Institut für Primarbildung und Lernentwicklung
Refine
Year of publication
Document Type
- Master's Thesis (53)
- Article (46)
- Review (2)
- Conference Proceeding (1)
Language
- German (102)
Has Fulltext
- yes (102)
Is part of the Bibliography
- yes (102)
Keywords
- Volksschule (31)
- Grundschule (14)
- Lehrerbildung (12)
- Vorarlberg (10)
- Lernen (8)
- Lehrer (6)
- Sachunterricht (6)
- Unterricht (5)
- Volksschüler (5)
- Berufsanfang (4)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten und Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz (KI) im schulischen Alltag aus der Perspektive von Lehrpersonen sowie die Frage, inwieweit sich Unterricht mithilfe solcher Technologien und Tools planen lässt. Im einleitenden theoretischen Teil werden zentrale Begriffe wie KI, Machine Learning und Deep Learning klar abgegrenzt, Potenziale und Grenzen diskutiert und Rahmenmodelle auf ihre Bedeutsamkeit für die Lehrer:innenbildung übertragen. Im empirischen Teil werden qualitative Interviews mit fünf Lehrpersonen geführt und ausgewertet, um Einblicke in den aktuellen Gebrauch, Hemmnisse und Fortbildungsbedarfe zu gewinnen. Dabei wurde das deduktive Verfahren nach Mayring ausgewählt und die Interviews und Aussagen der Interviewpartner:innen wurden dementsprechend in Kategorien zugeordnet. Dabei wurde recht klar, dass die Verwendung von KI unter Lehrpersonen aktuell eher eine Nebenrolle spielt. Aufgrund dessen wurde nach dem empirischen Teil eine „kleine Handreichung“ erstellt, welche Lehrpersonen verwenden könnten, um sich selbst an KI-Tools anzutasten und diese in ihren Unterricht zu integrieren. Erste Befunde zeigen Interesse an individualisierten Fördermöglichkeiten, gleichzeitig jedoch Unsicherheit im Umgang und Bedarf an gezielten Schulungen zum Prompt-Engineering und zur kritischen Nutzung von KI. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass KI-Werkzeuge die Unterrichtsplanung sinnvoll unterstützen können, ihre Potenziale jedoch nur unter fachlich-didaktischer Reflexion und begleitender Fortbildung voll ausgeschöpft werden.
Auswirkungen verbesserter Informationsdarstellungen von Deutsch-Lehrbücher im Primarstufenbereich
(2025)
Betrachtet man den aktuellen Stand wissenschaftlicher Literatur zur Typografie, so sieht man deutlich, dass ihre Relevanz in Fragen der Lesbarkeit unumstritten ist. Ironischerweise findet diese Auseinandersetzung gerade im Bezug auf Leseanfänger und -anfängerinnen bzw. im Kontext der Pädagogik der Primarstufe noch kaum statt. Diese Arbeit unterwirft das Schulbuch einer (typo-)grafischen Analyse und versucht, damit einen Teil zur Schließung dieser Forschungslücke beizutragen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einsatz Professioneller Lerngemeinschaften (PLGs) in der Lehrkräfteausbildung. Ziel der Untersuchung ist es, dass Studierende auf Grundlage ihrer Erfahrungen, die sie während des Lehramtsstudiums in einer PLG gesammelt haben, das Konzept in die Schulen tragen. Dadurch sollen sie als zukünftige Lehrpersonen motiviert werden, an einer PLG teilzunehmen oder gegebenenfalls selbst eine PLG zu initiieren. Die erhobenen Daten wurden mittels eines Fragebogens mit offenen und geschlossenen Fragestellungen deskriptiv ausgewertet. Dabei wurde besonders darauf geachtet, welchen Beitrag die PLG-Arbeit zur Professionalisierung, zur Motivation sowie zur zukünftigen Beteiligung an PLGs leisten kann. Es wurden sowohl qualitative als auch quantitative Daten berücksichtigt. Für die Auswertung der offenen Fragen kam die induktive Inhaltsanalyse zum Einsatz.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Format der PLGs eine attraktive Form kooperativen Lernens darstellt. Die Studierenden konnten durch ihre aktive Teilnahme ihre professionelle Handlungskompetenz erweitern und vertiefen. Zudem veränderte sich das Kooperationsverhalten der Teilnehmenden im Verlauf der Zusammenarbeit positiv.
