370 Bildung und Erziehung
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Die Erstellung einer Schulhomepage als kooperativer Prozess am Beispiel der Volksschule Schoppernau
(2026)
Die digitale Öffentlichkeitsarbeit von Schulen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Schulhomepages nehmen dabei eine zentrale Rolle als Informations- und Kom-munikationsplattform ein. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Entwicklung ei-ner Schulhomepage an der Volksschule Schoppernau als kooperativen Prozess zu planen, umzusetzen und zu evaluieren. Methodisch basiert die Arbeit auf einem qualitativ-formativ ausgerichteten For-schungsdesign. Hierzu wurden Interviews mit den Lehrpersonen geführt sowie eine anschließende Evaluation der erstellten Webseite durch die Eltern mittels Fragebogen durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Einbindung der Lehrpersonen, eine klare Strukturierung der Inhalte und eine benutzerfreundliche Gestaltung entscheidende Erfolgsfaktoren darstellen. Die Evaluation durch die Eltern bestä-tigt eine überwiegend positive Wahrnehmung der entwickelten Schulhomepage. Die Arbeit verdeutlicht, dass eine kooperative Herangehensweise wesentlich zum Erfolg der Homepageentwicklung beiträgt und als Modell für andere Schulen dienen kann.
Kurzfilme sind wie Gedichte
(2025)
Metaphern sind ein essenzieller Bestandteil unserer Sprache und prägen unser Denken. Doch wie nehmen Kinder die metaphorische Bildsprache wahr? Diese Masterarbeit untersucht das Metaphernverständnis von Volksschulkindern anhand des animierten Kurzfilmes Float (2019).
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu verdeutlichen, dass Filme als moderne Ausdrucksform ebenso wirkungsvoll im Schulunterricht eingesetzt werden können wie Gedichte. Sie bieten eine kreative und vielseitige Möglichkeit, sprachliche und emotionale Kompetenzen zu fördern. Durch die Analyse des metaphorischen erständnisses von Kindern, anhand des Kurzfilmes Float, wird deutlich, dass filmische Erzählweisen tiefgehende Reflexionen und emotionale Zugänge ermöglichen – ähnlich wie poetische Texte. Dies unterstreicht das Potenzial von Filmen, den Unterricht damit nicht nur zu bereichern, sondern ihn auch zeitgemäß und abwechslungsreich zu gestalten.
Um die Forschungsfrage, welche Mehrdeutigkeitspotenziale sowohl im Medium Film als auch bei Schülerinnen und Schülern der Grundstufe II zu finden sind, beantworten zu können, werden drei methodische Ansätze der qualitativen Forschung kombiniert.
Die Ergebnisse zeigen, dass Volkschulkinder ein erstaunlich differenziertes Verständnis für bildsprachliche Elemente entwickeln können. Zudem sind sie in der Lage, kritisch über zentrale Themen des Filmes, wie soziale Anpassung, Freiheit und individuelle Identität, zu reflektieren. Auch offenbart die Analyse ein Spannungsfeld zwischen Identifikation mit der Hauptfigur und dem Bewusstsein für gesellschaftliche Erwartungen.
As we are writing the introduction to this special issue we are looking back on the online summer semester 2020, which has profoundly and perhaps lastingly impacted how we do American Studies, not least by pushing us to embrace digital technologies to an extent unimaginable half a year ago. Did we really need a viral pandemic to provide the necessary push for some of our colleagues to become (more) digitally naturalized? Of course not. On the other hand, we would have appreciated practical guidelines and offers of technical support for our digital teaching ideas (as most universities have provided them in the last months) much earlier. Yet, most of these offerings were merely technological or only contained a list of tools available. How can we think critically about our tools, and how can we implement them successfully?
Obwohl digitaler Textverarbeitung heutzutage eine enorme Bedeutung zukommt und die Vermittlung entsprechender Kompetenzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz curricular verankert ist, bilden empirisch fundierte Konzepte zum Tastaturschreiben im deutschsprachigen Raum weitgehend ein Desiderat. International liegen jedoch Studien vor, die belegen, dass eine gezielte Förderung die Tastaturschreibfertigkeiten erhöhen und positive Effekte auf Rechtschreibung und Textproduktion haben kann. An diesen Ergebnissen setzt das D-A-CH-Projekt Didaktik des Tastaturschreibens und der Textverarbeitung (TasDi) an: Es zielt im Kern darauf, Lernmodule für das Tastaturschreiben zu entwickeln und zu evaluieren, die auf evidenzbasierten Erkenntnissen der Schreib- und Rechtschreibdidaktik aufbauen. Die länderübergreifende Perspektive ist aufschlussreich, da die schulische Implementierung des Tastaturschreibens im D-A-CH-Raum unterschiedlich fortgeschritten ist. In der ersten Phase des Projekts, die im Beitrag im Zentrum steht, erfolgt u.a. eine Analyse existierender Tastaturschreiblehrgänge. Diese zeigt, dass bisherige Lehrgänge v.a. an schreibmotorischen Prinzipien orientiert sind und durch eine schreib- und rechtschreibdidaktische Profilierung profitieren können.
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern forschendes Lernen im naturwissenschaftlichen Sachunterricht der Primarstufe dazu beitragen kann, dass Schüler:innen ihr Wissen auch außerhalb des schulischen Kontextes erweitern. Im Zentrum steht die Frage, ob experimentelle Lernangebote sowie außerschulische Lerngelegenheiten dazu führen, dass Kinder naturwissenschaftliche Phänomene im Alltag aufgreifen und weiterdenken.
Auf theoretischer Ebene werden zentrale Konzepte des forschenden Lernens, des Experimentierens, des naturwissenschaftlichen Lernens, des außerschulischen Lernens sowie des Transfers dargestellt und miteinander verknüpft. Dabei wird deutlich, dass insbesondere die Verbindung von handlungsorientierten Lernformen, Reflexion und lebensweltlichen Bezügen als Voraussetzung für nachhaltige Lernprozesse gilt.
Die empirische Untersuchung folgt einem Mixed-Methods-Ansatz und kombiniert Fragebögen, Interviews und Beobachtungen.
