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Die Integration digitaler Medien in schulische Lehr- und Lernprozesse gewinnt in der gegenwärtigen Bildungslandschaft zunehmend an Bedeutung. Auch in der Primarstufe eröffnen digitale Technologien vielfältige Möglichkeiten, Lernprozesse interaktiver, handlungsorientierter und kreativer zu gestalten. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Masterarbeit Digital Storytelling als Lernmethode in der Primarstufe. Im Fokus steht die Frage, inwiefern sich motivationale Prozesse sowie Formen kreativen sprachlichen und gestalterischen Ausdrucks im Rahmen eines Digital-Storytelling-Projekts rekonstruieren lassen. Untersucht wurde der Entstehungsprozess digitaler Geschichten im projektorientierten Englischunterricht einer vierten Volksschulklasse. Die Ergebnisse zeigen, dass das Digital-Storytelling-Projekt überwiegend positiv wahrgenommen wurde und insbesondere kreative Gestaltungsspielräume sowie die Arbeit mit Tablets motivationale Prozesse unterstützten. Kreativer sprachlicher und gestalterischer Ausdruck zeigte sich vor allem in der Entwicklung eigener Handlungsideen, der Erweiterung und Reflexion des englischen Wortschatzes sowie in der visuellen und digitalen Gestaltung der Geschichten. Darüber hinaus verdeutlichen die Ergebnisse die Bedeutung gelingender Gruppenprozesse für die motivationale Wahrnehmung des Projekts. Insgesamt weisen die Ergebnisse darauf hin, dass Digital Storytelling einen geeigneten Rahmen bietet, um motivationale und kreative Lernprozesse im Englischunterricht der Primarstufe zu unterstützen.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, die Wahrnehmung von Lehrkräften und Schüler*innen in Bezug auf die Dimensionen der Klassenführung zu analysieren und zu vergleichen. Diese umfassen die adaptive Unterrichtsgestaltung, die Beziehungsförderung und die Verhaltenssteuerung. Vor diesem Hintergrund wird untersucht, ob es innerhalb der drei Dimensionen Unterschiede in der Einschätzung der Häufigkeit zwischen den Lehrkräften und Schüler*innen gibt. Darüber hinaus wird ermittelt, ob die Dimensionen miteinander korrelieren. Zur Beantwortung dieser Fragestellungen wurde eine quantitative Untersuchung mittels Fragebögen durchgeführt. Hierfür kamen drei Versionen des Fragebogens zum Einsatz: Lehrkräfte, Schüler*innen der Klassen 1 bis 4 und Schüler*innen der Klassen 5 bis 10. Für die Lehrkräfte wurde die „Skala zur inklusiven Klassenführung – Selbsteinschätzung (InKlass-S)“ (Lutz et al., 2022) verwendet. Die Fragebögen für die Schüler*innen wurden in Anlehnung an diese Skala konstruiert. Die Untersuchung ergab, dass zwischen den Schüler*innen und Lehrkräften der Klassen 1 bis 4 keine signifikanten Unterschiede bestehen. Es zeigen sich jedoch auf Itemebene signifikante Unterschiede innerhalb der Beziehungsförderung und der Verhaltenssteuerung. Bei den Klassen 5 bis 10 unterscheiden sich die Einschätzungen der beiden Personengruppen in Bezug auf die Beziehungsförderung und die Verhaltenssteuerung signifikant. Korrelationen zwischen den drei Dimensionen sind bei den Schüler*innen der Klassen 1 bis 10 zu verzeichnen. Während bei den Lehrkräften der Klassen 1 bis 4 die Beziehungsförderung mit keiner weiteren Dimension korreliert, bestehen bei den Lehrkräften der Klassen 5 bis 10 nur Korrelationen im Zusammenhang mit der Beziehungsförderung.
Das Churermodell
(2026)
In der vorliegenden Masterarbeit mit dem Titel „Das Churermodell – Ein Wegweiser inklusiver Unterrichtsentwicklung im Umgang mit Heterogenität in der Grundschule“ wird untersucht, wie Lehrpersonen das Churermodell in ihrem Unterricht umsetzen. Zudem wird analysiert, wie sie die Gestaltung inklusiver Lernsettings in heterogenen Klassen dabei erleben und welche Chancen sowie Herausforderungen sich daraus für die Unterrichtspraxis ergeben. Vor dem Hintergrund einer hohen Heterogenität in Grundschulklassen (Schnebel et al., 2025) gewinnt die Gestaltung inklusiver Lernumgebungen an Bedeutung, die sowohl die individuelle Förderung als auch das gemeinsames Lernen ermöglichen. Das Churermodell wird in diesem Zusammenhang als ein Ansatz verstanden, der offene Lernarrangements und selbstständiges Lernen in den Mittelpunkt stellt (Lutz & Thöny, 2024). Methodisch basiert die Arbeit auf einer qualitativen Untersuchung, in deren Rahmen Leitfadeninterviews mit Lehrpersonen durchgeführt wurden, die bereits Erfahrung mit der Umsetzung und Anwendung des Churermodells haben. Die Interviews dienen dazu, subjektive Einschätzungen zur Anwendbarkeit und Wirksamkeit des Churermodells sowie zur professionellen Weiterentwicklung im Umgang mit Heterogenität und Inklusion zu erfassen. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2024). Zur Einordnung der Ergebnisse werden zu Beginn der Masterarbeit die theoretischen Grundlagen zu Heterogenität, inklusiver Unterrichtsentwicklung und dem Churermodell dargestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Churermodell von Lehrpersonen als Unterstützung für individualisierte Lernprozesse von SchülerInnen und eine stärkere SchülerInnenorientierung wahrgenommen wird. Gleichzeitig spielt die professionelle Handlungskompetenz der Lehrperson eine zentrale Rolle, insbesondere Erfahrungen im Umgang mit heterogenen Lerngruppen sowie die Bereitschaft, traditionelle Unterrichtsstrukturen zu verändern.
Ziel dieser Arbeit ist es zum einen, einen theoretischen Hintergrund zu schaffen, was unter auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen in der Literatur und der Wissenschaft verstanden wird. So wird die Grundlage für den empirischen Teil gelegt. Dies wurde auch als erste Forschungsfrage formuliert. Die zweite Forschungsfrage beinhaltet die Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfestellungen an Regelschulen für Kinder mit AVWS. Zur Beantwortung wurden diese aus der Literaturrecherche genommen, verglichen und beschrieben. Zum anderen wurden die Erfahrungen von Vorarlberger Lehrpersonen zusammengetragen, die mit betroffenen Kindern gearbeitet haben. Im empirischen Teil dieser Arbeit werden zunächst die Forschungsfragen erläutert, sowie die verwendete Untersuchungsmethode und den Untersuchungsablauf beschrieben. Die zwei weiteren Forschungsfragen wurden so formuliert, dass die Beantwortung durch das Untersuchungsinstrument eines Online-Fragebogens möglich wurde. Wie im oberen Abschnitt schon erwähnt, wurde bei der Befragung der Fokus vor allem auf die Erfahrungen und Erkenntnisse der Lehrpersonen in Vorarlberg gelegt, die mit Kindern mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen und insbesondere mit FM-Anlagen gearbeitet hatten. Am Ende folgt eine Interpretation und Diskussion der vorangegangenen Auswertungsergebnisse der Untersuchung und der Vergleich zu einer Studie von Phonak und dem Ausdruck des beantworteten Befragungsrasters zu FM-Anlagen im Schuljahr 2021/22 des Landeszentrum für Hörgeschädigte – Abteilung Hörtechnik.
Wie Kinder die Sonne sehen
(2026)
Obwohl astronomische Phänomene wie Tag und Nacht oder die Jahreszeiten einen festen Bestandteil der Lebenswelt von Kindern darstellen und im Sachunterricht der Volksschule eine wichtige Rolle spielen, zeigen viele Schüler/innen Schwierigkeiten beim Verständnis dieser Zusammenhänge. Besonders die eingeschränkte direkte Beobachtbarkeit sowie die notwendige räumliche Vorstellung führen häufig zu kindlichen Alltagsvorstellungen, die von wissenschaftlichen Erklärungen abweichen. Im Rahmen dieser Masterarbeit wurde daher eine forschend gestaltete Unterrichtsreihe entwickelt, die Kindern einer dritten Volksschulklasse ermöglichen sollte, astronomische Phänomene durch Beobachtungen, Modelle und eigenes Ausprobieren zu erkunden. Gleichzeitig sollte untersucht werden, welche Vorstellungen Kinder bereits vor der Unterrichtsreihe zu den Themen Tag und Nacht sowie Jahreszeiten mitbringen, inwiefern sich diese durch den Unterricht verändern, beziehungsweise weiterentwickeln und in welchen Bereichen trotz des Unterrichts weiterhin Fehlvorstellungen bestehen bleiben. Zur Datenerhebung wurden standardisierte Fragebögen, Zeichnungen der Kinder sowie Beobachtungen aus den Unterrichtseinheiten eingesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Kinder bereits vor dem Unterricht eigene Vorstellungen zu astronomischen Phänomenen besitzen, die teilweise nicht mit wissenschaftlichen Erklärungen übereinstimmen. Besonders die Entstehung der Jahreszeiten stellte für viele Schüler/innen eine Herausforderung dar. Gleichzeitig konnten Veränderungen und Weiterentwicklungen der Vorstellungen beobachtet werden. Vor allem handlungsorientierte Zugänge sowie der Einsatz von Modellen erwiesen sich dabei als unterstützend für das Verständnis astronomischer Zusammenhänge.
Die Welt der Bionik
(2026)
Diese Masterarbeit untersucht die Bedeutung und das Potenzial der Bionik als innovatives Lernfeld im naturwissenschaftlichen Unterricht der Volksschule. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Verbindung von biologischen Vorbildern und technischen Anwendungen nicht nur das fachliche Verständnis fördert, sondern auch Motivation, Interesse und kreative Problemlösefähigkeiten bei Schülerinnen und Schülern stärkt.
Im Zentrum der Arbeit stehen dabei mehrere Forschungsfragen. Einerseits wird untersucht, welche Vorstellungen Kinder zu biologischen Vorbildern und technischen Anwendungen der Bionik bereits vor der Unterrichtseinheit mitbringen, inwiefern sich ihr Verständnis bionischer Prinzipien durch den Einsatz der Unterrichtsmaterialien verändert und in welchen Bereichen bestehende Fehlvorstellungen bestehen bleiben. Andererseits wird analysiert, wie sich Motivation und Interesse der Kinder durch den Einsatz experimenteller und robotikgestützter Lernmethoden im Bionikunterricht entwickeln.
Darüber hinaus wird im Rahmen der Hauptfragestellung überprüft, inwiefern sich durch die Teilnahme an einer projektorientierten Unterrichtseinheit die kognitiven Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler zu bionischen Prinzipien und biologisch-technischen Zusammenhängen signifikant verändern (FQ A) sowie inwiefern sich Fehlvorstellungen und affektive Werthaltungen, insbesondere Motivation, Interesse und Selbstwirksamkeit im Kontext eines forschend-entdeckenden Bionikprojekts mit robotikgestützten Elementen verändern (FQ B). Im theoretischen Teil werden grundlegende Konzepte der Bionik sowie deren Verknüpfung mit Robotik dargestellt und didaktisch eingeordnet. Darauf aufbauend wurde eine sechsteilige Unterrichtsreihe konzipiert und praktisch umgesetzt, in der die Kinder durch forschend-entdeckendes Lernen, Experimente sowie den Einsatz robotikgestützter Elemente an bionische Prinzipien herangeführt wurden. Zur empirischen Überprüfung der Wirksamkeit dieser Unterrichtseinheit wurde ein Prä-Post-Design gewählt. Mithilfe eines standardisierten Fragebogens wurden sowohl kognitive als auch affektive Variablen erhoben, darunter das Verständnis zentraler Begriffe, das Erkennen biologisch-technischer Zusammenhänge sowie Motivation, Interesse und Selbstwirksamkeit. Die Stichprobe umfasste 11 Schülerinnen und Schüler einer jahrgangsübergreifenden Klasse einer Volksschule. Die Ergebnisse zeigen signifikante Verbesserungen in den kognitiven Kenntnissen der Lernenden, insbesondere im Verständnis des Begriffs „Bionik“ sowie in der Fähigkeit, Übertragungsprinzipien zwischen Natur und Technik zu erklären. Darüber hinaus konnten positive Entwicklungen in motivationalen und affektiven Bereichen festgestellt werden. Die Schülerinnen und Schüler zeigten ein gesteigertes Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen sowie eine erhöhte Bereitschaft, eigene technische Ideen zu entwickeln. Damit konnte die zugrunde liegende Forschungsannahme bestätigt werden, dass eine projektorientierte und handlungsorientierte Unterrichtsgestaltung im Bereich der Bionik sowohl kognitive Lernprozesse als auch affektive Faktoren positiv beeinflusst. Die Arbeit verdeutlicht, dass Bionik in Kombination mit handlungsorientierten und robotikgestützten Lernformen ein hohes didaktisches Potenzial für den Sachunterricht besitzt. Sie leistet damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung eines zukunftsorientierten naturwissenschaftlich-technischen Unterrichts in der Volksschule.
In der vorliegenden Masterarbeit werden die Chancen und Herausforderungen interkultureller Bildungspartnerschaften zwischen Eltern und Lehrkräften untersucht. Ebenso welche Handlungsempfehlungen sich daraus für Lehrkräfte ableiten lassen. Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden warum es Chancen und Herausforderungen in einer interkulturellen Bildungspartnerschaft gibt. Interkulturelle Bildungspartnerschaften weisen große Chancen auf, insbesondere im Hinblick auf den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Eltern und Lehrkräften und in Bezug auf den Bildungserfolg von Schüler:innen. Gleichzeitig wird deutlich, dass diese Partnerschaften durch Herausforderungen wie sprachliche Barrieren, unterschiedliche Bildungsverständnisse und herausfordernde Lebenslagen von Familien erschwert werden können. Auf Basis der empirischen Befunde wurden folgende Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte herausgearbeitet: Insbesondere die Bedeutung einer reflektierten professionellen Haltung von Lehrkräften. Falls sprachliche Barrieren vorhanden sind, ist es essenziell Dolmetscher:innen als neutrale Vermittler:innen miteinzubeziehen. Aber auch niederschwellige Angebote, um die Eltern aktiv an die Schule zu holen, müssen etabliert werden. Die Arbeit leistet zusammengenommen einen Beitrag zur aktuellen Forschung im Bereich der interkulturellen Bildung, indem sie unterschiedliche Expert:innenperspektiven zusammenführt und praxisnahe Implikationen für die schulische Umsetzung interkultureller Bildungspartnerschaften aufzeigt.
Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit der Ausprägung von Resilienz bei Kindern im Volksschulalter sowie mit deren Bedeutung im chulischen Kontext. Ziel der Arbeit ist es, ein vertieftes Verständnis für die Entwicklung von Resilienz und de-ren Einfluss auf die Bewältigung von Herausforderungen im Kindesalter zu ge-winnen. Zudem werden Ansatzpunkte zur gezielten Förderung von Resilienz im schulischen Umfeld aufgezeigt. Die zentrale Fragestellung lautet: Wie zeigt sich die Ausprägung der Resilienz bei Kindern der zweiten Schulstufe und inwiefern wird diese durch den spezifi-schen Kontext einer ländlichen Volksschule beeinflusst? Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen und einen empirischen Teil. Im the-oretischen Teil werden grundlegende Begriffe der Resilienzforschung definiert sowie Risiko- und Schutzfaktoren, zentrale Resilienzfaktoren und Möglichkeiten der Resilienzförderung im pädagogischen Kontext dargestellt. Zudem werden konkrete Konzepte und Methoden für einen resilienzfördernden Unterricht vorge-stellt. Der empirische Teil basiert auf strukturierten Einzelinterviews mit 17 Kindern ei-ner zweiten Schulstufe. Die erhobenen Daten werden anhand eines standardi-sierten Auswertungsverfahrens analysiert und hinsichtlich der Ausprägung ver-schiedener Resilienzfaktoren interpretiert.Die Ergebnisse zeigen eine insgesamt hohe bis sehr hohe Resilienzausprägung innerhalb der untersuchten Stichprobe, wobei insbesondere Selbstwirksamkeit, Problemlösefähigkeit und soziale Kompetenzen stark ausgeprägt sind. Im Ver-gleich dazu weisen emotional-reflexive Kompetenzen, insbesondere die Selbst- und Fremdwahrnehmung, geringere Ausprägungen auf. Zudem deuten die Er-gebnisse darauf hin, dass stabile soziale Beziehungen sowie die spezifischen Rahmenbedingungen einer ländlichen Kleinschule resilienzförderlich wirken können. Die Erkenntnisse dieser Arbeit leisten einen Beitrag zum besseren Verständnis der Resilienzentwicklung im Volksschulalter und bieten praxisrelevante Hinweise für die gezielte Förderung von Resilienz im schulischen Kontext.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht das subjektive Erleben schulischer Belastung und dessen Zusammenhang mit dem schulischen Wohlbefinden von Schüler:innen im Volksschulalter. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Schule nicht nur ein Lernort, sondern auch ein zentraler Lebensraum für Kinder ist, in dem sowohl positive als auch belastende Erfahrungen gemacht werden. Ziel der Arbeit ist es, aus der Perspektive von Volksschulkinder zu erfassen, welche schulischen Situationen als belastend wahrgenommen werden, wie sich diese auf das Wohlbefinden auswirken und welche Bewältigungsstrategien Kinder im Umgang damit einsetzen. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Die Datenerhebung erfolgte mittels Gruppendiskussionen mit Schüler:innen im Volksschulalter, wodurch sowohl individuelle Erfahrungen als auch soziale Aushandlungsprozesse sichtbar gemacht werden konnten. Die Auswertung der Daten erfolgte anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse. Die Ergebnisse zeigen, dass schulische Belastungen insbesondere durch Leistungsanforderungen, soziale Interaktionen sowie strukturelle Rahmenbedingungen entstehen. Gleichzeitig wird deutlich, dass das schulische Wohlbefinden stark von positiven Beziehungen, unterstützenden Lernumgebungen und Erfolgserlebnissen geprägt ist. Die Kinder verfügen über unterschiedliche Bewältigungsansätze, die sowohl problemfokussierte als auch emotionsfokussierte Ansätze umfassen. Insgesamt verdeutlicht die Arbeit die enge Wechselwirkung zwischen schulischer Belastung und Wohlbefinden. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise für die Gestaltung eines unterstützenden Schulumfelds sowie für die Förderung von Bewältigungskompetenzen im frühen Schulalter.