Weiterhin zeigte sich, dass die Teilnahme an einer PLG die Motivation erhöht, künftig an weiteren PLGs mitzuwirken. Darüber hinaus werden verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung der Umsetzung und Gestaltung von PLGs im Lehramtsstudium aufgezeigt. Wenn bestimmte Voraussetzungen für die praktische Umsetzung erfüllt sind, erweist sich die PLG als wirkungsvolle Methode zur Förderung professioneller Kompetenz.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem österreichischen Bildungsangebot im Bereich „Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit“ und dem aktuellen Wissensstand von Kindern am Ende der Grundschule.
Im ersten Teil wird erläutert, welche Rolle die Schule in Bezug auf nachhaltige und ökologische Wertevermittlung spielt. Die erforderlichen Kompetenzen von sowohl Lehrenden als auch von Lernenden, werden genannt. Anschließend werden die österreichischen Lehrpläne analysiert und verglichen. Darauf folgen Implikationen für die Bildungsarbeit. Lehrpersonen bekommen dabei verschiedene
Umsetzungsmöglichkeiten aufgezeigt. Bewährte Projekte und Initiativen aus Österreich werden im Anschluss vorgestellt und näher beschrieben.
Im zweiten Teil der Arbeit werden der Wissensstand, das Umweltverhalten und das Umweltbewusstsein der Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundstufe mithilfe eines Fragebogens untersucht und analysiert. Ziel ist es, herauszufinden, ob die bereits gesetzten Maßnahmen in der österreichischen Bildungslandschaft Wirkung zeigen. Auch soll aus der Befragung hervorgehen, in welchen Themenbereichen weiterer Handlungsbedarf besteht. In einer Zusammenfassung werden anschließend die Ergebnisse reflektiert und mögliche weitere Schritte aufgeführt.
Classroom Management
(2025)
Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, wie Lehrpersonen in der Volksschule Aspekte des Classroom Managements einsetzen, um Unterrichtsstörungen vorzubeugen und angemessen darauf zu reagieren. Die Forschungsfrage lautet: Welche Aspekte des Classroom Managements werden von Lehrpersonen in der Volksschule zur Prävention und Intervention von Unterrichtsstörungen herangezogen?
Unterrichtsstörungen zählen zu den größten Herausforderungen im schulischen Alltag und beeinträchtigen sowohl den Lernprozess als auch das Unterrichtsklima. Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, wirksame Präventions- und Interventionsstrategien zu identifizieren, die im Rahmen des Classroom Managements eine erfolgreiche Unterrichtsgestaltung ermöglichen.
Im theoretischen Teil werden grundlegende Begriffsklärungen, Ursachen und Formen von Unterrichtsstörungen erarbeitet sowie zentrale Konzepte des Classroom Managements vorgestellt. Anschließend werden praxisnahe Ansätze zur Störungsprävention und zum professionellen Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen erläutert.
Der empirische Teil basiert auf qualitativen Leitfadeninterviews mit vier Volksschullehrpersonen. Die Auswertung erfolgt mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz. Ziel ist es, praxisbezogene Einblicke in konkrete Handlungsmuster zu gewinnen und zentrale Strategien herauszuarbeiten, mit denen Unterrichtsstörungen in der Volksschule begegnet werden kann.