Die Ergebnisse zeigen, dass experimentelle Lernformen als motivierend erlebt werden und insbesondere das eigenständige Experimentieren als bedeutsam wahrgenommen wird. Gleichzeitig erfolgt der Transfer von schulischen Erfahrungen in den Alltag nicht bei allen Schüler:innen gleichermaßen.
Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass forschendes Lernen ein hohes Potenzial für naturwissenschaftliche Bildungsprozesse bietet, jedoch gezielte didaktische Maßnahmen erforderlich sind, um nachhaltige Lernprozesse sowie deren Transfer zu unterstützen.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten und Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz (KI) im schulischen Alltag aus der Perspektive von Lehrpersonen sowie die Frage, inwieweit sich Unterricht mithilfe solcher Technologien und Tools planen lässt. Im einleitenden theoretischen Teil werden zentrale Begriffe wie KI, Machine Learning und Deep Learning klar abgegrenzt, Potenziale und Grenzen diskutiert und Rahmenmodelle auf ihre Bedeutsamkeit für die Lehrer:innenbildung übertragen. Im empirischen Teil werden qualitative Interviews mit fünf Lehrpersonen geführt und ausgewertet, um Einblicke in den aktuellen Gebrauch, Hemmnisse und Fortbildungsbedarfe zu gewinnen. Dabei wurde das deduktive Verfahren nach Mayring ausgewählt und die Interviews und Aussagen der Interviewpartner:innen wurden dementsprechend in Kategorien zugeordnet. Dabei wurde recht klar, dass die Verwendung von KI unter Lehrpersonen aktuell eher eine Nebenrolle spielt. Aufgrund dessen wurde nach dem empirischen Teil eine „kleine Handreichung“ erstellt, welche Lehrpersonen verwenden könnten, um sich selbst an KI-Tools anzutasten und diese in ihren Unterricht zu integrieren. Erste Befunde zeigen Interesse an individualisierten Fördermöglichkeiten, gleichzeitig jedoch Unsicherheit im Umgang und Bedarf an gezielten Schulungen zum Prompt-Engineering und zur kritischen Nutzung von KI. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass KI-Werkzeuge die Unterrichtsplanung sinnvoll unterstützen können, ihre Potenziale jedoch nur unter fachlich-didaktischer Reflexion und begleitender Fortbildung voll ausgeschöpft werden.
Diese Masterarbeit untersucht die Potenziale und Grenzen der Montessori-Pädagogik im Kontext des österreichischen Regelschulsystems. Ziel der Studie ist es, zu analysieren, inwiefern dieses reformpädagogische Konzept kindzentrierten Unterricht fördert und welche Herausforderungen bei der Umsetzung im schulischen Alltag entstehen. Im Rahmen der empirischen Untersuchung wurden vier qualitative Interviews mit Lehrpersonen durchgeführt, die über eine abgeschlossene Montessori-Ausbildung verfügen und die Grundprinzipien dieser Pädagogik aktiv in ihrem Unterricht anwenden. Alle befragten Lehrpersonen arbeiten im Regelschulkontext, orientieren sich jedoch in unterschiedlichem Ausmaß an der Montessori-Pädagogik. Dadurch konnten vielfältige Perspektiven auf Chancen und Grenzen der Implementierung gewonnen werden. Auf Grundlage theoretischer Analysen und empirischer Ergebnisse konnten zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert werden. Die Befunde zeigen, dass die Prinzipien der Montessori-Pädagogik insbesondere Individualisierung, Selbstständigkeit, handlungsorientiertes Lernen und intrinsische Motivation begünstigen. Gleichzeitig erschweren strukturelle Rahmenbedingungen – wie große Klassen, enge curriculare Vorgaben und begrenzte Ressourcen – eine konsequente Umsetzung im Regelschulkontext. Die Arbeit liefert praxisnahe Erkenntnisse, die Impulse für die Weiterentwicklung kindzentrierter Unterrichtsformen geben und dazu beitragen können, lernförderliche und partizipative Schulumgebungen nachhaltig zu gestalten.
Influencing each other
(2019)
Seit 2007 gibt es die jährliche weltweite Umfrage über die besten „Learning Tools“ des Centre for Learning & Performance Technologies. Bis 2015 belegte Twitter in dieser Studie über die 100 besten Tools für das Lernen jeweils den ersten Platz. 2016 wurde das Ranking auf 200 Tools erhöht und 2017 wurden verschiedene Kategorien eingeführt. Im Bereich „Personal Professional Learning“ landete Twitter 2018 auf dem dritten von 200 Plätzen (Hart, 2019).
Der steigende Lehrpersonenmangel führt zu unterschiedlichen Wegen der Professionalisierung weitab vom klassischen Lehramtsstudium und beschäftigt damit Bildungspolitik, Gesellschaft und Lehrer*innenbildung. Die vierte Tagung in der Reihe „Wie viel Wissenschaft braucht Lehrer*innenfortbildung?“ stellte eben diese Wege der Professionalisierung in den Mittelpunkt.
Der klassische und lineare Weg in das Lehramt umfasst ein Studium, das in theoretischen und praktischen Anteilen auf den Beruf – die Profession – vorbereitet. Darauf folgt eine Berufseinstiegsphase, die international verschieden realisiert wird. Danach obliegt die Professionalisierung der Eigenverantwortung der Lehrkräfte: Informelle und professionsrelevante Aktivitäten am Arbeitsplatz sowie die Nutzung formaler Fort- und Weiterbildungsangebote setzen eine hohe Selbstorganisation und eine entsprechende Motivation der Lehrkräfte voraus.
