale Teilhabe?
Es wird die Hypothese aufgestellt, dass die regelmäßige Anwendung von UK zu einer signifikanten Verbesserung der verbalen und nonverbalen Kommunikationsfähigkeit führt. Zudem wird vermutet, dass das Selbstkonzept und die soziale Teilhabe positiv beeinflusst werden und dass Unterschiede bei der Anwendung von UK bei den zwei Beeinträchtigungen vorhanden sind.
Die Methodik umfasst vier qualitative und semistrukturierende Expert*innen-Interviews, die mittels Kuckartz transkribiert und ausgewertet werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Anwendung von UK bei beiden Beeinträchtigungen zu Fortschritten in der Kommunikation führt, jedoch unterschiedliche Anpassungen und Strategien erforderlich sind.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Rolle der Versuchsskizze beim Experimentieren im Sachunterricht und inwiefern diese Dokumentationsart fächerübergreifendes Lernen beeinflusst. Ziel der wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Bedeutung von Versuchsskizzen sowie das fächerübergreifende Lernen nach dem Anfertigen von Versuchsskizzen zu analysieren.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage: „Welche Rolle spielen Versuchsskizzen beim Experimentieren im Sachunterricht der Volksschule und inwiefern beeinflussen sie das fächerübergreifende Lernen?“ wird ein mehrteiliges Untersuchungsdesign gewählt. Zwei dritte Klassen werden miteinander verglichen: Die Vergleichsgruppe führt Experimente durch und dokumentiert diese mittels Versuchsskizze. Einige Tage später erstellen die Kinder der Vergleichsgruppe eine thematisch passende Kinderzeichnung. Die Kontrollgruppe fertigt ausschließlich die Kinderzeichnungen an. Beide Gruppen nehmen an Gruppendiskussionen teil. Ergänzend werden Volksschullehrpersonen mithilfe eines Fragebogens zur Nutzung von Versuchsskizzen befragt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Versuchsskizzen nicht nur zur Dokumentation genützt werden können, sondern auch das Beobachten und Reflektieren unterstützen können. Schülerinnen und Schüler, welche Versuchsskizzen nach dem Experimentieren anfertigen, zeigen ein tieferes Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge. Zudem ist zu erkennen, dass sich Versuchsskizzen positiv auf das fächerübergreifende Lernen auswirken, vor allem im sprachlichen Ausdruck und Zeichnen.
In dieser Masterarbeit wird ein Bienenprojekt in einer jahrgangsgemischten Volksschulklasse von der Vorschule bis zur zweiten Klasse vorgestellt. Ziel war es herauszufinden, wie sich die Unterrichtseinheiten auf das Wissen über Honig- und Wildbienen, das ökologische Bewusstsein, die Gefühlslage und das konkrete Handeln der Kinder auswirken. Grundlage bildeten zwei eigens entwickelte Bienenhefte, ein altersgerechtes Heft für die Erstklässler und ein anspruchsvolleres für die Zweitklässler, die in den Fächern Sachunterricht, Mathematik, Deutsch, Englisch und Werken eingesetzt wurden. Vor und nach dem Projekt beantworteten zehn Zweitklässler einen Fragebogen und elf Erstklässler führten einen Bildzuordnungstest durch. Ergänzend wurden jeweils vier Leitfadeninterviews vor und nach dem Projekt geführt. Die quantitativen Daten wurden in Excel aufbereitet, grafisch dargestellt und mittels Wilcoxon-Tests ausgewertet. Bei den Zweitklässlern zeigte sich ein signifikanter Wissenszuwachs, während bei den Erstklässlern aufgrund eines hohen Ausgangsniveaus keine signifikanten Steigerungen nachweisbar waren. Qualitativ nahm die Zahl fachlicher Begriffe, positiver Emotionen und konkreter Umwelthandlungen deutlich zu. Sprachliche Barrieren stellten eine Herausforderung dar. Die Arbeit zeigt, dass fächerübergreifende, handlungsorientierte Umweltbildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Haltung und Engagement der Kinder nachhaltig stärkt. Für künftige Projekte werden offene Aufgabenformate, vertiefende Befragungen und sprachsensiblere Methoden empfohlen.
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit dem Thema Trauma und der Bedeutung traumasensiblen Arbeitens im schulischen Kontext. Im Zentrum steht die Forschungsfrage: „Welche Handlungsmöglichkeiten zum traumasensiblen Arbeiten sind relevant für die schulische Praxis zur Unterstützung von Kindern mit Traumaerfahrung?“ Ziel der Arbeit ist es, ein vertieftes Verständnis für die Bedeutung der Traumapädagogik im schulischen Kontext zu schaffen sowie praxisrelevante Erkenntnisse zu gewinnen, um Lehrkräfte dabei zu unterstützen, betroffene Kinder gezielt zu begleiten und deren schulische Teilhabe nachhaltig zu verbessern.
Ausgehend von einem persönlichen Interesse wurde das Phänomen Trauma umfassend bearbeitet - von der Definition über neurobiologische Prozesse und unterschiedliche Traumaformen bis hin zu Ursachen, Symptomen und kindlichen Bewältigungsstrategien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Traumapädagogik, deren Grundhaltungen eine zentrale Basis für traumasensibles Handeln im schulischen Alltag darstellen.