Diese Masterarbeit untersucht das Potenzial der webbasierten Plattform Chrome Music Lab zur Erweiterung und Bereicherung des Musikunterrichts im Volksschulkontext. Ziel ist es, die didaktischen Chancen und praktischen Herausforderungen des Einsatzes digitaler Musiktools zu analysieren. Auf Basis musikpädagogischer Theorien sowie aktueller Forschung zur Digitalisierung im Unterricht wird das Tool hinsichtlich seiner Funktionen, didaktischen Einsatzmöglichkeiten und technischer Voraussetzungen beleuchtet. Ergänzend erfolgt eine empirische Erhebung mittels qualitativer Interviews mit Lehrpersonen, um deren Erfahrungen, Perspektiven und Einschätzungen einzubeziehen. Die Ergebnisse zeigen, dass Chrome Music Lab von den befragten ehrpersonen überwiegend positiv bewertet wird. Besonders hervorgehoben werden die hohe Motivation der Schülerinnen und Schüler, der spielerische Zugang zu musikalischen Inhalten sowie Möglichkeiten zur kreativen und individuellen Auseinandersetzung mit Musik. Gleichzeitig werden praktische Herausforderungen, insbesondere im Zusammenhang mit technischer Ausstattung und organisatorischen Rahmenbedingungen, deutlich. Die Arbeit beleuchtet die Potenziale digitaler Werkzeuge für die musikalische Förderung von Schülerinnen und Schüler im Volksschulalter. Sie versteht sich als Beitrag zur Diskussion über eine zeitgemäße, mediengestützte Musikpädagogik im schulischen Kontext und richtet sich insbesondere an Lehrkräfte sowie bildungspolitische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Auswirkungen von täglich bewegtem Mathematikunterricht auf die mathematische Leistungsfähigkeit und Motivation von Volksschulkindern. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass körperliche Aktivität nicht nur die Gesundheit fördert, sondern auch kognitive Prozesse und Lernbereitschaft positiv beeinflussen kann. Vor diesem Hintergrund wurde die zentrale Hypothese aufgestellt, dass bewegter Mathematikunterricht nachhaltiges Lernen unterstützt und zu besseren Leistungen führt als herkömmlicher Unterricht. Die Untersuchung basiert auf einer Interventionsstudie über sechs Wochen an einer Volksschule in Vorarlberg, in der die Interventionsgruppe täglich körperlich aktiv in Mathematikaufgaben eingebunden wurde, während eine Kontrollgruppe traditionellen Frontalunterricht erhielt. Die Ergebnisse zeigen, dass es im Hinblick auf die mathematische Leistungsfähigkeit innerhalb des kurzen Zeitraums keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen gab, was auf die begrenzte Dauer der Intervention und spezifische Rahmenbedingungen zurückgeführt wird, die in der Arbeit detailliert erläutert werden. Hinsichtlich der Motivation zeigten die Schülerinnen und Schüler eine hohe Lernbereitschaft, und die Mehrheit der Kinder äußerte den Wunsch, weiterhin bewegten Mathematikunterricht zu erhalten. Die Arbeit liefert sowohl theoretische Grundlagen zu den entwicklungspsychologischen, lern- und lehrplanspezifischen Voraussetzungen für Mathematiklernen als auch empirische Hinweise auf die motivationalen Vorteile bewegter Unterrichtsformen. Die Ergebnisse unterstützen die Relevanz von bewegtem Lernen für die Unterrichtsgestaltung und bieten praktische Hinweise für die Umsetzung in der Volksschule.
Die Erstellung einer Schulhomepage als kooperativer Prozess am Beispiel der Volksschule Schoppernau
(2026)
Die digitale Öffentlichkeitsarbeit von Schulen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Schulhomepages nehmen dabei eine zentrale Rolle als Informations- und Kom-munikationsplattform ein. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Entwicklung ei-ner Schulhomepage an der Volksschule Schoppernau als kooperativen Prozess zu planen, umzusetzen und zu evaluieren. Methodisch basiert die Arbeit auf einem qualitativ-formativ ausgerichteten For-schungsdesign. Hierzu wurden Interviews mit den Lehrpersonen geführt sowie eine anschließende Evaluation der erstellten Webseite durch die Eltern mittels Fragebogen durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Einbindung der Lehrpersonen, eine klare Strukturierung der Inhalte und eine benutzerfreundliche Gestaltung entscheidende Erfolgsfaktoren darstellen. Die Evaluation durch die Eltern bestä-tigt eine überwiegend positive Wahrnehmung der entwickelten Schulhomepage. Die Arbeit verdeutlicht, dass eine kooperative Herangehensweise wesentlich zum Erfolg der Homepageentwicklung beiträgt und als Modell für andere Schulen dienen kann.
In der vorliegenden Masterarbeit wird untersucht, wie die Umsetzung inklusiver Bildung an Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen aus der Perspektive von Lehrpersonen gelingt. Ziel der qualitativen Studie ist es, das Spannungsfeld zwischen der pädagogischen Vision und der schulischen Umsetzungspraxis an sogenannten Brennpunktstandorten zu beleuchten. Hierfür wurden drei leitfadengestützte Interviews mit Lehrpersonen einer Vorarlberger Volksschule durchgeführt und mithilfe der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lehrpersonen Inklusion primär als positive pädagogische Haltung und soziale Bereicherung erleben. Dabei überträgt sich die Offenheit der Lehrkräfte unmittelbar auf das soziale Miteinander, sodass die Schüler:innen Vielfalt als Normalität akzeptieren und eine intuitive Hilfsbereitschaft entwickeln. Dieser visionäre Anspruch wird jedoch durch belastende Rahmenbedingungen erschwert: Ein eklatanter Mangel an personellen Ressourcen sowie ein hoher administrativer Dokumentationsaufwand führen zu massiven Belastungen und dem Gefühl pädagogischer Isolation. Die Arbeit verdeutlicht zudem, dass soziale Ungleichheit im System dadurch verfestigt wird, dass strukturelle Defizite maßgeblich durch den persönlichen Kraftakt der Lehrkräfte kompensiert werden müssen. Da der Bildungserfolg somit von der individuellen Belastbarkeit der Lehrkraft abhängt, anstatt durch systemische Strukturen abgesichert zu sein, bleibt die Benachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Milieus faktisch bestehen.
Vor diesem Hintergrund schließt sich die Arbeit der bildungspolitischen Forderung nach einer bedarfsorientierten Ressourcensteuerung über einen Chancen-Index an. Dieser wird von Akteuren wie der Arbeiterkammer sowie der Schulentwicklungsforschung gegenüber der Bildungsadministration gefordert, um die Verantwortung für das Gelingen von Inklusion von der individuellen Ebene zurück auf die Systemebene zu verlagern.
Diese Masterarbeit behandelt zwei wesentliche Übergänge im österreichischen Bildungssystem: den Wechsel vom Kindergarten zur Volksschule und den Wechsel von der Volksschule zur Sekundarstufe I. Beide Übergänge sind bedeutende Entwicklungsphasen, in denen sich institutionelle Anforderungen, soziale Kontexte und die individuellen Erwartungen der Kinder und ihrer Familien verändern. Übergänge sind nicht nur organisatorische Wechsel, sondern prägen Bildungswege nachhaltig und können sowohl neue Chancen bieten als auch Unsicherheiten und Benachteiligungen verstärken. Die Arbeit hat das Ziel, diese Übergangsprozesse sowohl theoretisch als auch empirisch zu untersuchen und die Wahrnehmungen sowie Erfahrungen der beteiligten Akteurinnen und Akteure sichtbar zu machen. Der theoretische Abschnitt behandelt unter anderem gesetzliche Rahmenbedingungen, historische Entwicklungen von Bildungsübergängen sowie wesentliche Einflussfaktoren wie Schulreife, soziale Herkunft, Leistungsbeurteilung und institutionelle Strukturen. Zusätzlich werden pädagogische Unterstützungsmaßnahmen sowie Konzepte zur Gestaltung erfolgreicher Übergänge präsentiert. Der empirische Teil stützt sich auf ein qualitatives Forschungsdesign, das leitfadengestützte Interviews umfasst. In zwei Teilstudien werden zum einen die Sichtweisen der Eltern auf den Übergang vom Kindergarten in die Volksschule und zum anderen die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Volksschule in die Sekundarstufe I untersucht. Die Auswertung wird mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring durchgeführt. Die Ergebnisse der ersten Teilstudie zeigen, dass der Übergang in die Volksschule überwiegend als positiv und weitgehend unproblematisch wahrgenommen wird. Die Kinder erleben den Schuleintritt vor allem mit Vorfreude und Stolz, während Unsicherheiten eher auf Seiten der Eltern auftreten. Als zentrale Gelingensbedingungen erweisen sich strukturierte Unterstützungsmaßnahmen, transparente Kommunikation sowie persönlicher Kontakt. Herausforderungen ergeben sich vor allem durch organisatorische Unklarheiten sowie durch eine als unübersichtlich empfundene Informationsweitergabe. Insgesamt wird deutlich, dass weniger der Übergang an sich, sondern vielmehr dessen Gestaltung entscheidend für das Erleben ist. In der zweiten Teilstudie wird sichtbar, dass der Übergang in die Sekundarstufe I von den Schülerinnen und Schülern als emotional bedeutsame und vielschichtige Phase erlebt wird. Neben positiven Gefühlen wie Vorfreude, anfänglicher Orientierungslosigkeit, insbesondere im Hinblick auf die neue Schulumgebung, die Größe der Schule sowie veränderte soziale Strukturen. Auch die neuen Anforderungen im schulischen Alltag und die Umstellung auf mehrere Lehrpersonen werden als herausfordernd beschrieben. Gleichzeitig wird deutlich, dass unterstützende Faktoren wie soziale Einbindung, Orientierungshilfen und eine schrittweise Eingewöhnung den Übergang erleichtern und zu einem positiven Erleben beitragen können. Auf Basis der Ergebnisse wird deutlich, dass gelingende Übergänge sowohl von strukturellen als auch von sozialen und individuellen Faktoren abhängen. Während beim Übergang in die Volksschule insbesondere transparente Kommunikation, institutionelle Zusammenarbeit und unterstützende Maßnahmen für Eltern und Kinder von Bedeutung sind, zeigt sich beim Übergang in die Sekundarstufe I die Relevanz von Orientierung, sozialer Eingewöhnung und der Umgang mit neuen Anforderungen im Vordergrund. Insgesamt wird die Bedeutung einer bewusst gestalteten und kindzentrierten Begleitung von Bildungsübergängen deutlich.
Fehler sind Helfer
(2025)
Das Konzept des Growth Mindsets basiert auf der Überzeugung, dass
Fähigkeiten und Intelligenz nicht festgelegt sind, sondern durch Anstrengung, kontinuierlichem Lernen und gezielten Strategien weiterentwickelt werden können. Das Konzept fördert eine positive Einstellung zum Lernen, ermutigt dazu, Fehler als Lernchance zu sehen und nicht vor Herausforderungen zurückzuschrecken. In engem Zusammenhang zum Growth Mindset stehen die Aspekte Selbstkonzept, Selbstwert und Achtsamkeit. Diesen Begriffen kommt im schulischen Kontext eine zentrale Rolle zu, da sie von großer Bedeutung für die
Persönlichkeitsentwicklung sind. Das Konzept des Growth Mindsets ist daher besonders in der Volksschule von großer Relevanz, da es einen bedeutenden Beitrag zur Förderung der Lernmotivation sowie zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder leisten kann.
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit den Forschungsfragen, wie bekannt das Konzept des Growth Mindsets an den Volksschulen in Vorarlberg ist und inwieweit es bereits im schulischen Alltag Anwendung findet. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde eine quantitative Erhebung mittels Online-Fragebogen durchgeführt. Dieser enthält auch offene Fragen, um qualitative Einblicke in persönliche Sichtweisen der befragten Lehrpersonen zu erhalten und ein tieferes Verständnis der Thematik zu erlangen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Konzept bislang noch nicht weitverbreitet ist, aber dennoch ein großes Interesse daran besteht, dieses in Zukunft im eigenen Unterricht zu integrieren. Diese Masterarbeit dient daher nicht nur der Erkenntnisgewinnung, sondern setzt auch einen Impuls, Lehrpersonen mit dem Konzept des Growth Mindsets vertraut zu machen und sie zu einer vertieften Auseinandersetzung anzuregen.
Insgesamt zeigt die Masterarbeit auf, dass das Konzept des Growth Mindsets ein wirkungsvoller Ansatz zur Stärkung der Lern- und Entwicklungsprozesse von Kindern sein kann, jedoch benötigt dessen Umsetzung eine bewusste Auseinandersetzung und sollte daher vermehrt im Studium oder in Fort- und Weiterbildungen verankert werden.
Der Eintritt in den Lehrberuf stellt eine kritische Phase dar, die oft von einer Diskrepanz zwischen hoher anfänglicher Motivation und der komplexen schulischen Realität geprägt ist(Keller-Schneider, 2020).
Das beeinflusst besonders das subjektive Wohlbefinden von Berufseinsteiger:innen. Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Einflussfaktoren auf das subjektive Wohlbefinden von Volksschullehrpersonen in den ersten Berufsjahren sowie deren individuelle Bewältigungsstrategien. Den theoretischen Rahmen bilden das Wohlbefindensmodell nach Becker (1991) und die berufsphasenspezifischen Entwicklungsaufgaben nach Keller-Schneider (2020). Zur Beantwortung der Forschungsfrage„Welche spezifischen Einflussfaktoren erleben Volksschullehrpersonen in ihren ersten Berufsjahren als besonders relevant für ihr Wohlbefinden, und welche Bewältigungsstrategien wenden sie an oder erachten sie als hilfreich im Umgang mit diesen Faktoren?“ wurden leitfadengestützte Interviews mit zwei Berufseinsteigerinnen aus Vorarlberg geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass das subjektive Wohlbefinden ein hochdynamisches mehrdimensionales Konstrukt ist, der unmittelbar an die erfolgreiche Bewältigung der Entwicklungsaufgaben gekoppelt ist. Während administrative Hürden und die intensive Emotionsarbeit als primäre Stressoren wirken, stellt die informelle soziale Einbindung in das Kollegium den wichtigsten entlastenden Schutzfaktor dar. Zudem belegt die Untersuchung einen zentralen Reifeprozess. Die Lehrpersonen entwickeln sich von einem anfänglich reaktiven Erleben hin zu einem proaktiven, selbstwirksamen Handeln. Dieser Wandel wird durch Strategien der bewussten räumlich -zeitlichen Abgrenzung und präventive Beziehungsarbeit im Klassenzimmer gestützt. Die Arbeit verdeutlicht, dass neben formellen Mentoring - Programmen vor allem die aktive Förderung von Resilienz und informellen Kooperationskulturen entscheidend ist, um die Gesundheit der Lehrkräfte und damit die Qualität des Unterrichts langfristig zu sichern.
Kurzfilme sind wie Gedichte
(2025)
Metaphern sind ein essenzieller Bestandteil unserer Sprache und prägen unser Denken. Doch wie nehmen Kinder die metaphorische Bildsprache wahr? Diese Masterarbeit untersucht das Metaphernverständnis von Volksschulkindern anhand des animierten Kurzfilmes Float (2019).
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu verdeutlichen, dass Filme als moderne Ausdrucksform ebenso wirkungsvoll im Schulunterricht eingesetzt werden können wie Gedichte. Sie bieten eine kreative und vielseitige Möglichkeit, sprachliche und emotionale Kompetenzen zu fördern. Durch die Analyse des metaphorischen erständnisses von Kindern, anhand des Kurzfilmes Float, wird deutlich, dass filmische Erzählweisen tiefgehende Reflexionen und emotionale Zugänge ermöglichen – ähnlich wie poetische Texte. Dies unterstreicht das Potenzial von Filmen, den Unterricht damit nicht nur zu bereichern, sondern ihn auch zeitgemäß und abwechslungsreich zu gestalten.
Um die Forschungsfrage, welche Mehrdeutigkeitspotenziale sowohl im Medium Film als auch bei Schülerinnen und Schülern der Grundstufe II zu finden sind, beantworten zu können, werden drei methodische Ansätze der qualitativen Forschung kombiniert.
Die Ergebnisse zeigen, dass Volkschulkinder ein erstaunlich differenziertes Verständnis für bildsprachliche Elemente entwickeln können. Zudem sind sie in der Lage, kritisch über zentrale Themen des Filmes, wie soziale Anpassung, Freiheit und individuelle Identität, zu reflektieren. Auch offenbart die Analyse ein Spannungsfeld zwischen Identifikation mit der Hauptfigur und dem Bewusstsein für gesellschaftliche Erwartungen.
Geschlechtergerechtigkeit
(2024)
As we are writing the introduction to this special issue we are looking back on the online summer semester 2020, which has profoundly and perhaps lastingly impacted how we do American Studies, not least by pushing us to embrace digital technologies to an extent unimaginable half a year ago. Did we really need a viral pandemic to provide the necessary push for some of our colleagues to become (more) digitally naturalized? Of course not. On the other hand, we would have appreciated practical guidelines and offers of technical support for our digital teaching ideas (as most universities have provided them in the last months) much earlier. Yet, most of these offerings were merely technological or only contained a list of tools available. How can we think critically about our tools, and how can we implement them successfully?
Lehramtsstudierende in Österreich erleben sich im Spannungsfeld ihrer individuellen, inneren Mehrsprachigkeit. Diese bezeichnet das eigene Sprachenrepertoire, das aus der Kenntnis mehrerer Sprachen, aber auch Varietäten, besteht (vgl. Wandruszka 1979). Studierende haben in ihrer eigenen Schulzeit vermehrt Dialekt gesprochen und gehört. Im Rahmen der Ausbildung werden sie mit ihrer Vorbildfunktion bezogen auf die Verwendung von Bildungssprache konfrontiert, da dies förderlicher für den Schriftspracherwerb und den Bildungserfolg der Schüler:innen ist. An sich selbst erleben viele jedoch, dass dieses Sprachregister sehr ungewohnt und für sie selbst wenig authentisch ist. Um das Bewusstsein der Studierenden von individueller, innerer Mehrsprachigkeit und die daraus resultierende Haltung gegenüber Varietäten der Schüler:innen näher zu untersuchen, wurde eine Vignettenstudie durchgeführt, die das dialektale Erzählen im Rahmen des Unterrichts in der Primarstufe thematisiert.
“No ideas but in things!” William Carlos Williams’s leitmotif for the modernist epic Paterson seems to anticipate the current renewal of academic attention to the materialities of culture: When the Smithsonian Institution accounts for The History of America in 101 Objects (Kurin) or when Neil MacGregor, designated director of the Humboldt Forum in Berlin, aims at telling The History of the World in 100 Objects (2011), they use specimens of material culture as register and archive of human activity. Individual exhibitions explore the role of objects in movements for social and political change (Disobedient Objects, Victoria and Albert Museum, London). Large-scale national museum projects like the new Humboldt Forum in Berlin or the National Museum of African American History and Culture in Washington, D.C., draw attention to the long existence of collections in Western institutions of learning and reveal the inherently political character of material culture—be that by underscoring the importance of institutional recognition of particular identities or by debates about provenance and restitution of human remains and status objects. The plethora of objects assembled in systematic as well as idiosyncratic collections within and outside the university is just beginning to be systematically explored for their roles in learning and education, funded by national research organizations such as the German BMBF.1 In theatrical performances, things function as discussion prompts in biographical work (Aufstand der Dinge, Schauspielhaus Chemnitz) or unfold their potential to induce a bodily experience (The Force of Things: An Opera for Objects, GK Arts Center, Brooklyn, NY). Things are present: as heritage, as commodities, as sensation; they circulate in processes of cognition and mediation, they transcend temporal and spatial distantiations. Things figure in narration and performance, in our everyday life practices, in political activism. They build knowledge of ourselves and others, influence the ways in which we interact with our fellow human beings, and in which we express or control our feelings. They combine the apparent concrete and the fleetingly abstract. Overall, things make us do things.