Lesen als Kulturtechnik ist eine wichtige Schlüsselkompetenz, die im Rahmen des Erstsprachunterrichts gut abgesichert werden muss. Da Kinder mit unterschiedlichen Vorläuferfertigkeiten in die Schule kommen, resultieren daraus immer häufiger Lautsynthese- und -analyse-Schwierigkeiten. Nach Erkenntnissen aktueller lerntheoretischer Forschungen ist auch der Leselernprozess als handlungsorientierter Prozess zu sehen. Unter Einfluss neurowissenschaftlicher Erkenntnisse der „Embodied Cognition“ versteht die Autorin daher das Lesen (lernen) als einen „Embodied Reading“-Prozess. Der folgende Beitrag versucht am Beispiel des fachdidaktischen Konzepts KUL® darzulegen, inwiefern Forschungen im Bereich der Neurowissenschaften sowie der Sprachwissenschaften genutzt werden können, um die Bedeutung „multimodalen Inputs“ anhand visueller und motorischer Artikulationshilfen für das Lesenlernen herauszustreichen. Die Umsetzung multimodaler (Lese-)Lernhilfen erfolgt bei KUL® durch den Einsatz von Mundbildern sowie artikulatorischer und motorischer Gesten. Einen besonderen Stellenwert hat die Lautsprache – also das bewusste Sprechen von Lauten und Wörtern, weshalb relevante Aspekte der deutschen Phonematik1, mit Fokus auf das deutsche Lautprinzip – in den didaktischen Übungsformen berücksichtigt werden. Der Vorschlag eines stufenweisen Kompetenzaufbaus soll die Relevanz gut abgesicherter Vorläuferfertigkeiten für den Schriftspracherwerb untermauern, um schließlich darauf aufbauende körperbasierte Übungen des Konzepts KUL®, deren Umsetzung auch gut im Primarstufenunterricht möglich ist, exemplarisch darzulegen.
Spielerisches Lernen kann Spaß am Mathematiklernen merklich erhöhen. In diesem Artikel stellen wir zwei design-basierte Forschungsprojekte vor, die durch den Einsatz von Spielelementen im Mathematikunterricht der Sekundarstufe dieses Ziel erreichen. Nach einem kurzen theoretischen Überblick zu Game-based Learning und Gamification im Unterricht werden aufbauend auf fachlichen und fachdidaktischen Überlegungen das Design (1) eines analogen Krimidinners als Rollenspiel zur mathematikhistorischen Problemstellung der Winkeldreiteilung und (2) eines digitalen Lernpfades zur Höhenbestimmung mit dem Försterdreieck beschrieben. Aus den Ergebnissen der Studien werden zentrale Design-Prinzipien abgeleitet, die für die Erstellung weiterer derartiger Lerndesigns herangezogen werden können. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass die exemplarischen Lernspielgelegenheiten einen gewinnbringenden Beitrag zur Förderung von Motivation und Spaß im Fach Mathematik leisten können.
Kinder lieben es, ihr Lieblingsbilderbuch immer wieder anzuschauen, vorgelesen zu bekommen und darüber zu reden. Sie freuen sich jedes Mal aufs Neue über bestimmte Passagen und können den Text bald auswendig mitsprechen. Durch diese intrinsische Motivation und die hohe Aufmerksamkeit lernen die Kinder wie von alleine und ohne Stress Wörter, deren Bedeutung und richtige Aussprache und grammatikalische Strukturen in einem für sie inhaltlich interessanten Kontext. Was so beim Bilderbuchlesen alles automatisch geschieht, klingt doch wie der perfekte Sprachunterricht und das könnte er – wenigstens teilweise – auch sein!
Dieser Text versteht sich als Einführung zu den folgenden sieben didaktischen Aufsätzen. Sie wurden von Lehrpersonen verfasst, die im Jahr 2016 gemeinsam am Lehrgang „Didaktik der deutschen Sprache“ teilgenommen haben. Die Beiträge zeigen die große Heterogenität der Effekte von Bildungsmaßnahmen – auch wenn diese durch Curricula geregelt und somit normiert sind – auf jeden einzelnen Lernenden. Die Verschiedenartigkeit dieser Beiträge soll aber auch Anlass sein, allgemein über ein Phänomen nachzudenken, das der tägliche Unterricht mit sich bringt, nämlich dass gleiche Informationen bei Lernenden unterschiedliche Resultate hervorbringen: Vorwissen, Vorerfahrungen, Neugier und Interesse bestimmen grundlegend, wie der Input verstanden und verarbeitet wird. Die Besonderheit dieser Beiträge ist, dass sie Zeugnis davon geben, wie stark subjektive Theorien auch dann wirken, wenn, wie hier, alle Teilnehmerinnen durch den Lehrgang zu einem Perspektivenwechsel in ihrer Wahrnehmung von Sprache und Schrift gezwungen waren und neue didaktische Prämissen entwickeln mussten.
Gegenstand des Beitrags ist eine Analyse von Aufgaben in Schulbüchern für das Fach Deutsch in der Primarstufe und der Sekundarstufe I. Aufgaben nehmen eine mittelnde Position zwischen dem Sachgegenstand und den SchülerInnen ein, insofern als über das Material – in unserem Fall Lern- und Übungsaufgaben – bestimmte Kompetenzen erworben werden sollen. Hlebec (2015) betont, dass in einem induktiv ausgerichteten Unterricht den Aufgaben ein besonderer Stellenwert zukommt; umso überraschender ist sein Befund, dass das Thema Aufgaben in der Grammatikdidaktik bisher kaum Beachtung gefunden hat. Ziel unserer Analyse ist die Überprüfung von Aufgaben zur Wortartenkategorisierung im Hinblick auf die Qualitätsmerkmale, Standardorientierung und Gegenstandsorientierung (Behrens et al., 2014). Dabei wird untersucht, (i) inwiefern die Lerngegenstände den fachwissenschaftlichen Standards entsprechen, (ii) welche Kompetenzen bzw. welches Wissen durch die Bearbeitung der Aufgaben erworben wird und (iii) ob die Lernaufgaben den Erwerb der in den Bildungsstandards angezielten Kompetenzen ermöglichen.
2008 erfolgte der Start für eine Intensivierung der Politischen Bildung in Zusammenhang mit der Senkung des Wahlalters auf 16. Die Befähigung
der jungen Menschen zu kompetenter Partizipation im Bereich des Politischen lautete die Zielvorgabe. Die Ausbildung der LehrerInnen im Sinne einer Professionalisierung der Politischen Bildung sollte mit dieser Intention Schritt halten. Inwieweit diese Absicht von Erfolg gekrönt ist, thematisiert der folgende Beitrag.