Diese Masterarbeit untersucht die Potenziale und Grenzen der Montessori-Pädagogik im Kontext des österreichischen Regelschulsystems. Ziel der Studie ist es, zu analysieren, inwiefern dieses reformpädagogische Konzept kindzentrierten Unterricht fördert und welche Herausforderungen bei der Umsetzung im schulischen Alltag entstehen. Im Rahmen der empirischen Untersuchung wurden vier qualitative Interviews mit Lehrpersonen durchgeführt, die über eine abgeschlossene Montessori-Ausbildung verfügen und die Grundprinzipien dieser Pädagogik aktiv in ihrem Unterricht anwenden. Alle befragten Lehrpersonen arbeiten im Regelschulkontext, orientieren sich jedoch in unterschiedlichem Ausmaß an der Montessori-Pädagogik. Dadurch konnten vielfältige Perspektiven auf Chancen und Grenzen der Implementierung gewonnen werden. Auf Grundlage theoretischer Analysen und empirischer Ergebnisse konnten zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert werden. Die Befunde zeigen, dass die Prinzipien der Montessori-Pädagogik insbesondere Individualisierung, Selbstständigkeit, handlungsorientiertes Lernen und intrinsische Motivation begünstigen. Gleichzeitig erschweren strukturelle Rahmenbedingungen – wie große Klassen, enge curriculare Vorgaben und begrenzte Ressourcen – eine konsequente Umsetzung im Regelschulkontext. Die Arbeit liefert praxisnahe Erkenntnisse, die Impulse für die Weiterentwicklung kindzentrierter Unterrichtsformen geben und dazu beitragen können, lernförderliche und partizipative Schulumgebungen nachhaltig zu gestalten.
Diese Masterarbeit untersucht die Bedeutung von Kleinschulen für ländliche Gemeinden am Beispiel von Schnepfau, Bersbuch und Warth in Vorarlberg. Auf Basis qualitativer Interviews mit Eltern, Lehrpersonen und Bürgermeistern wird gezeigt, dass Kleinschulen weit über ihre Bildungsfunktion hinauswirken. Sie stärken Gemeinschaftsgefühl und Identität, verknüpfen Schule mit der Lebenswelt der Kinder und fördern soziales Lernen im jahrgangsübergreifenden Unterricht. Zugleich entstehen besondere Herausforderungen für Lehrkräfte. Der Erhalt von Kleinschulen ist eng mit Familienfreundlichkeit, Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der Gemeinden verbunden.
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Sprachproduktion bei Schüler:innen in der Volksschule anzuregen durch dialogisches Vorlesen. Es wurden dafür drei verschiedene Bilderbücher mit den Schüler:innen gelesen: (1) ein Bilderbuch mit überwiegendem Textanteil (Echte Freunde und die Sache mit dem Mut), (2) ein Bilderbuch mit ausgewogenem Bild-Schrifttext Verhältnis (Wer überrascht denn da die Zipfelmaus?) und (3) ein textloses Bilderbuch (Die Torte ist weg!). Für Bilderbuch 1 wurde die Methode des klassischen Vorlesens verwendet, während für Bilderbuch 2 und 3 die Methode des Dialogischen Vorlesens angewandt wurde, für welche CROWD Fragstellungen vorbereitet und verwendet wurden. Es nahmen 9 Schüler:innen an der Untersuchung teil. Die Auswertung der gesprochenen Gesamtwortanzahl ergab, dass die Schüler:innen bei der Bilderbuchbetrachtung des textlosen Bilderbuchs, mit einem prozentualen Anteil von 88,32 %, am meisten sprachen. Bei dem Bilderbuch 2 liegt der prozentuale Anteil der Schüler:innen bei 33,07 % und bei dem Bilderbuch 1 bei 5,19 %. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass, um Schüler:innen zur Sprachproduktion anregen zu können, besonders die Verwendung eines textlosen Bilderbuchs geeignet ist.
Angesicht der zunehmenden sprachlichen Vielfalt und der digitalen Lebensrealität vieler Kinder gewinnen die Themen Mehrsprachigkeit und Digitalisierung zunehmend an didaktischer Relevanz, wobei das Lesen ein zentrales Bildungsziel darstellt. Mehrsprachige Schülerinnen und Schüler zählen häufiger zur Gruppe der Risikoleserinnen und Risikoleser, weshalb sie differenzierte Ansätze der Leseförderung benötigen. Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet dabei neue didaktische Potenziale, insbesondere im Bereich der Leseförderung.