Obwohl digitaler Textverarbeitung heutzutage eine enorme Bedeutung zukommt und die Vermittlung entsprechender Kompetenzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz curricular verankert ist, bilden empirisch fundierte Konzepte zum Tastaturschreiben im deutschsprachigen Raum weitgehend ein Desiderat. International liegen jedoch Studien vor, die belegen, dass eine gezielte Förderung die Tastaturschreibfertigkeiten erhöhen und positive Effekte auf Rechtschreibung und Textproduktion haben kann. An diesen Ergebnissen setzt das D-A-CH-Projekt Didaktik des Tastaturschreibens und der Textverarbeitung (TasDi) an: Es zielt im Kern darauf, Lernmodule für das Tastaturschreiben zu entwickeln und zu evaluieren, die auf evidenzbasierten Erkenntnissen der Schreib- und Rechtschreibdidaktik aufbauen. Die länderübergreifende Perspektive ist aufschlussreich, da die schulische Implementierung des Tastaturschreibens im D-A-CH-Raum unterschiedlich fortgeschritten ist. In der ersten Phase des Projekts, die im Beitrag im Zentrum steht, erfolgt u.a. eine Analyse existierender Tastaturschreiblehrgänge. Diese zeigt, dass bisherige Lehrgänge v.a. an schreibmotorischen Prinzipien orientiert sind und durch eine schreib- und rechtschreibdidaktische Profilierung profitieren können.
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern forschendes Lernen im naturwissenschaftlichen Sachunterricht der Primarstufe dazu beitragen kann, dass Schüler:innen ihr Wissen auch außerhalb des schulischen Kontextes erweitern. Im Zentrum steht die Frage, ob experimentelle Lernangebote sowie außerschulische Lerngelegenheiten dazu führen, dass Kinder naturwissenschaftliche Phänomene im Alltag aufgreifen und weiterdenken.
Auf theoretischer Ebene werden zentrale Konzepte des forschenden Lernens, des Experimentierens, des naturwissenschaftlichen Lernens, des außerschulischen Lernens sowie des Transfers dargestellt und miteinander verknüpft. Dabei wird deutlich, dass insbesondere die Verbindung von handlungsorientierten Lernformen, Reflexion und lebensweltlichen Bezügen als Voraussetzung für nachhaltige Lernprozesse gilt.
Die empirische Untersuchung folgt einem Mixed-Methods-Ansatz und kombiniert Fragebögen, Interviews und Beobachtungen.
Die Ergebnisse zeigen, dass experimentelle Lernformen als motivierend erlebt werden und insbesondere das eigenständige Experimentieren als bedeutsam wahrgenommen wird. Gleichzeitig erfolgt der Transfer von schulischen Erfahrungen in den Alltag nicht bei allen Schüler:innen gleichermaßen.
Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass forschendes Lernen ein hohes Potenzial für naturwissenschaftliche Bildungsprozesse bietet, jedoch gezielte didaktische Maßnahmen erforderlich sind, um nachhaltige Lernprozesse sowie deren Transfer zu unterstützen.
Der Känguru-Test der Mathematik ist ein international verbreiteter Mathematikwettbewerb, der auch im österreichischen Schulkontext eine zunehmende Bedeutung erlangt hat. Ziel dieser Masterarbeit ist es, den Känguru-Test aus mathematikdidaktischer Perspektive zu analysieren und seine Eignung als Instrument zur Förderung mathematischer Kompetenzen im Volksschulbereich zu untersuchen. Im Zentrum steht die Frage, in welchem Ausmaß die Aufgaben des Wettbewerbs mit den Anforderungen des österreichischen Volksschullehrplans übereinstimmen und welches didaktische Potenzial sie für einen kompetenzorientierten Mathematikunterricht aufweisen.
Zur systematischen Analyse wurde ein Raster zur Klassifikation mathematischer Aufgabenformate entwickelt, das auf etablierten mathematikdidaktischen Kriterien basiert und für die spezifischen Rahmenbedingungen des Känguru-Tests adaptiert wurde. Mithilfe dieses Rasters wurden die Aufgaben des Känguru-Tests 2025 für die vierte Klasse Volksschule hinsichtlich zentraler Merkmale wie Offenheit, Problemlösecharakter, sprachlicher Anspruch, Kontextbezug, Repräsentationsform, Schüler:innenaktivität, Lösungswege sowie Lehrplankonformität analysiert.
Ergänzend zur Aufgabenanalyse wurden praxisbezogene Daten erhoben. Dazu zählen die Teilnahme einer vierten Volksschulklasse am Känguru-Test sowie eine Online-Umfrage unter Lehrpersonen, in der Einschätzungen, Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf den Wettbewerb erfasst wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Aufgaben überwiegend als geschlossene Problemlöseaufgaben konzipiert sind, jedoch insbesondere in höheren Schwierigkeitsstufen komplexes relationales und strukturelles Denken fördern. Insgesamt weist der Känguru-Test eine hohe Lehrplankonformität auf und besitzt bei reflektierter Nutzung ein relevantes didaktisches Potenzial für den kompetenzorientierten Mathematikunterricht der Volksschule.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die von Lehrpersonen wahrgenommenen Herausforderungen, Chancen und Hilfsmittel in der Planung sowie der Umsetzung im jahrgangsübergreifenden Unterricht. Dazu werden drei leitende Forschungsfragen bearbeitet: Welche Herausforderungen und Chancen nehmen die Lehrkräfte im jahrgangsübergreifenden Unterricht wahr? Welche Herausforderungen und Chancen nehmen die Lehrkräfte im jahrgangsübergreifenden Unterricht bei der praktischen Umsetzung wahr? Welche Hilfsmittel helfen den befragten Lehrkräften bei der Planung und Umsetzung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts?
Ziel der Arbeit ist es, sowohl quantitative Zusammenhänge als auch qualitative Perspektiven der Lehrpersonen zu erfassen. Hierfür wurde ein Mixed-Methods-Design gewählt, in Form einer Online-Umfrage (n=32) mit geschlossenen und offenen Fragen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der hohe Planungsaufwand, die Heterogenität der Lernenden und die Koordinationsplanung des Unterrichts als zentrale Herausforderungen in der Planung wahrgenommen werden. Zugleich werden jedoch Chancen wie das Einbinden vom Peer-Learning sowie die entstehende natürliche Förderung und Forderung der Lernenden betont.
In der Umsetzung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts gelten vor allem die kognitive Belastung und verschiedene Störfaktoren als herausfordernd. Dem gegenüber überwiegen die wahrgenommenen Chancen: Peer-Learning, Förderung sozialer Kompetenzen, Lernen nach Kompetenzen und gesteigerte Lernmotivation.
Als unterstützende Hilfsmittel nennen die Lehrkräfte neben dem Peer-Learning vor allem strukturierende Rituale, klare Lernarrangements sowie Unterrichtsmethoden wie Stationsarbeit und Wochenpläne, welche zum kontinuierlichen Unterrichtsfluss beitragen.
Diese Masterarbeit untersucht die Bedeutung der Bindung zwischen Kind und Pferd im Kontext des therapeutischen Reitens und deren Einfluss auf die sozial-emotionale sowie motorische Entwicklung von Kindern mit Beeinträchtigungen. Die Theoretische Grundlage bilden die Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth sowie entwicklungspsychologische Ansätze zur sozial-emotionalen Entwicklung und tiergestützten Therapie. Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, inwiefern die emotionale Beziehung zwischen Kind und Pferd einen entwicklungsfördernden Beitrag im therapeutischen Reitprozess leisten kann.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein qualitativ-empirischer Ansatz gewählt. Mittels leitfadengestützter Interviews mit Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen sowie mit erfahrenen Reittherapeuten wurden subjektive Wahrnehmungen und Erfahrungen erhoben und inhaltsanalytisch ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Bindung zwischen Kind und Pferd von Eltern und Therapeuten als zentraler Wirkfaktor wahrgenommen wird. Das Pferd wird als verlässlicher, wertfreier und feinfühlig reagierender Beziehungspartner erlebt, der Vertrauen, emotionale Sicherheit und Selbstwirksamkeit fördert, während gleichzeitig durch die rhythmischen Bewegungen Körperwahrnehmung, Gleichgewicht und motorische Fähigkeiten gestärkt werden.
Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass therapeutisches Reiten als ganzheitlicher Förderansatz verstanden werden kann, in dem Beziehung, Bewegung und Emotion eng miteinander verknüpft sind. Für die Praxis wird eine bindungsorientierte Gestaltung des therapeutischen Settings empfohlen, die auf Feinfühligkeit, Kontinuität und geeignete Rahmenbedingungen ausgerichtet ist.
Das achtsame Klassenzimmer
(2025)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht Potenziale, Grenzen und Gelingensbedingungen achtsamkeitsbasierter Interventionen (ABI) in der Sekundarstufe I sowie deren bildungstheoretische Legitimation. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Beschleunigung und steigender Belastungen verknüpft der theoretische Rahmen psychologische, neurowissenschaftliche und bildungstheoretische Perspektiven. In einem quasi-experimentellen Prä-Post-Design mit Kontrollgruppe (N = 65) wurden drei kurze ABI-Sequenzen in zwei Interventionsgruppen durchgeführt und mit dem Mindfulness Youth Inventory (MindYou; Strack et al., 2024) über sieben Skalen erfasst. Die Outcomes wurden primär anhand der fünf empirisch bestätigten Skalen des MindYou-Inventars (Gegenwärtiges Bewusstsein, Bewusstes Handeln, Akzeptanz/Nicht-Urteilen, Kognitive Nicht-Reaktivität, Emotionale Nicht-Reaktivität) analysiert; zwei zusätzliche theoretische Facetten (Bewusstsein für externe Stimuli, Nicht-vermeidende Haltung) werden explorativ berichtet. Praktisch relevante Zugewinne zeigen sich insbesondere in Gegenwärtigem Bewusstsein und Bewusstem Handeln, während affektive Dimensionen heterogen verlaufen. Die Befunde sind konsistent mit Wirkmodellen (Aufmerksamkeit/Emotionsregulation, Selbstgewahrsein) und verweisen auf Dosis-, Kontext- und Implementationssensibilität. Wirksamkeit entsteht, wenn ABI entwicklungsangemessen, traumasensibel und professionsgestützt in einen Whole-School-Ansatz eingebettet werden. Methodische Limitationen (kleine Stichprobe, fehlende Paar-IDs/aktive Kontrollen, kurzer Zeitraum) werden reflektiert. Insgesamt erscheint Achtsamkeit nicht als isolierte Technik, sondern als Bildungsprinzip, das Selbstregulation, Beziehungskompetenz und nachhaltige Entwicklung fördern kann – sofern es kritisch reflektiert und systemisch verankert wird.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht Zusammenhänge zwischen der bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz und der körperlichen Aktivität von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I sowie die Wirkung eines schulischen Unterrichtskonzepts zur Förderung dieser Kompetenz.
Die Analyse basiert auf einer Datenerhebung zu zwei Erhebungszeitpunkten (Pre- und Post-Test) in mehreren Schulstufen. Zur Erfassung der bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz wurden sowohl performancebasierte als auch selbsteingeschätzte Erhebungsinstrumente (PPAHL-C und PAHL-C) eingesetzt. Ergänzend wurden Angaben zur körperlichen Aktivität mithilfe ausgewählter Items aus der HBSC-Studie erhoben. Die Auswertung erfolgte differenziert nach Schulstufen.
Die Ergebnisse zeigen, dass zwischen dem Niveau der bewegungsbezogenen
Gesundheitskompetenz und der Häufigkeit körperlicher Aktivität kein durchgehend linearer Zusammenhang besteht. Veränderungen im Bewegungsverhalten lassen sich nicht eindeutig aus Veränderungen der Kompetenzwerte ableiten. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse darauf hin, dass schulische Interventionen einzelne Dimensionen der bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz beeinflussen können, wobei sich schulstufenabhängige Unterschiede zeigen. Die Arbeit unterstreicht damit die Bedeutung bewegungsbezogener Gesundheitskompetenz als eigenständigen Bildungsbereich im schulischen Kontext.
Educational assessment practices substantially shape the educational trajectories of students with migration backgrounds and can, under certain conditions, contribute to the reproduction of social hierarchies by privileging dominant cultural and linguistic capital. Informed by Mecheril’s theorization of schools as sites of norm production in migration societies and Prengel’s concept of non-degrading, participatory pedagogy, this thesis investigates how structural arrangements and pedagogical approaches in Austria and Finland condition the fairness of grading for migrant students. It examines grading not as a neutral technical procedure but as a relational and inherently political practice embedded in broader power relations.
Methodologically, the study adopts a mixed-methods design that combines a systematic literature review, practitioner-based inquiry in Austrian schools, and empirical classroom observations and interviews in a Finnish university-affiliated training school. This design enables an analysis of how meritocratic ideals, migration-related diversity, and ethical claims to inclusion intersect in assessment practices. The findings indicate that in Austria, early tracking, a strong reliance on standardized German language proficiency, and the uneven integration of intercultural and migration pedagogical perspectives in teacher education can restrict the potential for equitable assessment. In Finland, by contrast, delayed tracking, systematic use of formative assessment, language-aware curricula, and multi-professional collaboration tend to support more inclusive grading practices that better accommodate learners’ diverse linguistic repertoires and developmental trajectories, although these advantages are mediated by institutional resources and local conditions.
The thesis argues—drawing on Prengel’s ethics of recognition and Mecheril’s critique of deficit-oriented constructions of the “Other”—that enhancing fairness in grading requires coherent, system-wide reform that aligns assessment policies, teacher education, and school culture with principles of social justice. In particular, the integration of multilingual assessment practices, including translanguaging-oriented approaches, is discussed as a means of enabling more valid demonstrations of subject knowledge and responding to UNESCO’s call for inclusive, linguistically responsive education. Advancing equity in grading is thus shown to depend not only on individual teacher dispositions but also on sustained institutional and policy commitments to diversity-aware, reflexive, and participatory assessment regime.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten und Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz (KI) im schulischen Alltag aus der Perspektive von Lehrpersonen sowie die Frage, inwieweit sich Unterricht mithilfe solcher Technologien und Tools planen lässt. Im einleitenden theoretischen Teil werden zentrale Begriffe wie KI, Machine Learning und Deep Learning klar abgegrenzt, Potenziale und Grenzen diskutiert und Rahmenmodelle auf ihre Bedeutsamkeit für die Lehrer:innenbildung übertragen. Im empirischen Teil werden qualitative Interviews mit fünf Lehrpersonen geführt und ausgewertet, um Einblicke in den aktuellen Gebrauch, Hemmnisse und Fortbildungsbedarfe zu gewinnen. Dabei wurde das deduktive Verfahren nach Mayring ausgewählt und die Interviews und Aussagen der Interviewpartner:innen wurden dementsprechend in Kategorien zugeordnet. Dabei wurde recht klar, dass die Verwendung von KI unter Lehrpersonen aktuell eher eine Nebenrolle spielt. Aufgrund dessen wurde nach dem empirischen Teil eine „kleine Handreichung“ erstellt, welche Lehrpersonen verwenden könnten, um sich selbst an KI-Tools anzutasten und diese in ihren Unterricht zu integrieren. Erste Befunde zeigen Interesse an individualisierten Fördermöglichkeiten, gleichzeitig jedoch Unsicherheit im Umgang und Bedarf an gezielten Schulungen zum Prompt-Engineering und zur kritischen Nutzung von KI. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass KI-Werkzeuge die Unterrichtsplanung sinnvoll unterstützen können, ihre Potenziale jedoch nur unter fachlich-didaktischer Reflexion und begleitender Fortbildung voll ausgeschöpft werden.
Auswirkungen verbesserter Informationsdarstellungen von Deutsch-Lehrbücher im Primarstufenbereich
(2025)
Betrachtet man den aktuellen Stand wissenschaftlicher Literatur zur Typografie, so sieht man deutlich, dass ihre Relevanz in Fragen der Lesbarkeit unumstritten ist. Ironischerweise findet diese Auseinandersetzung gerade im Bezug auf Leseanfänger und -anfängerinnen bzw. im Kontext der Pädagogik der Primarstufe noch kaum statt. Diese Arbeit unterwirft das Schulbuch einer (typo-)grafischen Analyse und versucht, damit einen Teil zur Schließung dieser Forschungslücke beizutragen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einsatz Professioneller Lerngemeinschaften (PLGs) in der Lehrkräfteausbildung. Ziel der Untersuchung ist es, dass Studierende auf Grundlage ihrer Erfahrungen, die sie während des Lehramtsstudiums in einer PLG gesammelt haben, das Konzept in die Schulen tragen. Dadurch sollen sie als zukünftige Lehrpersonen motiviert werden, an einer PLG teilzunehmen oder gegebenenfalls selbst eine PLG zu initiieren. Die erhobenen Daten wurden mittels eines Fragebogens mit offenen und geschlossenen Fragestellungen deskriptiv ausgewertet. Dabei wurde besonders darauf geachtet, welchen Beitrag die PLG-Arbeit zur Professionalisierung, zur Motivation sowie zur zukünftigen Beteiligung an PLGs leisten kann. Es wurden sowohl qualitative als auch quantitative Daten berücksichtigt. Für die Auswertung der offenen Fragen kam die induktive Inhaltsanalyse zum Einsatz.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Format der PLGs eine attraktive Form kooperativen Lernens darstellt. Die Studierenden konnten durch ihre aktive Teilnahme ihre professionelle Handlungskompetenz erweitern und vertiefen. Zudem veränderte sich das Kooperationsverhalten der Teilnehmenden im Verlauf der Zusammenarbeit positiv.
Weiterhin zeigte sich, dass die Teilnahme an einer PLG die Motivation erhöht, künftig an weiteren PLGs mitzuwirken. Darüber hinaus werden verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung der Umsetzung und Gestaltung von PLGs im Lehramtsstudium aufgezeigt. Wenn bestimmte Voraussetzungen für die praktische Umsetzung erfüllt sind, erweist sich die PLG als wirkungsvolle Methode zur Förderung professioneller Kompetenz.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem österreichischen Bildungsangebot im Bereich „Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit“ und dem aktuellen Wissensstand von Kindern am Ende der Grundschule.
Im ersten Teil wird erläutert, welche Rolle die Schule in Bezug auf nachhaltige und ökologische Wertevermittlung spielt. Die erforderlichen Kompetenzen von sowohl Lehrenden als auch von Lernenden, werden genannt. Anschließend werden die österreichischen Lehrpläne analysiert und verglichen. Darauf folgen Implikationen für die Bildungsarbeit. Lehrpersonen bekommen dabei verschiedene
Umsetzungsmöglichkeiten aufgezeigt. Bewährte Projekte und Initiativen aus Österreich werden im Anschluss vorgestellt und näher beschrieben.
Im zweiten Teil der Arbeit werden der Wissensstand, das Umweltverhalten und das Umweltbewusstsein der Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundstufe mithilfe eines Fragebogens untersucht und analysiert. Ziel ist es, herauszufinden, ob die bereits gesetzten Maßnahmen in der österreichischen Bildungslandschaft Wirkung zeigen. Auch soll aus der Befragung hervorgehen, in welchen Themenbereichen weiterer Handlungsbedarf besteht. In einer Zusammenfassung werden anschließend die Ergebnisse reflektiert und mögliche weitere Schritte aufgeführt.