Eigentlich müsste man meinen, dass es ziemlich einfach sei, über „Freundschaft“ zu schreiben. Jedem von uns ist klar, was „Freundschaft“ ist, wird sie doch in vielen literarischen und musikalischen Formen ausführlich gepriesen und gewürdigt.Jedoch: „Die einfachsten Dinge sind oft die schwersten.“ (Peter Bichsel)
Diesem Motto Peter Bichsels aus seinen „Kindergeschichten“ folgend, ahnt man, dass die Sache so einfach denn nun doch wieder nicht ist. Wir wissen wohl um die Bedeutung von Freundschaft im Allgemeinen. Kinderfreundschaften entziehen sich aber allein schon wegen der schwierigen Erfassungs- und Erhebungsmethoden – besonders bei kleineren Kindern – weitgehend der wissenschaftlichen Erforschung. Hier hakt eine Bachelorarbeit der PH Vorarlberg von Sophie Soltani
(2012) ein. Mittels selbst entwickelter Bildkarten wurde ein Erhebungsinstrument entwickelt, das zu zum Teil überraschenden Erkenntnissen über Kinderfreundschaften führte.
Individuum gegen Ö-Norm
(2016)
Der vorliegende Text entstand als Beitrag für den Sammelband zum Thema „Schwierige SchülerInnen im Kunstunterricht“, erschienen in der Schriftenreihe Medien – Kunst – Pädagogik, Band 7, Flensburg University Press, 2013. Die Texte sollten sich an Studierende der Kunsterziehung richten. „Was mache ich mit schwierigen bzw. unmotivierten SchülerInnen im Kunstunterricht?“ lautete die Forschungsfrage, sie bildet den Ausgangspunkt zu dieser Arbeit. Neben einer Reihe an unterschiedlichen Aspekten – sie werden im Verlauf des Textes ersichtlich – stellte sich die Frage nach dem Umgang mit Individualität im BE-Unterricht klar in den Vordergrund der Diskussion
Das Konzept des Cooperativen Offenen Lernens fußt auf den drei Grundprinzipien des Daltonplans (Freedom, Co-operation, Budgeting Time) und wird an jedem Schulstandort an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt. Im Mittelpunkt steht die Haltung der an der Schule beteiligten Akteure. Die Eckpfeiler in der praktischen Umsetzung des Konzeptes sind: -- Kooperation der Lehrer/innen in Klassenlehrer/-innenteams -- Ermöglichung von offenen Arbeitsphasen für Schüler/innen -- Methodenvielfalt – inkl. der Einbindung von
eLearning -- Begleitung bei der Reflexion von Lernprozessen,u.a. durch Verwendung formativer Methoden der Leistungsbewertung -- regelmäßige Klassenratssitzungen Im folgenden Beitrag werden zunächst die Grundsätze von COOL dargestellt, anschließend wird die konkrete Umsetzung an zwei Vorarlberger Schulen beschrieben. Die Autorin ist langjähriges Mitglied im Impulse-Centre for Co-Operative Open Learning und begleitet in dieser Tätigkeit laufend Schul- und Unterrichtsentwicklungsprojekte.
Am Nachmittag des 3. Bildungssymposiums “Begabungen fördern - Chancen eröffnen” gingen die zahlreichen Teilnehmer/innen den Fragen nach der konkreten Umsetzung der Begabungsförderung auf den Grund. Möglichkeiten dazu boten sich in drei Workshops, die von Expertinnen des Österreichischen Zentrums für Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF) aus Salzburg angeboten wurden. Die zahlreichen Teilnehmer/innen aus verschiedensten Schultypen konnten zwischen einem didaktischen, einem analytischen und einem entwickelnden Workshop wählen.
Von 1998 bis 2012 war der Verfasser Leiter einer bilingualen Privatschule (Englisch und Deutsch als gleichwertige Unterrichtssprachen). Diese Schule umfasste sämtliche Schulstufen von der Volksschule bis zur Matura und war konzeptionell als gemeinsame Schule der 6 bis 15-jährigen geführt. Nach der 9. Schulstufe wechselte ein Großteil der Schülerinnen und Schüler in die Berufsausbildung, für die anderen fand der Übertritt in die gymnasiale Oberstufe fließend entweder nach der 8. oder der 9. Schulstufe statt. Die Schule war gemäß ihrem Motto „Stärken radikal" ressourcenorientiert, die bestmögliche persönliche Entwicklung jedes und jeder einzelnen stand im Mittelpunkt der pädagogischen Bemühungen, allfällige Schwächen oder Defizite der Schüler/innen hatten so gut wie keinen negativen Einfluss auf deren schulisches Fortkommen. Das Unterrichtsmodell „Lernen unter Selbstkontrolle“ (Guttmann, 1990) im Besonderen und die gezielte Berücksichtigung von lernpsychologischen Erkenntnissen im Schulalltag im Allgemeinen gewährleisteten eine schnelle und nachhaltige Aneignung des Lernstoffs in Form von Kerninformationen. Regelmäßige kontemplative Phasen sowie angstreduzierende, persönlichkeitsstärkende und ressourcenaktivierende Maßnahmen schufen ein stressfreies, entspanntes und trotzdem leistungsorientiertes Lernklima. Eine wichtige Besonderheit im pädagogischen Konzept der Schule stellte die sogenannte „Individuelle Projektarbeit“ dar, eine fest in den Stundenplan verankerte Arbeitsform, in der die Schüler/innen alleine oder in Gruppen ein selbstgewähltes Thema bearbeiteten, ihre Arbeitsergebnisse schriftlich zusammenfassten, in öffentlichen Vorträgen präsentierten und laufend ihre Arbeitsfortschritte reflektierten und dokumentieren.
Der altersgemischte Unterricht erfreut sich im deutschsprachigen Raum seit einigen Jahren steigender Beliebtheit - immer mehr Grundschulen führen mittlerweile altersgemischte Klassen. Der altersgemischte Unterricht hat auch in kleinen Schulen im ländlichen Raum eine lange Tradition. Im Interreg Forschungsprojekt „Kleine Schulen im alpinen Raum“ wird die didaktische Umsetzung des altersgemischten Unterrichts in kleinen Volksund Primarschulen in den Regionen Vorarlberg, Graubünden und St. Gallen untersucht. Im Rahmen dieses Beitrags wird die Umsetzung des altersgemischten Unterrichts sowie die damit zusammenhängenden Chancen und Herausforderungen auf der Basis von drei Vorarlberger Fallschulen mit Montessori-Schwerpunkt analysiert.