Im empirischen Teil der Arbeit wurden qualitative Interviews mit Lehrpersonen und Schulleitungen geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass offene Unterrichtsformen, ritualisierte Abläufe, kreative Ausdrucksmöglichkeiten, klare Strukturen und individuell gestaltete Lernräume zentrale Elemente traumasensibler Schulpraxis darstellen. Zusätzlich wurden institutionelle Herausforderungen, Fortbildungsbedarf sowie die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit thematisiert.
Die Arbeit verdeutlicht, dass traumasensibles Arbeiten kein starres Konzept ist, sondern ein Zusammenspiel aus individueller Haltung, pädagogischer Kompetenz und strukturellen Rahmenbedingungen erfordert. Die daraus abgeleiteten praxisnahen Handlungsempfehlungen bieten Lehrpersonen eine konkrete Orientierung im Umgang mit traumatisierten Kindern und tragen somit zur Weiterentwicklung einer traumasensiblen Schulkultur bei.
Diese Masterarbeit untersucht die Bedeutung der Wortschatzförderung durch Wimmelbilderbücher im Bereich Deutsch als Zweitsprache.
Die Förderung des Wortschatzes im Unterricht des Fachs Deutsch als Zweitsprache hat einen hohen Stellenwert. Damit die Kinder den Wortschatz spielerisch erweitern können, wird für diese Arbeit das Wimmelbilderbuch als methodisch-didaktisches Lernmittel eingesetzt. Dafür wurde das Buch Pierre der Irrgartendetektiv – Die Suche nach dem gestohlenen Labyrinth-Stein ausgewählt.
Theoretische Grundlagen bilden die Aspekte und Arten der Wortschatzförderung, die Bedeutung von textfreien Bilderbüchern für die Sprachentwicklung und deren Merkmale.
Das Wimmelbilderbuch wurde anhand des Modells der Bilderbuchanalyse nach Michael Staiger, unter ausführlicher Behandlung der sechs Dimensionen, analysiert.
Um die Forschungsfrage – Welches Potenzial haben Wimmelbilderbücher im Deutsch als Zweitsprache Unterricht der Volksschule im Hinblick auf die Wortschatzkompetenz und wie lassen sich verschiedene Zielgruppen/ Lerngruppen systematisieren? – zu untersuchen, wurde ein fünfwöchiges Projekt im Umfang von zwei Wochenstunden durchgeführt. Diese praktische Umsetzung erfolgte an zwei Volksschulen in Vorarlberg.
Die Ergebnisse der Forschung und des Projektes zeigen, dass Wimmelbilderbücher ein hohes Potenzial für den Deutsch als Zweitsprache Unterricht aufweisen. Die Kinder werden selber aktiv, lernen durch den Kontext und erweitern dabei ihren Wortschatz. Diese Arbeit liefert praxisrelevante Impulse für den Einsatz von Wimmelbilderbüchern im Bereich der Volksschule und bietet Möglichkeiten, um unterschiedliche Ziel- und Lerngruppen zu fördern.
Diese Masterarbeit untersucht, inwiefern mehrsinnliche Rundgänge und die Arbeit mit Bilderbüchern die Lesegenauigkeit von Volksschulkindern fördern können. Im Zentrum steht das Projekt „Schau genau!“, das in Kooperation mit der Stadtbibliothek Dornbirn entwickelt und umgesetzt wurde. Dabei wurden architektonische Wahrnehmung, dialogisches Vorlesen und visuelle Rezeption miteinander verknüpft. Auf Basis eines Pre-Post-Test-Designs sowie qualitativer Datenanalysen wurden sowohl kognitive als auch rezeptionsästhetische Entwicklungen der Kinder erfasst. Die Ergebnisse weisen auf positive Effekte hin, die sich durch die multimodale Auseinandersetzung mit Text und Bild nachvollziehen lassen. Die Studie liefert praxisrelevante Impulse für eine integrative Leseförderung im Primarbereich, in der Wahrnehmung, Sprache und Ästhetik didaktisch miteinander verwoben werden.
Die vorliegende Masterarbeit setzt an den Erkenntnissen der vorangegangenen Bachelorarbeit an, welche die Wechselwirkungen zwischen dem christlichen Glauben und ökologischer Nachhaltigkeit sowie deren Auswirkungen auf den Religionsunterricht in der Primarstufe untersucht hat. Während die Bachelorarbeit den Fokus auf die christlich-theologische Perspektive dieser Thematik legt, konzentriert sich die Masterarbeit vor allem auf bildungspolitische Standpunkte und Forderungen, die in den Diskurs eingebunden werden sollen.
Die Arbeit setzt sich aus einem literarisch-hermeneutischen Teil und qualitativ-empirischen Zugängen zusammen und untersucht die Integration von Nachhaltigkeitsthemen sowohl im (Religions-)Unterricht als auch im Bereich der Schulentwicklung im Sinne eines Whole School Approach unter bildungspolitischen Gesichtspunkten. Basierend auf theoretischen Nachhaltigkeitskonzepten und religiösen Perspektiven, wurden qualitative Expert:inneninterviews und Fokusgruppengespräche in drei ausgewählten katholischen Privatschulen im Volksschulbereich im Raum Vorarlberg durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen Herausforderungen und Potenziale bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen im (Religions-)Unterricht sowie in den Bereichen der Schulentwicklung auf und liefern Empfehlungen für die Gestaltung des Unterrichts sowie für bildungspolitische Maßnahmen. Die Arbeit trägt dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit in religiösen Bildungseinrichtungen zu schärfen und bietet Impulse für zukünftige Forschung und Praxis.