Classroom Management
(2025)
Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, wie Lehrpersonen in der Volksschule Aspekte des Classroom Managements einsetzen, um Unterrichtsstörungen vorzubeugen und angemessen darauf zu reagieren. Die Forschungsfrage lautet: Welche Aspekte des Classroom Managements werden von Lehrpersonen in der Volksschule zur Prävention und Intervention von Unterrichtsstörungen herangezogen?
Unterrichtsstörungen zählen zu den größten Herausforderungen im schulischen Alltag und beeinträchtigen sowohl den Lernprozess als auch das Unterrichtsklima. Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, wirksame Präventions- und Interventionsstrategien zu identifizieren, die im Rahmen des Classroom Managements eine erfolgreiche Unterrichtsgestaltung ermöglichen.
Im theoretischen Teil werden grundlegende Begriffsklärungen, Ursachen und Formen von Unterrichtsstörungen erarbeitet sowie zentrale Konzepte des Classroom Managements vorgestellt. Anschließend werden praxisnahe Ansätze zur Störungsprävention und zum professionellen Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen erläutert.
Der empirische Teil basiert auf qualitativen Leitfadeninterviews mit vier Volksschullehrpersonen. Die Auswertung erfolgt mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz. Ziel ist es, praxisbezogene Einblicke in konkrete Handlungsmuster zu gewinnen und zentrale Strategien herauszuarbeiten, mit denen Unterrichtsstörungen in der Volksschule begegnet werden kann.
Diese Masterarbeit untersucht die Potenziale und Grenzen der Montessori-Pädagogik im Kontext des österreichischen Regelschulsystems. Ziel der Studie ist es, zu analysieren, inwiefern dieses reformpädagogische Konzept kindzentrierten Unterricht fördert und welche Herausforderungen bei der Umsetzung im schulischen Alltag entstehen. Im Rahmen der empirischen Untersuchung wurden vier qualitative Interviews mit Lehrpersonen durchgeführt, die über eine abgeschlossene Montessori-Ausbildung verfügen und die Grundprinzipien dieser Pädagogik aktiv in ihrem Unterricht anwenden. Alle befragten Lehrpersonen arbeiten im Regelschulkontext, orientieren sich jedoch in unterschiedlichem Ausmaß an der Montessori-Pädagogik. Dadurch konnten vielfältige Perspektiven auf Chancen und Grenzen der Implementierung gewonnen werden. Auf Grundlage theoretischer Analysen und empirischer Ergebnisse konnten zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert werden. Die Befunde zeigen, dass die Prinzipien der Montessori-Pädagogik insbesondere Individualisierung, Selbstständigkeit, handlungsorientiertes Lernen und intrinsische Motivation begünstigen. Gleichzeitig erschweren strukturelle Rahmenbedingungen – wie große Klassen, enge curriculare Vorgaben und begrenzte Ressourcen – eine konsequente Umsetzung im Regelschulkontext. Die Arbeit liefert praxisnahe Erkenntnisse, die Impulse für die Weiterentwicklung kindzentrierter Unterrichtsformen geben und dazu beitragen können, lernförderliche und partizipative Schulumgebungen nachhaltig zu gestalten.
Diese Masterarbeit untersucht die Bedeutung von Kleinschulen für ländliche Gemeinden am Beispiel von Schnepfau, Bersbuch und Warth in Vorarlberg. Auf Basis qualitativer Interviews mit Eltern, Lehrpersonen und Bürgermeistern wird gezeigt, dass Kleinschulen weit über ihre Bildungsfunktion hinauswirken. Sie stärken Gemeinschaftsgefühl und Identität, verknüpfen Schule mit der Lebenswelt der Kinder und fördern soziales Lernen im jahrgangsübergreifenden Unterricht. Zugleich entstehen besondere Herausforderungen für Lehrkräfte. Der Erhalt von Kleinschulen ist eng mit Familienfreundlichkeit, Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der Gemeinden verbunden.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht schulische Förderkonzepte für Schüler:innen mit psychosozialen und sozial-emotionalen Belastungen im deutschsprachigen Raum. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass diese Zielgruppe im Bildungssystem häufig unzureichend berücksichtigt wird, insbesondere wenn keine formale Diagnose vorliegt. Ziel der Arbeit ist es, bestehende Fördermodelle in Österreich, Deutschland und der Schweiz vergleichend zu analysieren und deren Wirksamkeit unter strukturellen, professionsbezogenen und pädagogischen Bedingungen zu bewerten. Theoretisch basiert die Arbeit auf einem erweiterten Verständnis des Psychosozialen als Wechselwirkung individueller psychischer Prozesse mit sozialen Kontextfaktoren. Diese Perspektive wird durch das bio-psycho-soziale Paradigma und das ökologisch-systemische Entwicklungsmodell von Bronfenbrenner vertieft, die kindliches Verhalten im Zusammenspiel von Person und Umwelt begreifen. Ergänzend werden bildungstheoretische Ansätze von Comenius, Rousseau, Pestalozzi und Humboldt herangezogen, um die normativen Grundlagen von Bildung, Teilhabe und Förderung zu reflektieren. Die Ergebnisse zeigen, dass in allen drei Ländern der Zugang zu schulischer Unterstützung eng an diagnostische Klassifikationen gebunden ist. Schüler:innen mit psychosozialen Belastungen ohne formale Zuweisung bleiben häufig institutionell unversorgt. Wirksam erweisen sich hingegen multiprofessionelle und sozialraumorientierte Förderansätze, die Beziehung, Prävention und Teilhabe ins Zentrum stellen. Die Arbeit schließt mit bildungspolitischen und professionsbezogenen Implikationen für eine inklusive Schulentwicklung, die psychosoziale Belastungen als legitimen Bestandteil pädagogischer Verantwortung begreift.
Im Interview: Ersan Ballı
(2025)
Nataliya Neier ist gebürtige Ukrainerin und lebt seit 23 Jahren in Österreich. Sie ist ausgebildete Hebamme und Kinderkrankenpflegerin und hat sich in Österreich im Bereich Mentaltraining weitergebildet. Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine ist Frau Neier als Quereinsteigerin in der Deutschförderung tätig – zunächst in einer Deutschförderklasse an der Mittelschule in Nenzing und seit Herbst 2024 als Lehrerin im Lernraum Schule und Kultur.
Mohammad Rahmo wurde in Syrien geboren und lebt seit drei Jahren in Österreich. An der Universität Aleppo studierte er Lehramt für Volksschulen. In Syrien war er bereits als Lehrer tätig und unterrichtete anschließend sieben Jahre lang geflüchtete Kinder in der Türkei. Neben seiner Erstsprache Arabisch spricht Herr Rahmo auch Türkisch. Nach seiner Ankunft in Österreich absolvierte er mehrere Deutschkurse und ist seit Herbst 2024 als Lehrer im Lernraum Schule und Kultur tätig.
Die Forschungsgebiete unserer Interviewpartnerin Frau Prof. Dr. Rymarczyk umfassen u. a. Bilingualen Sachfachunterricht für die Primar- und Sekundarstufe. Ferner untersucht sie den simultanen Schriftspracherwerb Deutsch-Englisch ab Klasse 1, was eng verknüpft ist mit der Erforschung der Frage, wie Grundschullehrpersonen die ersten englischen Schreibversuche von Kindern korrigieren.
Wo entstehen strukturelle, kulturelle und sprachliche Missverständnisse, die die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Schüler:innen und Eltern beeinträchtigen? Ein speziell entwickeltes Weiterbildungskonzept für Lehrkräfte an deutschen Schulen verknüpft wissenschaftliche Erkenntnisse mit Unterrichtserfahrungen ukrainischer Lehrkräfte in Deutschland. Es beleuchtet zentrale Herausforderungen schulischer Integration und bietet praxisnahe Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Integration.
Sprachliche Bildung ist zentrale Aufgabe der Schule, um allen Schülerinnen und Schülern das Erreichen fachlicher Bildungsziele zu ermöglichen. Das Lehr- und Lernvideo „Sprache als Schlüssel“ sieht sich als Angebot für Lehrende in der Pädagog:innenbildung, um angehende und in der Praxis stehende Lehrpersonen für die Bedeutung eines Gesamtkonzepts zur Sprachenbildung mit all seinen Facetten zu sensibilisieren.
The fine art of speaking
(2025)
Synergieeffekte können durch gleiche Lernaufgaben und ein ähnliches Thema im Englisch- und deutschsprachigem Sachunterricht erzielt werden. Die Erfolgserlebnisse im Englischunterricht können die Motivation zur Bearbeitung herausfordernder Aufgaben in anderen Fächern steigern. Der kleinschrittige Aufbau im Englischunterricht mit Beispielsätzen und -strukturen, ähnlich dem Ansatz des generativen Schreibens, ermöglicht ein besseres Verständnis darüber, wie Texte allgemein aufgebaut werden können.
Obwohl die Bildungsstandards, die Lehrpläne sowie Fachliteratur eine Einbeziehung von Mehrsprachigkeit in den Unterricht einstimmig fordern, bieten approbierte Lehrwerke nur wenige und zugleich recht unterschiedliche Vorschläge dazu, wie dieses heute so wichtige Thema im Deutsch- und DaZ-Unterricht gewinnbringend, d. h. im Sinne der Förderung eines Sprach(en)bewusstseins, einbezogen werden kann.
In diesem Praxisbeitrag zeigen wir für den Schulkontext, wie – ausgehend von einem für den Kindergarten entwickelten Konzept und adaptiert für den Schulkontext – der mehrsprachige Wortschatz als Grundlage für weitere Sprachhandlungen optimal gefördert werden kann. Wir stellen – aus Platzgründen – in diesem Beitrag nur die Wortschatzarbeit im Kindergartenprojekt vor sowie die Adaption für die Sommerschule und den Regelunterricht. Insgesamt zielen das Projekt und Material auf die Förderung der Sprachhandlungsfähigkeit ab.
Eine altersadäquate Entwicklung der Sprachkompetenzen in Deutsch gilt als Schlüsselkompetenz für die aktive Teilhabe in unserer Gesellschaft. Die Unterstützung der Kinder bei ihrer sprachlichen Entwicklung zählt somit zu den wesentlichen Aufgaben von Akteurinnen und Akteuren in Bildungsinstitutionen. Gerade der frühen Sprachförderung kommt insofern eine große Bedeutung zu, da dadurch erhofft wird, an der Schaffung von Chancengerechtigkeit hinsichtlich der bevorstehenden Bildungslaufbahn positiv mitzuwirken.
Wie nutzen mehrsprachige Schüler:innen ihre gesamten sprachlichen Ressourcen im (schulischen) Alltag – und was bedeutet das für den Erwerb der deutschen Sprache? Der Beitrag beleuchtet anhand einer Fallstudie, wie die mehrsprachigen Ressourcen von Schüler:innen und einer Lehrkraft im Sprachförderunterricht tatsächlich eingesetzt werden – und wie die Lehrkraft, Eltern und Schüler:innen selbst ihre Mehrsprachigkeit wahrnehmen, erleben und bewerten. Aus den dabei festgestellten Differenzen ergibt sich die Notwendigkeit evidenzbasierter, gruppenspezifischer und individualisierender sowie gegebenenfalls digital gestützter Sprachförderansätze.
Der Beitrag beschäftigt sich mit der sprachlichen Integration von Schüler:innen aus der Ukraine an österreichischen Schulen. Anhand einer konversationsanalytischen Auswertung von Unterrichtsaufnahmen wird untersucht, ob und wie deren mehrsprachige Ressourcen im Deutschunterricht aufgegriffen und genutzt werden. Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung der Einbeziehung der individuellen Sprachrepertoires geflüchteter Schüler:innen, insbesondere in der sensiblen Phase des Übergangs in die Regelklasse.
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Sprachproduktion bei Schüler:innen in der Volksschule anzuregen durch dialogisches Vorlesen. Es wurden dafür drei verschiedene Bilderbücher mit den Schüler:innen gelesen: (1) ein Bilderbuch mit überwiegendem Textanteil (Echte Freunde und die Sache mit dem Mut), (2) ein Bilderbuch mit ausgewogenem Bild-Schrifttext Verhältnis (Wer überrascht denn da die Zipfelmaus?) und (3) ein textloses Bilderbuch (Die Torte ist weg!). Für Bilderbuch 1 wurde die Methode des klassischen Vorlesens verwendet, während für Bilderbuch 2 und 3 die Methode des Dialogischen Vorlesens angewandt wurde, für welche CROWD Fragstellungen vorbereitet und verwendet wurden. Es nahmen 9 Schüler:innen an der Untersuchung teil. Die Auswertung der gesprochenen Gesamtwortanzahl ergab, dass die Schüler:innen bei der Bilderbuchbetrachtung des textlosen Bilderbuchs, mit einem prozentualen Anteil von 88,32 %, am meisten sprachen. Bei dem Bilderbuch 2 liegt der prozentuale Anteil der Schüler:innen bei 33,07 % und bei dem Bilderbuch 1 bei 5,19 %. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass, um Schüler:innen zur Sprachproduktion anregen zu können, besonders die Verwendung eines textlosen Bilderbuchs geeignet ist.
Angesicht der zunehmenden sprachlichen Vielfalt und der digitalen Lebensrealität vieler Kinder gewinnen die Themen Mehrsprachigkeit und Digitalisierung zunehmend an didaktischer Relevanz, wobei das Lesen ein zentrales Bildungsziel darstellt. Mehrsprachige Schülerinnen und Schüler zählen häufiger zur Gruppe der Risikoleserinnen und Risikoleser, weshalb sie differenzierte Ansätze der Leseförderung benötigen. Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet dabei neue didaktische Potenziale, insbesondere im Bereich der Leseförderung.
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss mehrsprachiger digitaler Bilderbücher auf die Lesemotivation von Schülerinnen und Schülern einer Volksschule. Die Forschung erfolgte in zwei Phasen. In einer ersten quantitativen Erhebung wurden die Leseinteressen der Kinder aus vier zweiten Klassen einer Volksschule analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Themen „Freundschaft“, „Tiere“ und „Natur“ von den Schülerinnen und Schülern als besonders spannend bewertet wurden. Auf dieser Grundlage wurden drei Bilderbücher ausgewählt, ins Türkische übersetzt, digitalisiert und mit Hörbuchfunktionen versehen. Die zweite Phase der Forschung umfasst eine qualitative Untersuchung, bei der die mehrsprachigen digitalen Bilderbücher über einen Zeitraum von drei Wochen im Unterricht einer zweiten Klasse eingesetzt wurden. Die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: Wie und in welcher Weise beeinflussen mehrsprachige digitale Bilderbücher die Lesemotivation von Schülerinnen und Schülern einer Volksschule? Die Datenerhebung erfolgte mittels Methodentriangulation, bestehend aus Fragebögen, Beobachtungen und Interviews.
Die Ergebnisse zeigen, dass mehrsprachige digitale Bilderbücher die Lesemotivation der Schülerinnen und Schüler steigern. Insbesondere das mehrsprachige Angebot sowie die digitale Gestaltung mit auditiver Unterstützung wirken sich positiv auf die Lesemotivation aus.
In der vorliegenden Forschungsarbeit wird untersucht, inwieweit subjektiv wahrgenommene Unterrichtsstörungen mit der Berufserfahrung, den emotionalen und sozialen Kompetenzen sowie der Classroom-Management-Kompetenz von Volksschullehrpersonen in Zusammenhang stehen. Ziel ist es, zentrale personale Einflussfaktoren zu identifizieren, die das Erleben und die professionelle Bewältigung von Störungen im Unterrichtsalltag prägen.
Im Rahmen einer quantitativ angelegten Querschnittsuntersuchung wurden n = 74 Lehrpersonen mittels standardisiertem Online-Fragebogen zu ihrer Berufserfahrung, ihrem Umgang mit Unterrichtsstörungen sowie zu ausgewählten Aspekten emotionaler Selbstregulation, Beziehungsgestaltung und Klassenführung befragt. Die zentrale Forschungsfrage zielte darauf ab, Zusammenhänge zwischen beruflicher Erfahrung und der subjektiven Störungswahrnehmung sowie mögliche moderierende Effekte personaler Kompetenzen zu identifizieren.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Lehrkräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung Unterrichtsstörungen tendenziell häufiger wahrnehmen als erfahrenere Kolleg:innen. Ferner zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen emotionaler Kompetenz und der wahrgenommenen Handlungssicherheit im Umgang mit Störungen. Auch ein hohes Maß an Classroom-Management-Kompetenz ging mit einer geringeren Belastung durch Störungen einher. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich personale Schutzfaktoren, insbesondere im Bereich der Emotionsregulation und Klassenführung, günstig auf das subjektive Belastungserleben und die pädagogische Handlungsfähigkeit auswirken.
Die vorliegenden Befunde liefern empirisch gestützte Hinweise darauf, dass die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen sowie praxisnaher Handlungssicherheit bereits in der Lehrer:innenbildung zentrale Ansatzpunkte für ein professionelles Störungsmanagement darstellen. Ein vertieftes Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse erfordert künftige Studien, die langfristig angelegt sind und unterschiedliche Methoden kombinieren.
Die Digitale Grundbildung wurde im Schuljahr 2022/23 in der Sekundarstufe I als eigenständiges Pflichtfach eingeführt – und ist nun im neuen, kompetenzorientierten Lehrplan verankert, der seit dem Schuljahr 2023/24 aufsteigend für die Mittelschulen in Österreich gilt. Dieser Lehrplan gliedert die Digitale Grundbildung in fünf Kompetenzbereiche und stellt mit dem sogenannten Frankfurt-Dreieck ein zentrales fachliches Konzept vor. Die Umsetzung dieser neuen Konzepte in der schulischen Praxis stellt angesichts des aktuellen Lehrpersonenmangels in Österreich eine Herausforderung dar.
Diese Arbeit untersucht, wie mit Hilfe des Frankfurt-Dreiecks ein Kompetenzraster für diesen Lehrplan entwickelt werden kann. Die Anforderungen an das Raster werden aus aktuellen didaktischen Theorien abgeleitet und durch eine empirische Dokumenten-Analyse bestehender Pläne und Raster ergänzt.
Das Resultat der vorliegenden Arbeit ist ein mehrteiliges Kompetenzplanungssystem. Das Herzstück bildet der Modulplaner, der Kompetenzen mit digitalen Artefakten verknüpft.
Digitale Artefakte sind exemplarische Unterrichtsbeispiele, die eine didaktisch und fachlich sinnvolle Verknüpfung verschiedener Lehrplanbezüge ermöglichen. Die Module, also konkret ausformulierte Varianten der digitalen Artefakte einschließlich ausführlicher Lernziele, sind im Katalog dokumentiert. Ergänzend ermöglicht das Leistungsprofil die Zuordnung von Leistungsnachweisen nach erreichtem Anforderungsniveau je Modul. Das Startpaket Start25 stellt eine exemplarische Umsetzung für den schnellen, praktischen Einsatz im Unterricht dar.
Damit schließt die Arbeit die Lücke zwischen Lehrplan und Unterrichtspraxis. Sie stellt einen unmittelbar einsetzbaren, skalierbaren Rahmen für kompetenzorientierte Planung bereit, der sowohl in der Lehrer*innenausbildung nutzbar als auch auf andere Fächer übertragbar ist.