Das multidimensionale Begabungs-Entwicklungs-Tool (mBET) gibt Schulen die Möglichkeit, Schüler/innen auf Grundlage der Einschätzung von Eltern, Lehrer/in und der Schülerin/des Schülers selbst individuell in ihren Stärken, Begabungen und Interessen zu fördern. Gemeinsam mit Eltern und Kind können schulische und außerschulische Fördermöglichkeiten diskutiert und entwickelt werden. Grundlage dafür sind drei Einschätzungsbögen (für Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen) und ein geleitetes mBETFördergespräch. Im Beitrag werden das mBET und die mBET-Gesprächsführung skizziert sowie mBET-Ausbildungen und Erfahrungen aus dem mBET-Einsatz vorgestellt.
Museen sind Orte der Bildung und Unterhaltung! Durch den Wandel hin zur Erlebnisgesellschaft (Schulze, 1992) veränderten sich ebenfalls die Erwartungen der Besucherin / des Besuchers gegenüber Museen. Nicht nur das Erlangen von Wissen ist somit relevant, sondern auch ein
unterhaltungsorientiertes Angebot. Die Institution Museum muss diesen Spagat zwischen dem Auftrag, Bildung zu vermitteln und den immer
höher steigenden Ansprüchen von Besuchern in Bezug auf Unterhaltung, schaffen. Digitale Medien können dazu beitragen, eben diesen
Bedürfnissen gerecht zu werden und erlangen somit immer häufiger Zugang zu musealen Einrichtungen. Jedoch stellt sich die Frage, ob ein
unreflektierter Einsatz von digitalen Medien zu einer Umwandlung von der Bildungsinstitution Museum hin zu einer unterhaltungsorientierten
Einrichtung führen kann. Im Zuge meiner Abschlussarbeit für das Diplomstudium Medienpädagogik wurden fünf Experteninterviews zu
dieser Thematik geführt und versucht, ein Bild der gängigen Praxis im Vergleich zu theoretischen Modellen zu gestalten.
In Österreichs berufsbildenden mittleren und höheren Schulen ist COOL gut etabliert, in den letzten Jahren stößt COOL auch in immer mehr
Gymnasien und Neuen Mittelschulen auf großes Interesse. Wie es gelingt, in österreichischen Schulen das System von innen her zu entwickeln
und Innovation voranzutreiben, zeigen die COOL-LehrerInnen und Schulleitungen an den 65 zertifizierten COOL-Partner- und Impulsschulen Österreichs gerne vor. Darüber hinaus gibt es noch einmal so viele Schulen, die mit COOL arbeiten aber (noch) nicht zertifiziert sind.
In diesem Beitrag werden der Schulentwicklungsprozess der Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg und Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung vorgestellt. Der Schulentwicklungsprozess umfasst mehrere Bereiche, unter anderem die Umstellung auf jahrgangsgemischte Klassen in der Grundstufe 1 sowie den Ausbau individualisierten Unterrichts.
„Das gehört nicht in Deinen Verantwortungsbereich“– „Es funktioniert doch gut so wie es ist“ – „Wir haben es immer schon so gemacht“ oder „Denk bloß an die ganze Bürokratie, die dafür nötig ist“ hat wohl jeder schon mal zu hören bekommen oder selbst genutzt. Auch als Kreativitätsforscher ist man immer wieder mit solchen Killerphrasen konfrontiert „Kreativität kann man nicht messen“ weil „Kreativität viel zu unterschiedlich ist, um empirisch erforscht zu werden“, weil „man den Einfluss einer Idee, Erfindung oder eines Kunstwerkes nicht messen“ kann. Ich kontrastiere das im Folgenden mit meiner Antithese „Kreativität kann und soll wissenschaftlich untersucht werden“. Denn Kreativität ist nach Jung (2014) ein Hauptmerkmal der Menschheit, eine zentraler evolutionärer Faktor und das gilt für Kreativität in Kunst, Wissenschaft und Kultur, aber auch für die Bedeutung der Kreativität und Innovation aus ökonomischen Gründen und schließlich wird Kreativität auch als Zeichen mentaler Gesundheit und emotionalem Wohlbefindens gesehen. „Kreativität führt uns dazu, unser Denken über Dinge zu ändern und wird als treibende Kraft angesehen, die die Zivilisation vorwärts bewegt“ Wann ist ein Produkt oder eine Idee kreativ? Zum einen, wenn sie als neuartig und ungewöhnlich, sowie gleichzeitig als nützlich und zweckmäßig (oder clever, interessant, schön,…) gesehen wird. Das hängt sowohl vom Zeitgeist als auch dem Auge des Betrachters ab. Als bekanntes Beispiel kann hier die Erfindung der Schreibmaschine aus dem Jahr 1864 genannt werden: Der Österreicher Peter Mitterhofer entwickelte 1864 die erste vollständig funktionierende Schreibmaschine, deren Nutzen die kaiserlichen Gutachter (von Franz Joseph I.) nicht erkannten. 10 Jahre später gelang es einem Amerikaner, Christopher Scholes, das US-Unternehmen Remington zu überzeugen, in die Serienproduktion mit einer vergleichbaren Schreibmaschine zu gehen. Eine Inschrift auf Mitterhofers Grabstein verweist darauf: „Die Anderen, die von ihm lernten, durften die Früchte seines Talentes ernten“. Aber wie kann man Kreativität messen? Wer ist kreativ? In einem Versuch, so unterschiedliche Formen der Kreativität wie die von bekannten Wissenschaftlern, Künstlern aus verschiedensten Richtungen, aber auch in der Wirtschaft oder in Kindheit und Jugend zu systematisieren, stellt das Modell von Kaufmann & Beghetto (2009) dar: Dieses unterscheidet gleichsam in einer Pyramide auf der untersten Ebene die das „Little-C“, die Alltags-Kreativität, welche für täglichen Einfallsreichtum, für persönliche kreative Tätigkeiten steht. Darüber angesiedelt ist im mittleren Segment das „Pro-C“, das für professionelle Kreativität steht und umschrieben wird mit: Kreative Fachleute, Experten, die ihre Zeitgenossen beeinflussen (z.B. Don Draper). An der obersten
Spitze der Pyramide steht das „Big-C“ für herausragende Kreativität, wie sie Genies wie Einstein, Bach, da Vinci, Darwin und viele andere beschreibt. Aber wie kann man diese ganz unterschiedlichen Formen der Kreativität wissenschaftlich untersuchen und beschreiben? Im Folgenden soll ein kleiner Auszug aus der sehr vielfältigen psychologischen Kreativitätsforschung gegeben werden.