In den letzten Jahren hat sich das Berufsbild von Volksschullehrpersonen deutlich gewandelt. Gesellschaftliche Veränderungen, der anhaltende Lehrkräftemangel sowie globale Krisen wie die COVID-19-Pandemie haben den schulischen Alltag stark beeinflusst und zu einer spürbaren Verdichtung der Arbeitsbelastung geführt. Insbesondere im Primarstufenbereich sind heute vielfältige pädagogische Berufsgruppen mit unterschiedlichen Ausbildungswegen tätig. Diese Entwicklungen haben zu einer Zunahme individueller und struktureller Belastungen geführt. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Masterarbeit, wie sich unterschiedliche pädagogische Konzepte mit besonderem Fokus auf die
auf das subjektive Belastungserleben von Lehrpersonen an Volksschulen auswirken.
Ziel der Untersuchung war es, das Belastungserleben von Lehrpersonen zu analysieren und Zusammenhänge mit schulischen Rahmenbedingungen, pädagogischen Ausrichtungen sowie individuellen Ressourcen zu identifizieren. Im Zentrum stand die Frage, ob spezifische Strukturen und Prinzipien der Montessori-Pädagogik entlastend oder belastend auf den Berufsalltag wirken. Darüber hinaus wurden gesellschaftliche Veränderungen, etwa die Integration nichtdeutschsprachiger Kinder oder die Herausforderungen des Distanzlernens, auf ihre Auswirkungen auf das Belastungserleben hin beleuchtet.
Die methodische Umsetzung erfolgte mijels einer quantitativen Erhebung mit standardisiertem Fragebogen, der an LehrerInnen aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg verteilt wurde. Erhoben wurden u. a. die persönliche Belastungseinschätzung, berufliche Zufriedenheit, psychosomatische Symptome sowie schulformspezifische Arbeitsbedingungen. Die Datenauswertung basierte auf deskriptiven Verfahren, Korrelationsanalysen sowie multiplen linearen Regressionsanalysen, um den eigenständigen Einfluss einzelner Belastungsfaktoren unter Kontrolle anderer Variablen zu prüfen und die Güte des Gesamtmodells zu bestimmen.
Die Ergebnisse zeigen, dass das pädagogische Konzept allein kein signifikanter Prädikator für das Belastungserleben ist. Zwischen Regelschulen und Montessori-Schulen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede im wahrgenommenen Stressniveau. Die Regressionsanalyse verdeutlicht jedoch, dass insbesondere Zeitdruck, administrative Anforderungen und fehlende Planzeiten im Gesamtmodell einen bedeutsamen Einfluss auf das Stressniveau haben, während kollegiale Unterstützung und Teamteaching entlastend wirken. Lehrpersonen an Montessori-Schulen berichteten zudem tendenziell häufiger von positiven Wirkungen klar strukturierter Lernumgebungen und höherer Selbstwirksamkeit. Weitere Belastungsquellen lagen vor allem in umfangreichen administrativen Tätigkeiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
Insgesamt unterstreicht die Arbeit die Bedeutung eines ganzheitlichen Verständnisses schulischer Belastungsfaktoren. Präventionsmaßnahmen sollten die Teamkultur stärken und Lehrpersonen gezielt in Stressbewältigungsstrategien schulen. Die Ergebnisse leisten einen praxisorientierten Beitrag zur Debaje um LehrerInnengesundheit und zur nachhaltigen Schulentwicklung.
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob ein kontextoptimierter Unterrichtsansatz wesentliche Fortschritte im Grammatikerwerb bei Vorschüler_innen fördern kann. Die Anwendung und das Verständnis für Grammatik sind einem Menschen mit deutscher Muttersprache angeboren. Die Grammatikentwicklung erfolgt in aufeinander aufbauenden Phasen und schreitet mit zunehmendem Alter sukzessiv voran. Die anfänglichen grammatischen Fähigkeiten erwerben Kindern in den ersten zwei bis drei Lebensjahren im familiären Umfeld. In der zweiten Instanz entwickeln sich diese Fähigkeiten mithilfe von Pädagog_innen, Erzieher_innen, etc. im Kindergartenalter weiter. Doch bei manchen Kindern verläuft die Entwicklung nicht erwartungsgemäß. Einige Kinder stoßen in diesem Bereich auf Herausforderungen, die den Lernprozess verlangsamen und häufig gezielte Fördermaßnahmen erforderlich machen. Grammatische Störungen werden dabei mit Defiziten in der Informationsverarbeitung sowie eingeschränkten sprachlichen Verarbeitungsfähigkeiten in Verbindung gebracht. Gleichermaßen treten bei Kindern mit einer anderen Muttersprache Verzögerungen beim Grammatikerwerb auf, da sie die grammatischen Strukturen der deutschen Sprache in der Regel später erlernen. D.h., ihr grammatischer Spracherwerb beginnt mit einer Stagnation, sodass sie in der Grundstufe oft über das grammatische Niveau von zwei- bis dreijährigen Kindern verfügen.
Seit Jahrzenten werden Bemühungen unternommen und neue Therapiekonzepte aufgebaut, um diese Herausforderung zu überwinden. Hans-Joachim Motsch ist ein diplomierter Logopäde und entwickelte aus diesem Grund im Jahr 1999 das Konzept der Kontextoptimierung. Das Ziel ist dabei, die grammatischen Fähigkeiten bei Kindern mit Spracherwerbsstörungen zu fördern. Hier liegt der Fokus auf dem Entdecken und Anwenden von grammatischen Strukturen. Der sprachliche Austausch zwischen der Lehrperson und den Kindern ist daher ein wichtiger Ankerpunkt.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Untersuchung, wie kontextoptimierter Unterricht den Grammatikerwerb bei Kindern fördert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Herstellung eines Alltagsbezugs im Deutschunterricht, der Entdeckung grammatischer Phänomene und der Überwindung von Blockaden beim Grammatiklernen. Es wird untersucht, ob und inwieweit ein kontextoptimierter Unterricht zu signifikanten Fortschritten im Erwerb grammatischer Strukturen führt.
Draußen unterrichten
(2025)
Die vorliegende Arbeit untersucht den Draußenunterricht in Naturparkschulen des Naturparks Nagelfluhkette, mit besonderem Fokus auf didaktische Konzepte, Methoden und deren Wirkungen auf Schüler:innen. Ziel war es, zu analysieren, wie dieser Unterricht Fachwissen, Umweltbewusstsein, Bewegung und soziales Verhalten beeinflusst. Der Naturpark Nagelfluhkette mit seinen Naturparkschulen steht dabei beispielhaft für ein nachhaltiges Bildungsmodell, das regionale Besonderheiten in den Unterricht integriert. Die Naturparkschulaktionen sind thematisch auf vier Bereiche ausgerichtet, bauen aufeinander auf und kombinieren direkte Naturerfahrungen mit praktischen Aktivitäten, um ökologische Zusammenhänge erlebbar zu machen. Die empirische Grundlage bilden qualitative Untersuchungen durch Beobachtungen von sechs Naturparkschulaktionen sowie Experteninterviews mit zwei Rangerinnen. Die erhobenen Daten wurden systematisch ausgewertet, verglichen und mit dem theoretischen Rahmen verknüpft. Die Ergebnisse zeigen, das kontextgebundene Naturerfahrungen Fachwissen vertiefen und in Kombination mit Reflexion zu einem wachsenden Umweltbewusstsein beitragen. Bewegungsintensive Aktivitäten erhöhen körperliche Aktivität und fördern motorische Fähigkeiten. Zugleich wird soziales Verhalten wie Kommunikation und Kooperation gestärkt. Insgesamt zeigt diese Arbeit, dass Draußenunterricht ganzheitliches Lernen durch Naturerfahrungen ermöglicht.
Meditation im Schulalltag
(2025)
Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, zu untersuchen, inwiefern Meditation als pädagogisches Instrument geeignet ist, um die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprozesse von Schüler:innen im Schulalltag zu fördern. Ausgangspunkt ist die Forschungsfrage: Welche Auswirkungen hat die regelmäßige Durchführung von Meditationspraktiken auf die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitsleistung der Schüler:innen im Schulalltag? Zugrunde liegt die Annahme, dass Schüler:innen, die regelmäßig Meditationspraktiken im Schulalltag durchführen, eine höhere Konzentrationsfähigkeit bzw. gesteigerte Aufmerksamkeitsleistung aufweisen als Schüler:innen, die keine oder selten entsprechende Praktiken ausüben. Zur Beantwortung der Fragestellung werden im theoretischen Teil sowohl die Konstrukte Aufmerksamkeit und Konzentration mitsamt ihrer Diagnostik als auch Entspannungsverfahren und Meditation behandelt. Im empirischen Teil werden im Rahmen eines Mixed-Methods-Designs sowohl quantitative als auch qualitative Daten erhoben. Zum Einsatz kommen ein standardisierter Konzentrations- und Aufmerksamkeitstest, Schüler:innen- und Lehrer:innen-Fragebögen sowie Experteninterviews mit Schulleitungen. Die Ergebnisse zeigen, dass die subjektiven Einschätzungen von Schüler:innen, Lehrpersonen und Schulleitungen auf positive Wirkungen meditativer Praktiken hinweisen, während die objektiven Testergebnisse keine signifikanten Unterschiede erkennen lassen. Die Hypothese einer gesteigerten Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung regelmäßig meditierender Schüler:innen konnte somit nicht bestätigt werden. Gleichwohl verdeutlicht die Untersuchung das Potenzial meditativer Praktiken im schulischen Kontext.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Wahrnehmung und Bedeutung partizipativer Strukturen in der Schule aus SchülerInnensicht. Im Fokus steht die Frage, ob und inwieweit Lernende partizipative Formate wahrnehmen, nutzen und als bedeutsam für das eigene Lernen empfinden. Zudem wird theoretisch reflektiert, welche Rahmenbedingungen Partizipation im Unterricht fördern können und ob sie die Motivation der SchülerInnen positiv beeinflussen kann. Die Basis des theoretischen Teils der Arbeit bilden bildungswissenschaftliche, demokratietheoretische und motivationspsychologische Grundlagen zur Partizipation. Der empirische Teil umfasst eine Befragung von SchülerInnen in der 7. und 8. Schulstufe, bei der ihre Einschätzungen zu vorhandenen Partizipationsmöglichkeiten in der Schule erfasst wurden. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass schulische Partizipation von vielen SchülerInnen wahrgenommen wird, aber maßgeblich von den Rahmenbedingungen und der jeweiligen Gestaltung abhängt. Strukturell verankerte Möglichkeiten zur Partizipation tragen tendenziell dazu bei, die Motivation der Lernenden positiv zu beeinflussen. Die Arbeit erweitert das Verständnis partizipativer Prozesse im schulischen Kontext und stellt Überlegungen zur Bedeutung struktureller Bedingungen für gelingende Partizipation an.
Kommunikation ohne Worte
(2025)
Diese Masterarbeit befasst sich mit nonverbaler Kommunikation und ihrer Rolle in der Klassenführung, insbesondere in sprachlich vielfältigen Klassen. Im Mittelpunkt steht der Einsatz von Bild-Schrift-Karten und Gesten mit Unterrichtsanweisungen, die insbesondere Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache helfen sollen, Unterrichtsabläufe und Regeln besser zu verstehen. Diese Arbeit thematisiert nonverbale Ausdrucksweisen wie Mimik, Gestik, ..., welche die Kommunikation unterstützen und kulturell unterschiedlich interpretiert werden können. Im Schulkontext ist nonverbale Kommunikation ein zentrales Instrument der Klassenführung. Sie dienen der Strukturierung, Steuerung und Förderung der Aufmerksamkeit. Die Merkmale der Klassenführung zeigen, dass erfolgreiche Klassenführung präventiv und ganzheitlich ist, statt nur disziplinierend. Insbesondere in sprachlich vielfältigen Klassen erleichtert nonverbale Kommunikation die Verständigung und unterstützt den Lernprozess. Sprachsensibler Unterricht sowie das CLIL-Konzept fördern gleichzeitig den Erwerb fachlicher und sprachlicher Kompetenzen. Dabei kann Scaffolding gezielt als Unterstützungsmaßnahme genutzt werden. Die Untersuchung basiert auf der Annahme, dass nonverbale Ausdrucksformen wie Mimik, Gestik und visuelle Symbole die Verständigung bei sprachlichen Barrieren fördern. Diese Annahme wurde mit Hilfe von Unterrichtsbeobachtungen, Schülerreflexionen und Lehrpersonenbefragungen überprüft und zeigt, dass nonverbale Kommunikation, durch den Einsatz von Bild-Schrift-Karten und Gesten, ein wirksames Mittel zur Unterstützung der Klassenführung in sprachlich vielfältigen Primarschulklassen darstellt und positive Effekte auf die Sprachreproduktion und das soziale Miteinander bewirkt.
Die emotionale Gesundheit von Vorschulkindern spielt eine entscheidende Rolle für ihre langfristige psychische und körperliche Gesundheit, ihren Bildungserfolg und ihre soziale Teilhabe. Besonders die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, zu benennen und angemessen zu regulieren, bildet die Grundlage emotionaler Kompetenz und fördert ein konstruktives Miteinander sowie eine gelungene Kommunikation. Unklarheiten im Umgang mit Emotionen können hingegen zu Gefühlen der Unsicherheit und der Entfremdung führen und sogar erhebliche Kommunikationsprobleme oder konflikthafte Auseinandersetzungen verursachen.
Das Vorschulalter bietet ein sensibles Zeitfenster, in dem emotionale und soziale Kompetenzen erlernt werden können. Eine gezielte Förderung im Elementarbereich ist daher sinnvoll, um frühzeitig emotionale Stabilität und gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Ein zentrales Ziel ist es, Kindern ein Gefühl von innerer Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln und ihnen gleichzeitig klare Grenzen aufzuzeigen. Diese emotionale Basis bildet nicht nur die Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl, sondern fördert auch die Entwicklung weiterer zentraler Fähigkeiten.
Kinder kommen jedoch bereits mit unterschiedlichen Vorerfahrungen und Prägungen in den Vorschulbereich, da ihre emotionale Entwicklung im engen sozialen Umfeld der Familie beginnt. Besonders die frühe und mittlere Kindheit sind von Übergängen wie dem Wechsel vom Elternhaus in Krabbelgruppe, Kindergarten und Schule geprägt. Diese individuellen Erfahrungen beeinflussen die emotionalen und sozialen Kompetenzen der Kinder.
Umso wichtiger ist es, dass Pädagogen den Kindern gezielt Strategien zur Unterstützung bereitstellen und sie beim Erwerb sozialer und emotionaler Kompetenzen begleitend fördern und dabei die Individualität des Kindes zu respektieren. Vielmehr geht es darum, vorhandene Ressourcen zu stärken und den Kindern zu helfen, Emotionen zu regulieren und Bedürfnisse bewusst zu steuern. Dadurch wird die Grundlage dafür geschaffen, dass die Kinder selbstständig und verantwortungsbewusst handeln sowie flexibel auf Veränderungen reagieren können.
Die vorliegende Arbeit zeigt praxisnahe Wege auf, wie Pädagog*innen emotionale Kompetenzen gezielt im Vorschulalltag fördern können.
Die globalen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Schulen und Bildungssysteme waren sowohl erheblich als auch differenziert. Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit ist die Beantwortung der Frage, wie Schüler*innen im Globalen Süden und Globalen Norden mit den plötzlichen neuen Anforderungen des digitalen Lernens – bedingt durch die temporäre Schließung der Schulen – zurechtkamen. Besonders spannend dabei war, die Aussagen von Lehrpersonen aus unterschiedlichen Ländern zur aktiven Lernzeit der Schüler*innen und Gegebenheiten zu analysieren und zu vergleichen. Im Rahmen dieser Studie wurden daher Befragungen mit Lehrpersonen aus verschiedenen Schulsystemen in Sri Lanka und Brasilien vor Ort durchgeführt. So konnten sowohl Herausforderungen als auch die positiven Veränderungen in der Zeit der Pandemie mittels Interviews mit Betroffenen aus erster Hand identifiziert werden. Die qualitative Datenerhebung erfolgte bei einer zweimonatigen Lehrtätigkeit in Sri Lanka sowie im Austausch mit Lehrpersonen und Professor*innen in Brasilien. Darüber hinaus wurden Meinungen von Lehrkräften und pädagogischem Fachpersonal aus dem Globalen Norden eingeholt. Die Interviewleitfragen basierten auf der Auseinandersetzung mit einschlägiger Fachliteratur aus dem deutschsprachigen Raum, um einen fundierten Vergleich der Aussagen hinsichtlich der Auswirkungen auf die aktive Lernzeit von Schüler*innen zu ermöglichen.
Die Ergebnisse der Auswertung der Interviews ergaben, dass erhebliche Unterschiede in der aktiven Lernzeit zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden festzustellen sind. Während im Globalen Norden durch den raschen Einsatz digitaler Technologien und bestehende Infrastrukturen eine gewisse Unterrichtkontinuität bewahrt werden konnte, sahen sich die Bildungseinrichtungen im Globalen Süden mit tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Besonders der eingeschränkte Zugang zu digitalen Endgeräten, instabile Internetverbindungen und eine mangelnde Unterstützung durch Bildungspolitik und Administration führten vielerorts zu einem deutlichen Rückgang der aktiven Lernzeit. Trotz dieser Herausforderungen zeigten sich in den Interviews auch kreative Lösungsansätze und lokale Innovationsstrategien, etwa durch den Einsatz von alternativen Kommunikationskanälen oder der Nutzung informeller Lernräume. Die qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) diente als methodisches Fundament zur systematischen Kategorisierung und vergleichenden Auswertung der Interviewdaten.
Die Studie leistet somit einen Beitrag zum besseren Verständnis globaler Bildungsungleichheiten im Kontext krisenbedingter Schulschließungen und zeigt auf, inwiefern strukturelle Voraussetzungen, politische Rahmenbedingungen und kulturelle Kontexte die Lernzeit von Schüler*innen beeinflussen. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für zukünftige Bildungsplanung und Forschung in international vergleichender Perspektive.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht das innovative Unterrichtskonzept des FREI DAY, das Schüler*innen durch projektorientiertes Lernen in die Lage versetzt, gesellschaftliche Herausforderungen eigenverantwortlich anzugehen. Die
theoretische Grundlage bildet eine Verknüpfung des Konzepts mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die die gesellschaftliche und globale Relevanz unterstreichen.
Im empirischen Teil wurden qualitative Interviews mit einer Lehrerin, zwei Direktorinnen und einer Elternvertreterin durchgeführt, um die praktische Umsetzung des FREI DAY und dessen Auswirkungen zu beleuchten. Die Ergebnisse zeigen, dass der FREI DAY die Eigenverantwortung, Motivation und Problemlösungsfähigkeit der Schüler*innen fördert. Gleichzeitig erfordert die Implementierung eine intensive Vorbereitung der Lehrkräfte, eine flexible Stundenplangestaltung und eine frühzeitige Einbindung der Eltern.
Die Arbeit verdeutlicht, dass der FREI DAY nicht nur das Lernen, sondern auch die Schulkultur transformieren kann, wenn Herausforderungen wie organisatorische Hürden und Akzeptanzprobleme aktiv adressiert werden. Abschließend liefert die Arbeit praxisnahe Handlungsempfehlungen und Impulse für die Weiterentwicklung des Konzepts, das als Modell für eine zukunftsorientierte Bildung dienen kann.