Moving images are increasingly integrated in English as a foreign language teaching, as streaming platforms allow for an easy (class) access to audio-visual content. TV series, as an example of popular culture, can be used for a variety of purposes, including teaching the foreign language itself but also talking about cultural topics and critically analyzing media discourses. To talk about TV series, teachers can rely on existing methods and techniques for teaching movies, which aim at discussing how meaning is conveyed in moving pictures in a learner-oriented environment, encouraging students to negotiate different interpretations of a given scene or movie. This article illustrates the potential of TV series for the EFL classroom by concentrating on The Americans, which features the lives of Philip and Elizabeth Jennings, two Soviet secret agents in the United States during the time of the Cold War. The series appears particularly suitable for foreign language contexts as it mixes facts and myths about the Cold War, depicting the life of deep cover agents at the time and allowing viewers to relive 1980s life and popular culture.
Auch religiöses Lernen wird gegenwärtig häufig unter der Perspektive von Bildungsstandards, Kompetenzmodellen und Kerncurricula diskutiert.
Dabei bleibt aber wichtig, den Prozess des Lernens nicht aus den Augen zu verlieren. Dieser Beitrag fokussiert auf den Prozess religiöses Lernen und die diesen prägenden Aspekte.
Es gibt bereits eine Vielzahl an unterschiedlichen didaktischen Modellen und Konzepten, die alle eine besondere Vorstellung von Unterricht, Erziehung und Bildung vertreten. Manche von ihnen waren sehr erfolgreich, andere wiederum verschwanden nach kurzer Zeit wieder. Die Geschichte der Pädagogik zeigt uns, dass zu verschiedenen Zeiten verschiedene Zielsetzungen der Pädagogik die Entstehung von didaktischen Modellen verursachte. Manchmal stand der Unterrichtsstoff, der
Wissenserwerb im Vordergrund, ein anderes Mal waren auch die Bedürfnisse der Wirtschaft als Ziele der Pädagogik von Interesse
Schule für die Zukunft? Erfahrung, Aufgaben und Ziele von Schulentwicklung – Das Beispiel Jena
(2015)
Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten Meer. [Antoine de Saint-Exupéry] Das System Schule ist eine konfliktreiche Bühne mit einem großen Orchester, dessen Instrumente immer wieder neu gestimmt werden müssen, damit ein harmonisches Zusammenspiel entsteht. [Aus der Konzeption der „Kulturanum“-Gemeinschaftsschule Jena] Über Schulentwicklung und eine „Schule für die Zukunft“ habe ich zu berichten, aber nicht aus der Sicht der Theorie, nicht aus der Sicht der Erziehungswissenschaft, sondern auf Grund meiner Erfahrungen aus über zwanzig Jahren konkreter Schulentwicklung in Jena – als Lehrerin, Schulleiterin und Beraterin. Das Beispiel Jena und die Jenaer Schullandschaft werden dabei als erfahrungsgestütztes Porträt konkreter Schulentwicklung „vor Ort“ im Mittelpunkt meines Textes stehen.
Binnendifferenzierung ist ein Wort für das schlechte Gewissen des Lehrers. (Wischer,2008, S. 720) So titelt ein Artikel zum Theorie-Praxis-Verhältnis im Umgang mit Heterogenität. Binnendifferenzierung ist eines der zahlreichen Konzepte, die die Theorie für den Umgang mit Heterogenität bereitstellt und die zu hohen normativen Erwartungen führen. Die Konzepte indes finden in der Praxis wenig Verbreitung und werden von ihr unzureichend eingelöst. Die Situation spiegelt eine immer noch verbreitete Auffassung des Theorie-Praxis-Verhältnisses wider, nach der die Praxis umgesetzte Theorie sei. Denkt man hingegen das Theorie-Praxis-Verhältnis anders, nämlich als Gefüge, so ergeben sich Möglichkeiten der gegenseitigen Befruchtung. In dieser Sehweise des Theorie-Praxis-Verhältnisses als Gefüge ist -- die Praxis theoriebegleitet und -- die empirisch forschende Theorienbildung praxisgeleitet. Weder der Theorie noch der Praxis kommt der Primat zu. Es stellt sich dann auch nicht die Frage, ob erst die Theorie und dann die Praxis gelernt werden soll oder umgekehrt. Der Blick richtet sich auf den Prozess der Theorie- bzw. der Konzeptbildung in der Unterrichtspraxis. In dieser Sehweise ist die Unterrichtspraxis Ausgangs- und Endpunkt der Theorienbildung.
Der Beitrag stellt das Lernsystem Le.Ple.fE zur Initiierung und Unterstützung individueller und gemeinsamer Lernprozesse in seinen Grundzügen vor. Dabei wird die Konzeptbildung auf Basis empirischer Daten aus den Feldern der Lehr-Lernforschung sowie der positiven Psychologie beschrieben. Exemplarisch wird die Pilotierung der Buchstabenberge, eines Le.Ple.fE-Beispiels zum Lesen und Schreiben lernen in der Schuleingangsphase, aufgezeigt. Dazu werden das Material skizziert sowie eine Auswahl zentraler Ergebnisse der Vorstudie dargestellt.
Der Sammelband setzt sich zum Ziel, die Existenzielle Pädagogik in ihren Grundzügen aufzu-zeigen und mit Blick auf schulische und außerschulische Handlungsfelder auszuloten. Dies geschieht auf Basis und Auslegung des Konzepts der Existenziellen Grundmotivationen nach Alfried Längle, die eine Weiterentwicklung der Existenzanalyse und Logotherapie Viktor Frankls darstellen.
Das RECC der PHV hat es sich zur Aufgabe gemacht, die mannigfaltig im Internet und in Schulbüchern kursierenden Aufgabensammlungen
zum Thema „Kompetenzcheck Mathematik“ für den täglichen Unterrichts- und Selbstevaluationsgebrauch individualisiert nutzbar und niederschwellig zugänglich zu machen. Mittels neuer Medien wurde diesbezüglich ein individuell gestalt- und ergänzbares Aufgaben-Portfolio in automatisiert auswertbarer Form mit chronologischen Rückspiegelungen der eigenen Entwicklungsfortschritte programmiert.
Breite Anwendung findet dabei das im Schul- und Hochschul-Unterricht laufend verwendete eLearning-Tool Moodle, welches die regelmäßige, orts- und zeitunabhängige, selbstreflektierte Festigung der mittels individuellem Lerntempo akquirierten Fähigkeiten und Fertigkeiten jenseits finaler Endkontrollen ermöglicht. Die stark unterschiedliche Leistungsfähigkeit heterogener Lerngruppen von der Mittelschule bis zur Hochschule kann dadurch binnendifferenziert und eigengesteuert für die Unterrichtspraxis angeglichen werden.
Was einst Jubel und Jammer war, muss nun Erkenntnis werden, wie eigentlich auch im Leben des einzelnen. Damit erhält auch der Satz Historia vitae magistra einen höheren und zugleich bescheideneren Sinn. Wir wollen durch Erfahrung nicht sowohl klug (für ein andermal) als weise (für immer) werden.
Jacob Burckhardt: Weltgeschichtliche Betrachtungen,
Einleitung (1868/1871)
Diversitätsbewusste Bildung – eine Studie zur migrationsbedingten
Diversität angehender Lehrpersonen
(2016)
Die Pädagogische Hochschule Vorarlberg und die Universität Innsbruck arbeiten an einer gemeinsamen Studie zur migrationsbedingten Diversität von Lehramtsstudierenden, die in Anlehnung an ein Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (CH) – DIVAL – Diversität angehender Lehrpersonen“ erfolgt. Ziel ist bewusste Reflexion und Wahrnehmung der Studierenden der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg und der Universität Innsbruck als reales Abbild einer durch Diversität geprägten Gesellschaft. Dabei geht es einerseits um Sichtbarmachung und Dokumentation von Diversität bei angehenden Lehrpersonen an den Institutionen, andererseits sollen auch Chancen und Herausforderungen deutlich werden, welche mit dem professionellen Umgang mit Diversität an der Einrichtung einhergehen. Der Bericht zeigt die Beweggründe zur Durchführung der Studie auf und legt erste Befunde zur migrationsbedingten Diversität unter den Studierenden an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg dar.
This article is about teaching civil disobedience and conspiracy theories – two complex, sensitive, and emotional issues. By linking theory and practice in the form of a lesson sequence, it will illustrate that teaching is about empowering students in their development of skills toward independent, reflected, and critical thinking skills. The teacher only orchestrates the process by purposefully providing valuable input and offering a wide array of perspectives and strategies, which support students on their way to forming their own opinions and developing competences that last and make them capable individuals in and – most notably – outside the classroom.
Projekt „Personalentwicklung als Führungsaufgabe von Schulleitungen“ – Ergebnisse der Vorstudie
(2012)
Der vorliegende Bericht beschreibt den Aufbau des Forschungsprojekts „Personalentwicklung als Führungsaufgabe von Schulleitungen“ und gibt einen ersten Einblick, wie Personalentwicklung gegenwärtig an den Pflichtschulen in Vorarlberg praktiziert wird. Im Fokus der Untersuchung stehen Rahmenbedingungen, erfolgreiche Modelle und Praxisbeispiele gelingender Personalentwicklung im Kontext Schule. Das Forschungsprojekt ist ein gemeinsames, länderübergreifendes IBH-Projekt der Pädagogischen Hochschulen Vorarlberg, St. Gallen und Baden-Württemberg.
Mit dem Wunsch bei SchülerInnen in besonderer Weise Eigenverantwortung, Selbständigkeit, Teamfähigkeit und Sozialkompetenz sowie Lernfreude und Motivation zu fördern, beschlossen einige Kolleginnen im Jahre 2011/12 im Rahmen eines pädagogischen Tages mit dem Thema "Individualisiertes Lernen", eine Arbeitsgruppe zu installieren, die seitdem versucht den SchülerInnen ein hohes Maß an Individualisierung und Differenzierung teil werden zu lassen. Nachdem diese Arbeitsgruppe auch einen Vormittag im Gymnasium Gallusstraße hospitierte, und dann mit weiteren Interessenten die HAK Bludenz, in welcher seit 2004/05 CoOL praktiziert wird, besuchte, wurde der gemeinsame Beschluss gefasst, diese Unterrichtsform auch am BG/BRG Feldkirch schrittweise zu implementieren.
In den letzten Jahren ist eine inklusive Unterrichtsentwicklung verstärkt in den Fokus von Schulpädagogik und Bildungspolitik gerückt. In diesem Zusammenhang wird auch nach den Bedingungen gefragt, die in inklusiven Lehr-Lern-Settings das Lernen unterstützen können. Dem Aspekt des Co-Teachings wird darin eine positive Wirkung zugesprochen. Ausgehend von einer Darstellung theoretischer Konzepte und dem Forschungsstand zur interprofessionellen Kooperation in der Schule wird im vorliegenden Beitrag anhand einer schriftlichen Befragung von Schüler/innen der Frage nachgegangen, wie sie die individuelle Förderung und das lernförderliche Klima im Co-Teaching von Lehrkraft und Inklusionsassistentin einschätzen. Mittels inhaltlich strukturierender Inhaltsanalyse (Kuckartz 2014) werden die lernförderlichen Faktoren des Co-Teachings herausgearbeitet und abschließend kurz schulpädagogisch und forschungsmethodisch diskutiert.