Belastung, Belastungsempfinden und Copingstrategien von Lehrpersonen einer Vorarlberger Volksschule
(2025)
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Belastung, Belastungsempfinden und Copingstrategien von Lehrpersonen einer Vorarlberger Volksschule“. Die eingehende Auseinandersetzung mit Belastungsfaktoren, individuellen Bewältigungsmustern und Belastungsreaktionen ist von entscheidender Bedeutung für das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit der Lehrkräfte. Trotz der Vielzahl an belastenden Faktoren sollte es möglich sein, angemessen mit diesen umzugehen, um die eigene Gesundheit zu bewahren und Freude an der Berufsausübung zu empfinden.
Im empirischen Teil der Arbeit wurden sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsmethoden eingesetzt, um diese Thematik umfassend zu untersuchen. Der Einsatz eines Fragebogens diente dazu, Grundinformationen und belastende Faktoren quantitativ zu erfassen. Parallel dazu ermöglichten Interviews tiefere Einblicke in die individuellen Erfahrungen und Bewältigungsstrategien der Lehrkräfte. Diese Methodenkombination gewährleistete eine umfassende Analyse der Belastung und der entsprechenden Reaktionen der Lehrkräfte.
Das Ziel dieser Forschung besteht darin, die Belastungsfaktoren sowie die persönlichen Copingstrategien der Lehrkräfte an diesem Schulstandort zu identifizieren. Die qualitative Analyse ergab, dass viele Lehrkräfte sowohl körperlich als auch psychisch stark beansprucht sind. Zu den größten Belastungsfaktoren zählen das Verhalten schwieriger Schüler und Schülerinnen sowie die Diversität innerhalb der Klassen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Unterstützungssysteme und Ressourcen sowohl auf schulischer als auch auf institutioneller Ebene notwendig sind, um die Lehrpersonen in ihrer wichtigen Rolle zu entlasten und ihre Motivation langfristig zu sichern.
Die Beschäftigung mit dem Thema Mathematikangst entstand aus meinen eigenen Erfahrungen im Unterricht. Immer wieder habe ich beobachtet, wie Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht zögern, etwas zu sagen oder sich zu Wort zu melden – nicht, weil ihnen das Wissen fehlt, sondern weil sie Angst haben, Fehler zu machen oder sich zu blamieren. Besonders vor Tests oder Prüfungen wird diese Unsicherheit oft noch größer. Diese Eindrücke haben mich nachdenklich gemacht und waren der Anlass, mich im Rahmen dieser Arbeit näher mit den Ursachen von Mathematikangst zu beschäftigen und nach Möglichkeiten zu suchen, wie man mehr Freude am Mathematiklernen fördern kann.
Gerade als angehende Lehrperson ist es mir ein besonderes Anliegen, einen Unterricht zu gestalten, in dem sich Schülerinnen und Schüler sicher fühlen und sich mit ihren Fragen zeigen dürfen, ohne dabei Angst vor einer schulischen Bewertung zu haben. Die emotionale Seite des Lernens wird im Schulalltag oft unterschätzt, dabei ist sie ein wesentlicher Schlüssel für Motivation, aktive Beteiligung im Unterricht und nachhaltigen Lernerfolg.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszuarbeiten, wie Unterrichtsmaterial für Volksschulkinder entwickelt werden kann, das gezielt zur Förderung von Werbekompetenz beiträgt und dabei sowohl die Anforderungen und Erwartungen von Lehrpersonen als auch die Bedürfnisse der Schüler*innen berücksichtigt. Hierfür wird auf der theoretischen Grundlage sowie auf der Basis von Studienergebnissen das Thema Mediensozialisation der Kinder beleuchtet. Anschließend wird Werbung alleinstehend und im Zusammenhang mit Kindern thematisiert. Zusätzlich wird die Medien- und Verbaucher*innenbildung und deren Bedeutung für Kinder beschrieben, wobei die Zusammenhänge für eine umfassende Werbekompetenz sichtbar werden. Daraufhin wird der Kompetenzerwerb in den Bildungskontext gebracht. Mithilfe der empirischen Forschung werden einerseits die Bedürfnisse und das Wissen von Volksschüler*innen und andererseits die Ansprüche an Unterrichtsmaterialien seitens der Lehrpersonen erfasst. Daraus folgend wird ein vielseitiges Materialpaket zum Thema Werbung und Konsum, unter Berücksichtigung des österreichischen Lehrplans der Volksschule, entwickelt. Zum Ende der Arbeit wird zusammenfassend betont, dass das Material den aktuellen Gegebenheiten entspricht, wobei festzuhalten ist, dass die Welt sich in einem stetigen Wandel befindet und sich der Unterricht auf allen Ebenen an diesem orientieren muss.
Die menschlichen Sinnesorgane ermöglichen die Wahrnehmung und Interpretation der Umwelt. Sie spielen eine wesentliche Rolle im Umgang mit der Außenwelt. Diese Arbeit erforscht, ob es möglich ist, den menschlichen Körper, speziell aber die Sinnesorgane kindgerecht zu erklären. Kinder sind sehr wissbegierig und wollen bereits im jungen Alter wissen, wie der menschliche Körper funktioniert. Diese Neugier wird im Lehrplan als Unterrichtsziel festgelegt. Lehrpersonen sollten dieses Interesse in den Unterricht einbauen. Ein besonderer Fokus dieser Arbeit liegt auf der forschenden Auseinandersetzung mit sensorischen Erfahrungen und der Anwendung einer Forschungswerkstatt als methodisches Konzept.
Durch experimentelle Ansätze und interaktive Methoden in der Forschungswerkstatt werden sensorische Wahrnehmungen von den Kindern analysiert und reflektiert. Ziel der Arbeit ist es, das Verständnis für die individuelle und kollektive Sinneserfahrung zu vertiefen. Die interdisziplinäre Verbindung von Neurowissenschaften, Psychologie und Bildungsforschung bietet einen ganzheitlichen Blick auf die Rolle der Sinnesorgane in menschlichen Erkenntnisprozessen.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht „Die Rolle der Unterstützten Kommunikation in der Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten bei Kindern mit frühkindlichem Autismus und Down-Syndrom“. Ziel der Arbeit ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Anwendung von Unterstützter Kommunikation (UK) bei diesen beiden Beeinträchtigungen zu analysieren und deren Auswirkungen auf Kommunikation und soziale Teilhabe zu erfassen.
Zentrale Forschungsfragen sind unter anderem: Inwieweit trägt die Anwendung von UK zur Verbesserung der kommunikativen Fähigkeit bei? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten bestehen zwischen der Nutzung von UK zwischen Kindern mit frühkindlichem Autismus und Down-Syndrom? Wie beeinflussen die Integration von UK in den Schulalltag das Selbstkonzept und die soziale Teilhabe?
Es wird die Hypothese aufgestellt, dass die regelmäßige Anwendung von UK zu einer signifikanten Verbesserung der verbalen und nonverbalen Kommunikationsfähigkeit führt. Zudem wird vermutet, dass das Selbstkonzept und die soziale Teilhabe positiv beeinflusst werden und dass Unterschiede bei der Anwendung von UK bei den zwei Beeinträchtigungen vorhanden sind.
Die Methodik umfasst vier qualitative und semistrukturierende Expert*innen-Interviews, die mittels Kuckartz transkribiert und ausgewertet werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Anwendung von UK bei beiden Beeinträchtigungen zu Fortschritten in der Kommunikation führt, jedoch unterschiedliche Anpassungen und Strategien erforderlich sind.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Rolle der Versuchsskizze beim Experimentieren im Sachunterricht und inwiefern diese Dokumentationsart fächerübergreifendes Lernen beeinflusst. Ziel der wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Bedeutung von Versuchsskizzen sowie das fächerübergreifende Lernen nach dem Anfertigen von Versuchsskizzen zu analysieren.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage: „Welche Rolle spielen Versuchsskizzen beim Experimentieren im Sachunterricht der Volksschule und inwiefern beeinflussen sie das fächerübergreifende Lernen?“ wird ein mehrteiliges Untersuchungsdesign gewählt. Zwei dritte Klassen werden miteinander verglichen: Die Vergleichsgruppe führt Experimente durch und dokumentiert diese mittels Versuchsskizze. Einige Tage später erstellen die Kinder der Vergleichsgruppe eine thematisch passende Kinderzeichnung. Die Kontrollgruppe fertigt ausschließlich die Kinderzeichnungen an. Beide Gruppen nehmen an Gruppendiskussionen teil. Ergänzend werden Volksschullehrpersonen mithilfe eines Fragebogens zur Nutzung von Versuchsskizzen befragt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Versuchsskizzen nicht nur zur Dokumentation genützt werden können, sondern auch das Beobachten und Reflektieren unterstützen können. Schülerinnen und Schüler, welche Versuchsskizzen nach dem Experimentieren anfertigen, zeigen ein tieferes Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge. Zudem ist zu erkennen, dass sich Versuchsskizzen positiv auf das fächerübergreifende Lernen auswirken, vor allem im sprachlichen Ausdruck und Zeichnen.
In dieser Masterarbeit wird ein Bienenprojekt in einer jahrgangsgemischten Volksschulklasse von der Vorschule bis zur zweiten Klasse vorgestellt. Ziel war es herauszufinden, wie sich die Unterrichtseinheiten auf das Wissen über Honig- und Wildbienen, das ökologische Bewusstsein, die Gefühlslage und das konkrete Handeln der Kinder auswirken. Grundlage bildeten zwei eigens entwickelte Bienenhefte, ein altersgerechtes Heft für die Erstklässler und ein anspruchsvolleres für die Zweitklässler, die in den Fächern Sachunterricht, Mathematik, Deutsch, Englisch und Werken eingesetzt wurden. Vor und nach dem Projekt beantworteten zehn Zweitklässler einen Fragebogen und elf Erstklässler führten einen Bildzuordnungstest durch. Ergänzend wurden jeweils vier Leitfadeninterviews vor und nach dem Projekt geführt. Die quantitativen Daten wurden in Excel aufbereitet, grafisch dargestellt und mittels Wilcoxon-Tests ausgewertet. Bei den Zweitklässlern zeigte sich ein signifikanter Wissenszuwachs, während bei den Erstklässlern aufgrund eines hohen Ausgangsniveaus keine signifikanten Steigerungen nachweisbar waren. Qualitativ nahm die Zahl fachlicher Begriffe, positiver Emotionen und konkreter Umwelthandlungen deutlich zu. Sprachliche Barrieren stellten eine Herausforderung dar. Die Arbeit zeigt, dass fächerübergreifende, handlungsorientierte Umweltbildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Haltung und Engagement der Kinder nachhaltig stärkt. Für künftige Projekte werden offene Aufgabenformate, vertiefende Befragungen und sprachsensiblere Methoden empfohlen.
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit dem Thema Trauma und der Bedeutung traumasensiblen Arbeitens im schulischen Kontext. Im Zentrum steht die Forschungsfrage: „Welche Handlungsmöglichkeiten zum traumasensiblen Arbeiten sind relevant für die schulische Praxis zur Unterstützung von Kindern mit Traumaerfahrung?“ Ziel der Arbeit ist es, ein vertieftes Verständnis für die Bedeutung der Traumapädagogik im schulischen Kontext zu schaffen sowie praxisrelevante Erkenntnisse zu gewinnen, um Lehrkräfte dabei zu unterstützen, betroffene Kinder gezielt zu begleiten und deren schulische Teilhabe nachhaltig zu verbessern.
Ausgehend von einem persönlichen Interesse wurde das Phänomen Trauma umfassend bearbeitet - von der Definition über neurobiologische Prozesse und unterschiedliche Traumaformen bis hin zu Ursachen, Symptomen und kindlichen Bewältigungsstrategien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Traumapädagogik, deren Grundhaltungen eine zentrale Basis für traumasensibles Handeln im schulischen Alltag darstellen.
Im empirischen Teil der Arbeit wurden qualitative Interviews mit Lehrpersonen und Schulleitungen geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass offene Unterrichtsformen, ritualisierte Abläufe, kreative Ausdrucksmöglichkeiten, klare Strukturen und individuell gestaltete Lernräume zentrale Elemente traumasensibler Schulpraxis darstellen. Zusätzlich wurden institutionelle Herausforderungen, Fortbildungsbedarf sowie die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit thematisiert.
Die Arbeit verdeutlicht, dass traumasensibles Arbeiten kein starres Konzept ist, sondern ein Zusammenspiel aus individueller Haltung, pädagogischer Kompetenz und strukturellen Rahmenbedingungen erfordert. Die daraus abgeleiteten praxisnahen Handlungsempfehlungen bieten Lehrpersonen eine konkrete Orientierung im Umgang mit traumatisierten Kindern und tragen somit zur Weiterentwicklung einer traumasensiblen Schulkultur bei.
Diese Masterarbeit untersucht die Bedeutung der Wortschatzförderung durch Wimmelbilderbücher im Bereich Deutsch als Zweitsprache.
Die Förderung des Wortschatzes im Unterricht des Fachs Deutsch als Zweitsprache hat einen hohen Stellenwert. Damit die Kinder den Wortschatz spielerisch erweitern können, wird für diese Arbeit das Wimmelbilderbuch als methodisch-didaktisches Lernmittel eingesetzt. Dafür wurde das Buch Pierre der Irrgartendetektiv – Die Suche nach dem gestohlenen Labyrinth-Stein ausgewählt.
Theoretische Grundlagen bilden die Aspekte und Arten der Wortschatzförderung, die Bedeutung von textfreien Bilderbüchern für die Sprachentwicklung und deren Merkmale.
Das Wimmelbilderbuch wurde anhand des Modells der Bilderbuchanalyse nach Michael Staiger, unter ausführlicher Behandlung der sechs Dimensionen, analysiert.
Um die Forschungsfrage – Welches Potenzial haben Wimmelbilderbücher im Deutsch als Zweitsprache Unterricht der Volksschule im Hinblick auf die Wortschatzkompetenz und wie lassen sich verschiedene Zielgruppen/ Lerngruppen systematisieren? – zu untersuchen, wurde ein fünfwöchiges Projekt im Umfang von zwei Wochenstunden durchgeführt. Diese praktische Umsetzung erfolgte an zwei Volksschulen in Vorarlberg.
Die Ergebnisse der Forschung und des Projektes zeigen, dass Wimmelbilderbücher ein hohes Potenzial für den Deutsch als Zweitsprache Unterricht aufweisen. Die Kinder werden selber aktiv, lernen durch den Kontext und erweitern dabei ihren Wortschatz. Diese Arbeit liefert praxisrelevante Impulse für den Einsatz von Wimmelbilderbüchern im Bereich der Volksschule und bietet Möglichkeiten, um unterschiedliche Ziel- und Lerngruppen zu fördern.
Diese Masterarbeit untersucht, inwiefern mehrsinnliche Rundgänge und die Arbeit mit Bilderbüchern die Lesegenauigkeit von Volksschulkindern fördern können. Im Zentrum steht das Projekt „Schau genau!“, das in Kooperation mit der Stadtbibliothek Dornbirn entwickelt und umgesetzt wurde. Dabei wurden architektonische Wahrnehmung, dialogisches Vorlesen und visuelle Rezeption miteinander verknüpft. Auf Basis eines Pre-Post-Test-Designs sowie qualitativer Datenanalysen wurden sowohl kognitive als auch rezeptionsästhetische Entwicklungen der Kinder erfasst. Die Ergebnisse weisen auf positive Effekte hin, die sich durch die multimodale Auseinandersetzung mit Text und Bild nachvollziehen lassen. Die Studie liefert praxisrelevante Impulse für eine integrative Leseförderung im Primarbereich, in der Wahrnehmung, Sprache und Ästhetik didaktisch miteinander verwoben werden.
Die vorliegende Masterarbeit setzt an den Erkenntnissen der vorangegangenen Bachelorarbeit an, welche die Wechselwirkungen zwischen dem christlichen Glauben und ökologischer Nachhaltigkeit sowie deren Auswirkungen auf den Religionsunterricht in der Primarstufe untersucht hat. Während die Bachelorarbeit den Fokus auf die christlich-theologische Perspektive dieser Thematik legt, konzentriert sich die Masterarbeit vor allem auf bildungspolitische Standpunkte und Forderungen, die in den Diskurs eingebunden werden sollen.
Die Arbeit setzt sich aus einem literarisch-hermeneutischen Teil und qualitativ-empirischen Zugängen zusammen und untersucht die Integration von Nachhaltigkeitsthemen sowohl im (Religions-)Unterricht als auch im Bereich der Schulentwicklung im Sinne eines Whole School Approach unter bildungspolitischen Gesichtspunkten. Basierend auf theoretischen Nachhaltigkeitskonzepten und religiösen Perspektiven, wurden qualitative Expert:inneninterviews und Fokusgruppengespräche in drei ausgewählten katholischen Privatschulen im Volksschulbereich im Raum Vorarlberg durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen Herausforderungen und Potenziale bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen im (Religions-)Unterricht sowie in den Bereichen der Schulentwicklung auf und liefern Empfehlungen für die Gestaltung des Unterrichts sowie für bildungspolitische Maßnahmen. Die Arbeit trägt dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit in religiösen Bildungseinrichtungen zu schärfen und bietet Impulse für zukünftige Forschung und Praxis.
Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, zu untersuchen, wie Lehr- und/ oder Fachkräfte trauernde Volksschulkinder wahrnehmen. Zudem werden Unterstützungsansätze und Empfehlungen für die schulische Trauerarbeit analysiert und dargelegt. Daraus resultierend leitet sich die Forschungsfrage ab: „Wie nehmen Lehr- und/ oder Fachkräfte Kinder in Trauer wahr und was kann in der Begleitung hilfreich sein?“.
Die Arbeit basiert auf der Annahme, dass die schulische Trauerarbeit bislang unzureichend oder erst im Akutfall thematisiert wird. Dabei ist Trauer ein universelles, natürliches und unvermeidbares Phänomen des menschlichen Lebens. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Kinder von traurigen Erfahrungen nicht ferngehalten werden, um einen entwicklungsförderlichen Umgang mit Tod und Trauer anzustreben. Folglich stehen Lehrkräfte als wichtige Bezugspersonen vor der Aufgabe, Kinder in Trauer zu begleiten.
Die theoretische Fundierung setzt bei einer Definition von Lebensende, Tod und Trauer an. Darauf folgt eine Beschreibung des gesellschaftlichen Wandels im Umgang mit Tod. Anschließend werden die allgemeinen kindlichen Todeskonzepte, Trauerphasen und Aufgaben erläutert, ebenso wie die Trauerreaktionen und Erfahrungen von Volksschulkindern. Kapitel sechs befasst sich mit der Trauerbegleitung von Kindern in der Primarstufe. Dabei liegt der Fokus auf den Bedürfnissen trauernder Kinder, konkreten Hilfestellungen, Ratschlägen und Tipps sowie der Rolle der Lehrkraft in der schulischen Begleitung.
Im letzten Teil der Arbeit wird eine qualitative Interview-Studie vorgestellt, in der Einschätzungen und Erfahrungen von Lehr- und/ oder Fachkräften erhoben wurden. Daraus resultierend ergibt sich die Beantwortung der zentralen Forschungsfrage sowie eine Zusammenschau der wesentlichen Tipps und Ratschläge, die als Orientierungspunkte für Lehrpersonen in der Trauerbegleitung dienen sollen.