Eine verstärkt sprach- und schriftsprachsystematische Ausrichtung der Deutschdidaktik in der Volksschullehrerausbildung und ihre Kernpunkte
sind Gegenstand der folgenden Ausführungen. Am Beginn steht eine kritische Betrachtung des traditionellen Anfangsunterrichts mit
seiner größtenteils mangelhaften theoretischen Fundierung, die Argumente für eine Neuorientierung in der Didaktik liefert. Linguistische Sachverhalte zur Silbe werden geklärt, wobei
Wortbetonung (Prosodie) und die Vielfalt der Vokale im Deutschen sowie die leserorientierte Sicht auf die Schrift im Mittelpunkt stehen. Beim
Zusammenspiel von mündlicher Sprache und Schriftlichkeit ist die (neue) Argumentationsrichtung wesentlich: Schriftlichkeit ist unverzichtbar für den Sprachausbau, ein schriftsystematischer
Unterricht für sprachlernende Kinder äußerst vorteilhaft. Die Silbenanalytische Methode nach Röber (im weiteren Verlauf der Ausführungen kurz SaM genannt) wird in ihren Grundzügen im
letzten Abschnitt beschrieben. Der Erwerb der <i/ie> - Schreibung mit der Silbenanalytischen Methode im Verlauf der Grundschulzeit als Beispiel soll die Lehrbarkeit und Regelhaftigkeit der deutschen Orthografie veranschaulichen. Für eine weiterreichende Auseinandersetzung sei auf die angegebene Literatur verwiesen.
Pädagoginnen und Pädagogen möchten ihren Schülerinnen und Schülern trotz deren unterschiedlicher Voraussetzungen und Fähigkeiten einen begabungsfördernden Unterricht bieten. Dazu nutzen sie diverse Strategien und Arbeitsweisen. Die Methodensammlung „Wege in der Begabungsförderung“ bietet einen praxisnahen Überblick über begabungsfördernde Unterrichtsmethoden und Lernarrangements aus Akzeleration und Enrichment, sowie Materialien für den unmittelbaren Einsatz in der Schulpraxis.
Der Übergang von der Ausbildung in die Berufstätigkeit stellt an neue Lehrpersonen vielfältige Anforderungen. Diese sensible Berufseinstiegsphase spielt daher für die berufliche Entwicklung, z.B. für den Kompetenzerwerb und den Aufbau einer beruflichen Identität, eine wichtige Rolle. Um die Professionalisierung der Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger zu unterstützen, wurde in Österreich mit dem Schuljahr 2019/20 der Berufseinstieg neu konzipiert: Die einjährige sogenannte Induktion enthält nun spezifische Fortbildungsangebote und ein individuelles Mentoring. In diesem Beitrag wird im Rahmen des Forschungsprojekts INDUK exemplarisch die Induktion in Vorarlberg mit dem Fokus auf die Fortbildungsveranstaltungen beschrieben und analysiert. Weitere Ergebnisse in Bezug auf das Kompetenzerleben der Berufseinsteiger/innen werden vorgestellt.
Um die Professionalisierung von Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern zu unterstützen, wurde in Österreich eine einjährige Induktion eingeführt, die als wesentliche Elemente induktionsspezifische Fortbildungen und ein individuelles Mentoring enthält. Der vorliegende Beitrag stellt die Begleitforschungen in Vorarlberg mit dem Fokus auf die Kompetenzen der Berufseinsteiger*innen dar. Die Untersuchungen basieren auf dem empirisch entwickelten Modell von vier beruflichen Entwicklungsaufgaben und können zeigen, dass sich die Kompetenzen innerhalb des ersten Dienstjahres positiv entwickeln. Ein Vergleich der Kompetenzeinschätzungen in der Selbstwahrnehmung durch die Berufseinsteiger*innen und in der Fremdperspektive durch die Mentorinnen und Mentoren ergab dabei hohe Übereinstimmungen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass insbesondere die individuelle und schüler*innenorientierte Unterrichtsgestaltung eine Herausforderung für die Berufseinsteiger*innen darstellt, was Implikationen für die Lehrer*innenbildung indiziert, um genau hier die Kompetenzentwicklung zu fördern.
„Denn weise hat der gesprochen, welcher gesagt hat, die Schulen seien Werkstätten der Menschlichkeit, insofern sie nämlich bewirken, dass der Mensch wirklich Mensch werde“. (Johann Amos Comenius, 1592 - 1670)
Ich bin überzeugt, dass es ein Anliegen aller in unserer Gesellschaft ist, dass Schulen ein Ort der Menschlichkeit sein sollen, ja müssen!
Demnach müsste es das oberste Gebot jeder Schule sein, ihr pädagogisches Konzept und auch die Haltung der PädagogInnen danach zu
richten. Eine von mehreren Möglichkeiten, zu einer menschlicheren Schule bzw. Ausbildung zu gelangen, sind Lernwerkstätten.
Beim Terminus „Lernwerkstatt“ gibt es ganz unterschiedliche Assoziationen. Jedenfalls inkludiert das Kompositum die Begriffe „lernen“ und „Werkstatt“, beides Begriffe, die sowohl im Schulalltag als auch in der Arbeitswelt zu verorten sind, also letztlich uns alle tangiert. Beide korrelieren sehr eng miteinander, denn sowohl in der Schule als auch in der Arbeitswelt wird gelernt und gearbeitet. Und doch ist mit „Lernwerkstatt“ ein pädagogisches Konzept gemeint, das in diesem Aufsatz näher erläutert werden soll.
Im folgenden Beitrag geht es um einen veränderten Blickwinkel auf Individualisierung und Differenzierung von „Lehrzeit“ zu „Lernzeit“ (Schratz & Westfall-Greiter, 2010, S. 26) im Unterricht und um die Fragen, ob und wie dieser Perspektivwechsel konkret im Unterricht im Kontext von Heterogenität gelebt werden kann. Anhand der Darstellung von vier Fallvignetten an einer Volksschule, in welcher der Unterricht mittels fachbezogener Lernwerkstätten und Phasen gemeinsamen Unterrichts in Klassenverbänden abläuft, wird versucht, diesen Fragen und möglichen Antworten nachzugehen und aufzuzeigen, wie personalisiertes Lernen gestaltet werden kann. Schlagwörter: Individualisierung, Personalisierung, Volksschule, Lernwerkstätten, soziales Lernen.