Diese Masterarbeit untersucht, wie ein schulisches Projekt zur Förderung von Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit das ökologische Bewusstsein und nachhaltige Verhalten von Volksschülerinnen und Volksschülern beeinflusst. Im Fokus steht die Frage, ob durch praxisorientierte und handlungsbezogene Lernansätze, wie sie in einem Projekt zu Mülltrennung und Recycling umgesetzt wurden, eine positive Veränderung im Umweltverhalten der Kinder erzielt werden kann. Die empirische Untersuchung basiert auf Leitfadeninterviews, einem Quiz und der Analyse von Interviewdaten mittels QCAmap. Sechs Kinder wurden zu Beginn und am Ende des Projekts befragt, um Veränderungen in ihrem Wissen und Verhalten zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Steigerung des Umweltwissens und eine positive Entwicklung im nachhaltigen Handeln der Schülerinnen und Schüler. Die Arbeit zeigt, dass didaktisch fundierte und praxisnahe Umweltbildung im Grundschulbereich nicht nur das Wissen der Kinder erweitert, sondern auch deren Motivation stärkt, aktiv zum Umweltschutz beizutragen.
Konfliktkommunikation im Primarstufenkontext befasst sich mit den Grundlagen der Konflikt- und Kommunikationsdefinition sowie den verschiedenen Kommunikationsformen. Konflikte werden als unvermeidbare, aber lösbare Interaktionen zwischen Individuen oder Gruppen definiert, während Kommunikation der Prozess des Austauschs von Informationen ist. Zu den Formen der Kommunikation zählen verbale, nonverbale und schriftliche Kommunikation. Theoretische Konzepte, wie Eskalationsstufen, die fünf Grundsätze der Kommunikation nach Watzlawick, das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun, das Kommunikationsquadrat und die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg, bieten fundierte Ansätze zur Analyse und Lösung von Konflikten. Weitere relevante Aspekte sind Kommunikationsstrategien, Konfliktebenen, Konfliktarten und Konfliktursachen. Zentrale Fragestellungen sind: Wie Konfliktkommunikation im Primarstufenkontext definiert und praktiziert wird, welche Auswirkungen verbesserte Konfliktkommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonen auf das Schulklima und das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler hat und welche präventiven Ansätze und Interventionen Konflikte zwischen Eltern und Lehrpersonen reduzieren können.
Effektive Konfliktkommunikation im Primarstufenkontext ist durch klare
Kommunikationsansätze und kooperative Interaktionen zwischen Eltern und Lehrpersonen gekennzeichnet. Weiters wird angenommen, dass verbesserte Konfliktkommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonen zu einem positiven Schulklima und einem gesteigerten Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler führt. Auch wird vermutet, dass präventive Ansätze und Interventionen, die auf die Förderung von Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrpersonen abzielen, Konflikte effektiv reduzieren können. Prävention umfasst dabei spezifische Schulungen, regelmäßige Kommunikation und kooperative Problemlösungsansätze. Diese Hypothesen unterstreichen die Bedeutung einer strukturierten und kooperativen Konfliktkommunikation im Primarstufenbereich und zeigen auf, wie solche Ansätze zur Verbesserung des Schulklimas und des Wohlbefindens der Schülerinnen und Schüler beitragen können.
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Kinder mit ADHS in der Primarstufe. Grundlagen und Möglichkeiten im schulischen Umfeld“. In dieser Arbeit wird ADHS (Aufmerksamkeitshyperaktivitätssyndrom) im Allgemeinen und im Kontext der Volksschule betrachtet. Eines der Ziele dieser Arbeit ist es, ein besseres Verständnis für Personen mit ADHS zu schaffen und die Herausforderungen für Schulkinder mit ADHS zu beleuchten.
Vor allem in der Schule bleibt ADHS nicht unbemerkt und wird für die betroffen Kinder und ihre Umgebung zu einer großen Herausforderung. Sie sollten unter anderem lernen, ihre Reize zu kontrollieren, was jedoch Zeit in Anspruch nimmt und wofür es viel Geduld ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler und auch der Lehrpersonen benötigt. Diese Masterarbeit soll unter anderem zeigen, wie sich ADHS äußern kann. Zusätzlich werden schulische Faktoren, die ADHS mit sich bringt, genauer betrachtet. Dadurch sollen nicht nur Lehrpersonen, sondern auch Eltern von Kindern mit ADHS einen Einblick in den Schulalltag und mögliche Hilfestellung für einen förderlichen Unterricht erhalten. Die Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Thema basiert primär auf einer Literaturrecherche, die durch vier Interviews mit Lehrpersonen ergänzt beziehungsweise untermauert wird.
Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für schulischen und außerschulischen Bildungserfolg. Besonders in der Primarstufe ist der gezielte Aufbau von Lesekompetenz essenziell, da hier die Grundlagen für selbstständiges Lernen gelegt werden. Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie der Einsatz von Lesestrategien im Grundschulunterricht das Textverständnis verbessern kann. Im theoretischen Teil werden zentrale Konzepte wie das Mehrebenenmodell des Lesens, der Schriftspracherwerb nach Frith (2017) sowie die Einteilung von Lesestrategien (kognitiv, metakognitiv, Stützstrategien) dargestellt. Ergänzend werden praxisnahe Programme wie das Lesestrategieset nach Festman & Reiter (2024) und die Methode der Textdetektive erläutert. Der empirische Teil basiert auf qualitativen Interviews mit Lehrkräften sowie lauten Denkprotokollen von Grundschulkindern. Die Ergebnisse zeigen, dass Lesestrategien das Textverständnis fördern, jedoch eine kontinuierliche Anleitung und Reflexion notwendig sind. Lehrpersonen betonen die Bedeutung von Modellierung und lautem Denken als Einstiegsmethoden. Gleichzeitig wird deutlich, dass zwischen dem Wissen über Lesestrategien und deren aktiver Anwendung eine Lücke bestehen kann.
Wahrscheinlichkeit im Fokus
(2025)
Die Wahrscheinlichkeitsrechnung spielt eine zunehmend wichtige Rolle im Mathematikunterricht der Primarstufe, da sie Schülerinnen und Schülern grundlegende Kompetenzen im Umgang mit Unsicherheiten und Zufallsereignissen vermittelt. In einer zunehmend datenbasierten Gesellschaft, in der statistische Informationen immer bedeutender werden, wird die Notwendigkeit einer frühen Auseinandersetzung mit stochastischen Konzepten besonders betont. Der neue Lehrplan der Volksschule (BMBWF, 2023) unterstreicht diesen Bedarf, um Kinder auf die Herausforderungen einer datenreichen Zukunft vorzubereiten. Trotz dieser Relevanz zeigt sich, dass die Umsetzung der Wahrscheinlichkeitsrechnung im Volksschulunterricht häufig mit Herausforderungen verbunden ist.
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Stand des Stochastikunterrichts an Vorarlberger Grundschulen und beleuchtet dabei zentrale Aspekte, die die Umsetzung der Wahrscheinlichkeitsrechnung beeinflussen. Es wird zunächst der Frage nachgegangen, inwieweit das Grundverständnis der Lehrkräfte im Bereich der Stochastik deren Unterrichtspraxis prägt. Welche Vorstellungen und Überzeugungen haben Lehrkräfte hinsichtlich der Vermittlung von Wahrscheinlichkeitskonzepten, und wie wirken sich diese auf die Unterrichtsgestaltung aus?
Ein weiterer Fokus liegt auf der Frage, wie die Wahrscheinlichkeitsrechnung im Unterricht gefördert werden kann. Dabei wird untersucht, welche Methoden und Materialien in der Praxis verwendet werden, um die Konzepte der Wahrscheinlichkeitsrechnung effektiv zu vermitteln. Auch die Rolle von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen wird dabei berücksichtigt, da diese einen entscheidenden Einfluss auf die Unterrichtsqualität haben können.
Zudem wird die Frage erörtert, wie der neue Lehrplan der Volksschule (BMBWF, 2023) die Vermittlung von Wahrscheinlichkeitskonzepten beeinflusst. Der Lehrplan stellt spezifische Anforderungen an die Integration von Stochastik in den Unterricht und wirft Fragen zur praktischen Umsetzung und den damit verbundenen Herausforderungen auf. Die Untersuchung wird aufzeigen, wie die aktuellen bildungspolitischen Vorgaben von den Lehrkräften aufgenommen werden und welche Anpassungen notwendig sind, um die neuen curricularen Ziele erfolgreich umzusetzen.
Diese Arbeit zielt darauf ab, durch die empirische Analyse von Umfrageergebnissen unter Lehrkräften einen fundierten Einblick in den Ist-Zustand des Wahrscheinlichkeitsunterrichts zu gewinnen und die bestehenden Herausforderungen zu identifizieren. Die Ergebnisse dieser Analyse werden im weiteren Verlauf der Arbeit diskutiert und geben Aufschluss darüber, wie der Stochastikunterricht an Vorarlberger Grundschulen gestaltet wird und welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung erforderlich sind.
Die Arbeit ist in mehrere Abschnitte gegliedert: Zunächst wird der theoretische Hintergrund zur Wahrscheinlichkeitsrechnung und deren didaktischer Bedeutung im Primarbereich dargestellt. Anschließend folgt eine detaillierte Analyse der empirischen Umfrageergebnisse. Abschließend werden die Befunde diskutiert und mögliche Maßnahmen zur Verbesserung des Wahrscheinlichkeitsunterrichts formuliert.
This master's thesis examines the career aspirations of Austrian secondary school students in the context of the increasing shortage of skilled labour. Despite existing shortages in areas such as technology, care, education and IT, many young people show a preference for social, creative and academic professions. The analysis is based on Holland's RIASEC vocational choice model and uses data from 2,917 general secondary school graduates (AHS in Austria) whose interests were recorded using the AIST-R inventory and contrasted with their career aspirations.
The results show a clear overrepresentation of professions in the health, social and creative sectors and a strong underrepresentation of technical and manual professions. A high proportion of undecided students also indicates deficits in career guidance. There are statistically significant associations and alignments between interest dimensions and career aspirations as well as congruent and differentiated interest structures among students, but they are not always in line with labour market needs. The study emphasises the need for improved career guidance and targeted measures to get young people interested in future-relevant professions at an early stage.
Diese Masterarbeit trägt den Titel "Selbstverantwortliches, individuelles Lernen mit virtuellen Lernumgebungen im Fach Digitale Grundbildung" und beschäftigt sich mit der Entwicklung und Evaluierung eines Lernmanagementsystems (LMS), das Schülerinnen und Schülern ein selbstständiges und individuelles Lernen ermöglicht. Ziel der Arbeit ist es, ein LMS zu erstellen und umzusetzen und dessen Wirksamkeit im praktischen Einsatz zu untersuchen. Im theoretischen Teil werden die Gestaltungsgrundlagen von Webdesign – insbesondere Farben, Typografie und Grafikdesign – analysiert, die als Basis für die Vermittlung von Programmier- und Webdesign-Grundlagen dienen. Auf dieser Grundlage wird eine strukturierte und durchdachte Lernumgebung entwickelt, die exemplarisch für das Unterrichtsfach Digitale Grundbildung konzipiert ist. Diese Lernumgebung umfasst verschiedene Lernmodule und -aktivitäten, die den Schülerinnen und Schülern die Grundprinzipien des Webdesigns sowie weitere digitale Kompetenzen näherbringen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der individuellen Anpassbarkeit der Inhalte, um den unterschiedlichen Lernbedürfnissen und -geschwindigkeiten der Lernenden gerecht zu werden. Der praktische Teil der Arbeit untersucht die Eignung des LMS als Werkzeug für das selbstverantwortliche Lernen. Die Evaluation erfolgt mithilfe qualitativer Sozialforschung, wobei die Nutzungserfahrungen der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen aus der Literaturrecherche und der Umsetzung soll gezeigt werden, wie das LMS erfolgreich zur Förderung digitaler Kompetenzen beitragen kann.
Hausaufgaben spielen eine wesentliche Rolle im schulischen Lernen, jedoch wird ihre Effektivität unterschiedlich bewertet. Besonders der Übergang in die Sekundarstufe stellt viele SchülerInnen vor Herausforderungen. Diese Arbeit analysiert, wie strukturierte Lernhinweise für Eltern und Kinder das Hausaufgabenverhalten von Fünftklässlern beeinflussen und welche individuellen Faktoren dabei eine Rolle spielen. Qualitative Interviews mit SchülerInnen und Eltern zeigen, dass eine ruhige Arbeitsumgebung, regelmäßige Pausen und eine klare Struktur die Konzentration und Effizienz verbessern können. Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt jedoch stark von der Eigenmotivation der Kinder ab: Intrinsisch motivierte SchülerInnen profitierten deutlich, während die Wirkung bei geringer Eigeninitiative begrenzt blieb. Elterliche Unterstützung kann hilfreich sein, birgt jedoch das Risiko, die Selbstständigkeit der Kinder einzuschränken. Eine ausgewogene Balance zwischen Hilfestellung und Eigenverantwortung ist daher entscheidend. Die vorliegende Arbeit empfiehlt eine frühzeitige Einführung strukturierter Hausaufgabenstrategien sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Künftige Forschung sollte die langfristigen Effekte solcher Maßnahmen untersuchen und die Rolle der Lehrpersonen bei der Gestaltung sinnvoller Hausaufgaben stärker berücksichtigen.
Auswirkungen des Lockdowns von März bis Juni 2020 auf Kinder mit türkischem Migrationshintergrund
(2025)
Der folgenden Forschungsarbeit liegen persönliche sowie berufliche Erfahrungen zugrunde, welche den Ausgangspunkt dieser wissenschaftlichen Überlegungen bilden. Diese Erfahrungen zeigen, dass Kinder mit türkischem Migrationshintergrund bereits im alltäglichen Schulleben oft mit Schwierigkeiten, wie zum Beispiel sprachliche Barrieren, konfrontiert sind. Die dazukommende COVID-19 Pandemie stellte eine, nicht nur temporäre, spezielle Herausforderung für die Gesellschaft und den Schulbetrieb dar. Die Kinder mit türkischen Wurzeln waren davon besonders betroffen. Ziel dieser Arbeit war es, den Ist-Zustand von möglichen Auswirkungen der Pandemie zu erfassen, zu analysieren und in einer Bestandsaufnahme aufzuzeigen, in welchen Dimensionen die Schwierigkeiten für diese Kinder auftraten. Die Hauptforschungsfragen, die in dieser Arbeit untersucht wurden, lauten wie folgt: Wie hat sich der "Lockdown" der Schulen während der COVID-19 Pandemie im März bis Juni 2020 auf Kinder mit türkischem Migrationshintergrund ausgewirkt? In welchen Dimensionen sind diese Auswirkungen ersichtlich? Durchgeführt wurde eine Analyse, die sich an der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring orientiert. Die Datenerhebung wurde über Leitfadeninterviews durchgeführt. Die Transkriptionsregeln für das Transkribieren der Daten sowie das Einarbeiten in das MAXQDA-Programm wurden nach Kuckartz durchgeführt, weil es sich dabei um ein schnelles und einfach erlernbares Set von Transkriptionsregeln handelt, sowie auch die Aufbereitung der Daten mittels eines Computerprogrammes problemloser möglich waren. Die anschließende Ergebnisdarstellung sowie das zusammenfassende Auswerten und Vergleichen der Daten und Kategorien wurden wieder nach Mayring durchgeführt. Die Ergebnisdarstellung umfasst drei unterschiedliche Perspektiven, die der Lernenden, der Lehrperson und der Eltern der SchülerInnen. Die SchülerInnen geben am Ende noch einen Ausblick über Verbesserungsmöglichkeiten, die im Falle eines weiteren Distance-Learnings ihre Lernsituation erleichtern würde.
Die vorliegende Masterarbeit geht der Frage nach, wie die Integration des Berufsbildes des/der Kunststofftechnologen:in und des/der Kunststoffverfahrenstechnikers:in in den Lehrplan der Polytechnischen Schulen in Vorarlberg die Schülerinnen und Schüler besser auf die praktische und theoretische Ausbildung in den Berufsschulen und in den Betrieben vorbereiten kann. Die Studie adressiert den steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der Kunststoffindustrie und identifiziert bestehende Lücken in der Berufsorientierung und Ausbildung. Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der Experteninterviews mit Pädagogen aus Berufsschulen und Ausbildern aus führenden Kunststoffunternehmen in Vorarlberg umfasst. Die Ergebnisse zeigen die wichtigsten Wissensbereiche, Fertigkeiten und Kompetenzen auf, die für Schülerinnen und Schüler notwendig sind, um die Erwartungen der Industrie zu erfüllen. Basierend auf den Ergebnissen liefert die Arbeit konkrete Lehrplanvorschläge, die sich auf die praktische Ausbildung, moderne Fertigungsverfahren wie 3D-Druck und Extrusionsblasformen sowie Nachhaltigkeitsaspekte wie Recycling und biologisch abbaubare Kunststoffe konzentrieren. Die Empfehlungen zielen darauf ab, eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und der Kunststoffindustrie zu fördern und so einen reibungsloseren Übergang von der Schule ins Berufsleben zu gewährleisten. Letztendlich trägt diese Arbeit dazu bei, die Berufsausbildung im Kunststoffsektor zu verbessern und die wirtschaftliche Position der Region Vorarlberg zu stärken.
Diese Masterarbeit beleuchtet die Rolle der frühkindlichen mathematischen Bildung für den späteren Schulerfolg und die langfristige Entwicklung von Kindern. Die Bedeutung einer soliden mathematischen Basis zeigt sich nicht nur in den Schuleingangsleistungen, sondern wirkt sich auch nachhaltig auf die gesamte Bildungsbiografie aus. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie grundlegende mathematische Fähigkeiten im Kindergartenalter das Fundament für spätere schulische Erfolge legen können. Verschiedene Faktoren wie familiäres Umfeld, sozioökonomische Bedingungen und die Qualität der Bildungseinrichtungen werden dabei als Einflussfaktoren betrachtet.
Die empirische Untersuchung dieser Arbeit basiert auf einer Längsschnittstudie mit angehenden Grundschulkindern, deren mathematische Fähigkeiten durch aufeinanderfolgende Tests und ein Interview mit der Klassenlehrerin erfasst wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder mit fundierten mathematischen Grundkenntnissen am Ende ihrer Kindergartenzeit sowie zu Beginn ihrer Schullaufbahn langfristig davon profitieren und ohne zusätzliche Fördermaßnahmen stabile Vorteile behalten. Dies bestätigt die Relevanz frühkindlicher Förderung und verdeutlicht, dass mathematische Bildung weit mehr umfasst als das Lernen von Zahlen und Rechnen.
Insgesamt zeigt die Arbeit auf, dass frühkindliche mathematische Bildung ein zentraler Bestandteil für den Bildungserfolg ist und dass eine Unterstützung in der frühen Kindheit die Chancen für eine erfolgreiche schulische Laufbahn maßgeblich beeinflusst. Diese Förderung legt das Fundament für die spätere Entwicklung mathematischer und kognitiver Kompetenzen, die für den weiteren Bildungsweg entscheidend sind.
Diese Arbeit untersucht, ob Grundschulkinder mithilfe sokratischer und systemisch-konstruktivistischer Fragetechniken zu mehr Eigenverantwortung und Problemlösefähigkeit in ihrer Mitarbeit motiviert werden können. Ziel ist es, zu zeigen, dass gezielte Fragen und eine reflektierte Haltung der Lehrperson die Selbstwahrnehmung der Kinder in Bezug auf Mitarbeit positiv beeinflussen und ihr Verantwortungsgefühl stärken können. Zudem wird erfasst, wie die Kinder den Begriff „Mitarbeit“ eigenständig definieren.
Die theoretische Grundlage bilden die Prinzipien der sokratischen Gesprächsführung und des systemisch-konstruktivistischen Ansatzes, die beide auf Wertschätzung und Offenheit basieren. Qualitative Gruppen- und Einzelinterviews wurden mithilfe der Inhaltsanalyse.nach Kuckartz (2012) ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass durch die eingesetzten Fragetechniken das Verantwortungsbewusstsein und die Mitarbeit der Kinder gefördert werden konnten, wobei die offene Haltung der Lehrperson eine zentrale Rolle spielte. Die Kinder beschrieben „Mitarbeit“ als gemeinschaftliches und soziales Handeln. Ein zweiter Interviewdurchgang zeigte, dass sich fast alle Kinder selbst positiver einschätzten.
Die Studie legt nahe, dass gezielte, kurze Gespräche und eine reflektierte innere Haltung der Lehrperson das Verantwortungsgefühl und die soziale Kooperationsfähigkeit junger Kinder unterstützen können. Methodische Einschränkungen wie die geringe Stichprobengröße und mögliche Einflüsse durch die bestehende Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung begrenzen jedoch die Generalisierbarkeit der Ergebnisse. Weiterführende Studien könnten untersuchen, wie sich die Techniken in anderen Klassen und unter Einbeziehung externer Interviewer bewähren.
Die Pocken, eine Infektionskrankheit, die durch Variola-Virusarten verursacht wird, sind wahrscheinlich eine der schrecklichsten Krankheiten, die den Menschen in den letzten Jahrhunderten befallen hat und war, neben der Pest, die bedeutsamste Seuche der jüngsten Menschheitsgeschichte. Das Pockenvirus verbreitete sich mehrfach über die ganze Erde, was maßgeblich mit dem globalen Bevölkerungswachstum und der Bewegung der Menschen über Regionen und Kontinente zusammenhing. Das Virus forderte, bis zu seiner Ausrottung 1980, ca. 500 Mio. Menschenleben. Noch vor ca. 40 Jahren waren die Pocken in über 30 Ländern weit verbreitet. In einigen Gegenden Westafrikas war die Krankheit als „naba“ bekannt, was so viel bedeutet wie „das Oberhaupt aller Krankheiten“. Ein Grund, weshalb dieses Virus so viel Probleme bereitete, ist die vielfältig mögliche Übertragung. Es können alle von Pockenkranken gewonnene Materialien oder kontaminierte Gegenstände infektiös sein. Egal ob Aerosole, Staub, Tröpfchen oder kontaminierte Gegenstände. Außerdem reicht schon eine geringe Viruslast aus, um sich anzustecken. Weiters gab es verschiedene Komplikationen, die während der Infektion auftreten konnten und nicht selten zu lebenslangen Beeinträchtigungen führten. Ende des 18. Jhdt. konnte der englische Arzt Dr. Edward Jenner jedoch einen wichtigen Grundstein für die Bekämpfung des Pockenvirus legen und war der Begründer der modernen Impfung. Die damaligen Impfpraktiken waren jedoch nicht so sicher, wie sie es heute sind, weshalb viele Menschen der Impfung skeptisch gegenüberstanden. Daniel Bernoulli, ein Mediziner, Mathematiker und Physiker des 18. Jhdt., erkannte jedoch die Nützlichkeit und Wichtigkeit der Pocken-Impfung. 1760 verfasste er eine mathematische Analyse zur Impfkontroverse, um die öffentliche Gesundheitspolitik zur Förderung der Impfung gegen Pocken zu beeinflussen. Bernoulli zeigte in seiner Analyse, dass mit der Impfung eine erhebliche Steigerung der Lebenserwartung der Bevölkerung erzielt werden könnte.
Befund, Aussicht, aber vor allem ein wissenschaftlich fundierter Praxisleitfaden für uns Lehrer:innen soll die nachstehende Masterarbeit mit dem Arbeitstitel "Über das Klassenzimmer hinaus: Die Rolle außerschulischer Lernorte in der Literaturvermittlung am Beispiel der Lyrikerin Paula Ludwig“ sein – und zwar nicht nur für Lehrpersonen mit einem ausgesprochenen Faible für Literatur. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wird die Verbindung außerschulischer Lernorte mit dem aktuellen Lehrplan im Literatur- bzw. Lyrikunterricht vorgenommen, wobei die geleistete empirische Bestandsaufnahme zum Umgang mit außerschulischen Lernorten, ein Novum im deutschsprachigen Raum darstellt.
Die Masterthesis betont die Notwendigkeit eines außerschulischen und lebensweltbezogenen Didaktikansatzes, der die Möglichkeiten von Lernumgebungen jenseits des traditionellen Klassenzimmers aufzeigt, um die Wertschätzung und das Verständnis für Literatur und Lyrik, besonders in der Sekundarstufe I, zu fördern. Der Blick für außerschulische Lernräume soll geschärft werden, vor allem für jene, die bisher nur wenig Beachtung in der Literaturdidaktik erfahren haben und weder als vertraut noch als erprobt gelten können – Literaturarchive und der digitale Raum. Theoretische Perspektiven zur literarischen Bildung an außerschulischen Lernorten dienen als Basis der nachstehenden Ausführungen. Sie werden einer kritischen Prüfung unterzogen, wobei die Vorteile der Kombination verschiedener Lernorte und transdisziplinärer Ansätze im Literaturunterricht deutlich hervorgehoben werden. Oftmals ist das Potenzial der Kombination von diversen Unterrichtssettings im Deutschunterricht noch nicht umfassend und sinnstiftend genutzt oder es wird auf erprobte Konzepte gesetzt. Letztere werden in der vorliegenden Arbeit bewusst ausgespart.
Ziel der Integration außerschulischer Lernorte in den Literatur- und Lyrikunterricht ist es, lebensweltbezogene Ansätze und Strategien zu entwickeln, um ein inklusiveres, ansprechenderes und effektiveres Begreifen von Literatur und Lyrik zu ermöglichen. Schließlich stehen Unterrichtseinheiten, die Literarisches für Lernende und Lehrende gleichermaßen greifbar machen sollen.
Inwieweit unterscheidet sich der Einsatz textgrammatischer Mittel von Kindern, die vier Jahre an einem kognitiv aktivierenden bzw. explizierenden strukturierten Orthographieunterricht nach dem Konzept PALOPE teilgenommen haben von dem der herkömmlich unterrichteten Kinder und hat das vermittelte explizite Wissen möglicherweise Auswirkungen auf schulbezogene Ängste? Dies waren die Ausgangsfragen für die Untersuchungen der vorliegenden Arbeit. Die COVID-19-Pandemie führte genau im Untersuchungszeitraum zu bis dahin undenkbaren Einschränkungen des alltäglichen Lebens. Aufgrund dessen wurden die Schularbeitentexte eines ganzen vierten Schuljahres eines Schulstandortes ausgewertet und nach bestimmten textgrammatischen Kriterien ausgewertet und verglichen. Die schulbezogenen Ängste wurden mithilfe des Angstfragebogens für Schüler [AFS] ermittelt. Interessante Ergebnisse erbrachten die Berechnungen mittels T-Test in der Kategorie Soziale Erwünschtheit des AFS. Während in der Gesamtgruppe die Ergebnisse signifikant höher waren als bei der Normstichprobe, waren die Werte der PALOPE-Gruppe mit einer statistischen Tendenz niedriger – PALOPE-Kinder antworten tendenziell weniger sozial erwünscht. Die Hypothesen, dass Kinder, die explizit die Strukturen der Orthographie entdecken konnten, einzelne textgrammatische Strukturen auch vermehrt in eigenen freien Texten einsetzen, konnten zum Großteil bestätigt werden – teilweise ausschließlich auf qualitativer, teilweise aber auch auf quantitativer Ebene mittels Mann-Whitney-U-Test. Neben den grundlegenden Aspekten dieses anderen Orthographieunterrichts auf theoretischer Ebene werden zusätzlich exemplarische didaktische Umsetzungsmöglichkeiten nach dem Konzept PALOPE dargestellt.
Diese Masterarbeit untersucht das schulische Wohlbefinden von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) im Volksschulalter. Wohlbefinden wird als mehrdimensionales Konstrukt betrachtet, das emotionale und kognitive Bewertungen umfasst, wobei positive Aspekte überwiegen sollten. Mittels problemzentrierter Interviews mit Eltern, die durch qualitative Inhaltsanalyse nach MAYRING ausgewertet wurden, wurden Einflussfaktoren auf das schulische Wohlbefinden sowie Gründe für die Wahl zwischen segregativer und inklusiver Beschulung ermittelt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Unsicherheit und mangelnde Erfahrung der
Volksschulen und Lehrkräfte bei der Einschulung von beeinträchtigten Kindern sowie die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen die größten Herausforderungen darstellen. Trotz der positiven Einstellung der Familien zur Inklusion und ihrem Wunsch nach integrativer Beschulung in der Volksschule, entschieden sich viele in der Sekundarstufe für die Sonderschulform. Hauptgründe dafür waren die wachsende Entwicklungskluft zwischen beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Kindern sowie das Angebot besser angepasster Rahmenbedingungen an den Sonderschulen.
Wichtige Wohlbefindensfaktoren waren die uneingeschränkte Teilhabe am
Unterricht ohne erheblichen Leistungsdruck, regelmäßige Selbstwirksamkeitserfahrungen und ein unterstützendes soziales Umfeld mit positiven Beziehungen zu Gleichaltrigen. Zur Stärkung der Inklusion an Volksschulen sind zusätzliche finanzielle Mittel und intensivere interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig. Fachkräftemangel und Budgetknappheit stellen dabei wesentliche Hindernisse dar.
Zwischen Theorie und Praxis
(2024)
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht Konzepte des Schriftspracherwerbs in den ersten beiden Schuljahren der Primarstufe. Die zentralen Forschungsfragen lauten: Wie sieht der aktuelle Diskurs der Fachdidaktik zum Schriftspracherwerb aus? Welche Kriterien bezüglich der Methodik eines Deutschlehrmittels lassen sich daraus ableiten? Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich beim Schriftspracherwerb mit dem Lehrmittel Sprachwelt 1?
Nach einer Einführung in die theoretischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs werden die frühkindliche Sprachentwicklung, Modelle des Kompetenzerwerbs im Bereich der Schriftsprache sowie die geforderten Kompetenzen und Lehrpläne in Österreich und im schweizerischen Kanton Thurgau betrachtet. Anschliessend werden die wichtigsten methodisch-didaktischen Ansätze und die empirische Datenlage beschrieben. Zudem wird das Lehrmittel Sprachwelt 1 mit seinen pädagogischen Grundsätzen und Materialien vorgestellt.
Die Methodik umfasst eine systematische Literaturrecherche und eine Analyse des fachdidaktischen Diskurses. Ein erarbeiteter Konsens, der unter Berücksichtigung der Empirie aus den Überschneidungen diverser Schriftspracherwerbskonzepte gebildet wurde, bildete die Basis zur Erstellung eines Kriterienkatalogs. Mithilfe der ermittelten Kriterien wurde das Lehrmittel Sprachwelt 1 beurteilt. Die Prüfung ergab unter anderem folgende positiv zu wertende Punkte: Die Silbe steht als zentrales Element im Vordergrund und eine grafische Darstellung des Trochäus wird erarbeitet. Soziale Handlungen und forschendes Lernen werden häufig initiiert. In der Kategorie Methodenvielfalt schnitt das Lehrmittel weniger gut ab. Zur Verbesserung und für ein effektiveres Lesetraining könnte das Lehrmittel beispielsweise mehr Listen mit Wörtern, die dem gleichen Anlautcluster zuzuordnen sind, aufgreifen. Das Fazit dieser Arbeit ist, dass Deutschunterricht möglichst viele Methoden anbieten sollte, was mit dem Lehrmittel Sprachwelt 1 trotz kleinerer Kritikpunkte gut möglich ist.
Diese Masterarbeit untersucht die Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern der 2. Klasse, ein Experiment eigenständig nach den Kriterien des forschungsnahen Lehrens und Lernens durchzuführen. Dabei wird der Einfluss von Vorkenntnissen, regionaler Herkunft und der Unterstützung durch die Lehrperson analysiert. Theoretisch wird das Konzept des Forschenden Lernens beleuchtet, seine historischen Wurzeln dargelegt und seine Relevanz im schulischen Kontext herausgearbeitet. Empirisch basiert die Arbeit auf einer qualitativ-empirischen Studie, die an Grundschulen in Vorarlberg durchgeführt wurde.
Die Ergebnisse zeigen, dass Vorkenntnisse entscheidend für den Erfolg beim Experimentieren sind. Schülerinnen und Schüler mit Vorerfahrungen im forschungsnahen Lernen zeigen ein tieferes Verständnis und größere Selbstständigkeit. Die regionale Herkunft beeinflusst den Zugang zu naturwissenschaftlichen Fragestellungen, und die Rolle der Lehrperson erweist sich als zentral für die Förderung von Kreativität und Autonomie. Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass forschungsnahes Lehren und Lernen einen signifikanten Beitrag zur naturwissenschaftlichen Bildung in der Primarstufe leisten kann, indem es Kreativität, Selbstständigkeit und ein tieferes Verständnis wissenschaftliche Konzepte fördert.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im geöffneten Primarstufenunterricht, mit einem besonderen Fokus auf die Unterstützung der Lehrpersonen in der Unterrichtsvorbereitung sowie der Individualisierung und Differenzierung von Unterrichtsmaterialien. Durch qualitative Interviews mit sieben Lehrpersonen aus Vorarlberg wurden deren Erfahrungen und Perspektiven erfasst und analysiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass KI-Tools vor allem zur Ideenfindung und Materialerstellung genutzt werden. Dabei erwiesen sich diese Tools als nützlich, um kreative Unterrichtseinstiege, kindgerechte Gedichte, Experimente und differenzierte Sachtexte zu generieren. Dennoch bestehen erhebliche Entwicklungsbedarfe, da die derzeitig verfügbaren KI-Programme noch nicht ausreichend ausgereift sind, um die spezifischen Anforderungen der Primarstufe vollständig zu erfüllen. Es wurde deutlich, dass kontinuierliche Weiterbildungen und eine ausreichende technische Ausstattung der Schulen entscheidend für die erfolgreiche Implementierung von KI-Tools sind. Darüber hinaus beleuchtet die Arbeit die ethischen und datenschutzrechtlichen Bedenken der Lehrpersonen, die den Schutz personenbezogener Daten als äußerst wichtig erachten.
Language Awareness
(2024)
Die sprachliche Heterogenität stellt für Lehrpersonen oft eine große Herausforderung dar. Die Sprachensituation an den Schulen bedingt einen entsprechenden Umgang mit Mehrsprachigkeit, und dafür ist vor allem die Wertschätzung aller Sprachen von Seiten der Lehrpersonen wie auch von allen Schülerinnen und Schülern einer Klasse essenziell. Um das zu erreichen, bietet sich die Umsetzung des Konzepts der Language Awareness an. Dabei geht es unter anderem darum, über Sprache(n) zu sprechen. Das Konzept wird in der vorliegenden Arbeit mithilfe von Fachliteratur im theoretischen Teil genauer beleuchtet. Außerdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Language Awareness im Deutschunterricht umgesetzt werden kann. Konkret wird dabei auf das Grammatikthema Verneinung eingegangen und dessen Bildung in den Erstsprachen der Kinder veranschaulicht. Dafür werden die häufigsten Umgangssprachen der Schülerinnen und Schüler an den Volksschulen in Vorarlberg aus der Schulstatistik 2021/22 herangezogen. Ziel dieser Arbeit ist es, einen im theoretischen Teil erarbeiteten Unterrichtsvorschlag umzusetzen und so die Effekte dieses Unterrichts in Bezug auf Language Awareness im empirischen Teil zu überprüfen. Das Ergebnis dieser Untersuchung zeigt, dass sich auf Sprachvergleiche gestützter Unterricht vor allem positiv auf die affektive und die soziale Ebene auswirkt.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Ansichten von Lehrpersonen zum Thema “Experimentieren im Sachunterricht” und deren Bedürfnisse, um vermehrt experimentelle Methoden in ihre Unterrichtspraxis zu integrieren. Ziel der Studie ist es, ein tieferes Verständnis für die Haltung der Lehrkräfte zu gewinnen und potenzielle Ansatzpunkte für die Förderung von experimentellem Lernen zu identifizieren.
Die Forschungsmethodik umfasst die Erstellung und Durchführung einer Online-Umfrage, die von 77 Lehrpersonen in Vorarlberg beantwortet wurde. Die Analyse der Fragebogendaten bietet einen Einblick in die individuellen Einstellungen, Erfahrungen und Wünsche der Lehrkräfte in Bezug auf experimentelles Lernen im Sachunterricht.
Darüber hinaus wurden zwei Experit:inneninterviews mit Schulleiterinnen durchgeführt, wobei eine Direktorin eine Regelschule leitet und die andere eine zertifizierte MINT-Schule. Diese Interviews dienen dazu, verschiedene institutionelle Perspektiven zu berücksichtigen, Einsicht in die institutionelle Unterstützung sowie mögliche Hindernisse für die Implementierung von experimentellem Unterricht zu erhalten.
Die Resultate der empirischen Forschung zeigen sowohl positive Einstellungen als auch Herausforderungen seitens der Lehrpersonen, der Direktorinnen und der Schulen auf. Anhand der Ergebnisse der Online-Befragung und der Expertinneninterviews wird ersichtlich, dass die Lehrkräfte und Direktorinnen einen positiven Standpunkt gegenüber dem Experimentieren mit Schüler:innen im Sachunterricht einnehmen. Ebenso sind die Proband:innen bereit zu spezifischen Fortbildungen. Um häufiger Versuche im Sachunterricht durchzuführen, wünschen sich die Lehrkörper z. B. mehr vollständige und einsatzbereite Lehr- und Lernmaterialien zum Experimentieren sowie die Unterstützung durch eine weitere Lehrkraft während naturwissenschaftlichen Unterrichtseinheiten. Diese Erkenntnisse liefern wichtige Impulse für die Entwicklung von gezielten Maßnahmen zur Förderung des experimentellen Lernens im Sachunterricht und zur Verbesserung der Lehrerfortbildung in diesem Bereich.
Wie kann die Schule der Zukunft als ein Ort gestaltet werden, der die Schüler:innen auf vielfältige Weise unterstützt, befähigt und inspiriert, um sie optimal auf die Anforderungen einer sich wandelnden Welt vorzubereiten? Die Schule der Zukunft ist gefordert einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, der nicht nur Wissen, sondern auch persönliche und soziale Kompetenzen fördert. Dabei ist es entscheidend, Schüler:innen als aktive Gestalter:innen ihres eigenen Lernens zu sehen und sie zu ermutigen, ihre Interessen zu verfolgen, Herausforderungen anzunehmen und sich für die Gesellschaft einzusetzen. Für die Gestaltung einer Schule der Zukunft bedarf es einer Verständigung über konkrete Visionen und Leitbilder.