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss mehrsprachiger digitaler Bilderbücher auf die Lesemotivation von Schülerinnen und Schülern einer Volksschule. Die Forschung erfolgte in zwei Phasen. In einer ersten quantitativen Erhebung wurden die Leseinteressen der Kinder aus vier zweiten Klassen einer Volksschule analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Themen „Freundschaft“, „Tiere“ und „Natur“ von den Schülerinnen und Schülern als besonders spannend bewertet wurden. Auf dieser Grundlage wurden drei Bilderbücher ausgewählt, ins Türkische übersetzt, digitalisiert und mit Hörbuchfunktionen versehen. Die zweite Phase der Forschung umfasst eine qualitative Untersuchung, bei der die mehrsprachigen digitalen Bilderbücher über einen Zeitraum von drei Wochen im Unterricht einer zweiten Klasse eingesetzt wurden. Die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: Wie und in welcher Weise beeinflussen mehrsprachige digitale Bilderbücher die Lesemotivation von Schülerinnen und Schülern einer Volksschule? Die Datenerhebung erfolgte mittels Methodentriangulation, bestehend aus Fragebögen, Beobachtungen und Interviews.
Die Ergebnisse zeigen, dass mehrsprachige digitale Bilderbücher die Lesemotivation der Schülerinnen und Schüler steigern. Insbesondere das mehrsprachige Angebot sowie die digitale Gestaltung mit auditiver Unterstützung wirken sich positiv auf die Lesemotivation aus.
In der vorliegenden Forschungsarbeit wird untersucht, inwieweit subjektiv wahrgenommene Unterrichtsstörungen mit der Berufserfahrung, den emotionalen und sozialen Kompetenzen sowie der Classroom-Management-Kompetenz von Volksschullehrpersonen in Zusammenhang stehen. Ziel ist es, zentrale personale Einflussfaktoren zu identifizieren, die das Erleben und die professionelle Bewältigung von Störungen im Unterrichtsalltag prägen.
Im Rahmen einer quantitativ angelegten Querschnittsuntersuchung wurden n = 74 Lehrpersonen mittels standardisiertem Online-Fragebogen zu ihrer Berufserfahrung, ihrem Umgang mit Unterrichtsstörungen sowie zu ausgewählten Aspekten emotionaler Selbstregulation, Beziehungsgestaltung und Klassenführung befragt. Die zentrale Forschungsfrage zielte darauf ab, Zusammenhänge zwischen beruflicher Erfahrung und der subjektiven Störungswahrnehmung sowie mögliche moderierende Effekte personaler Kompetenzen zu identifizieren.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Lehrkräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung Unterrichtsstörungen tendenziell häufiger wahrnehmen als erfahrenere Kolleg:innen. Ferner zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen emotionaler Kompetenz und der wahrgenommenen Handlungssicherheit im Umgang mit Störungen. Auch ein hohes Maß an Classroom-Management-Kompetenz ging mit einer geringeren Belastung durch Störungen einher. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich personale Schutzfaktoren, insbesondere im Bereich der Emotionsregulation und Klassenführung, günstig auf das subjektive Belastungserleben und die pädagogische Handlungsfähigkeit auswirken.
Die vorliegenden Befunde liefern empirisch gestützte Hinweise darauf, dass die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen sowie praxisnaher Handlungssicherheit bereits in der Lehrer:innenbildung zentrale Ansatzpunkte für ein professionelles Störungsmanagement darstellen. Ein vertieftes Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse erfordert künftige Studien, die langfristig angelegt sind und unterschiedliche Methoden kombinieren.
In den letzten Jahren hat sich das Berufsbild von Volksschullehrpersonen deutlich gewandelt. Gesellschaftliche Veränderungen, der anhaltende Lehrkräftemangel sowie globale Krisen wie die COVID-19-Pandemie haben den schulischen Alltag stark beeinflusst und zu einer spürbaren Verdichtung der Arbeitsbelastung geführt. Insbesondere im Primarstufenbereich sind heute vielfältige pädagogische Berufsgruppen mit unterschiedlichen Ausbildungswegen tätig. Diese Entwicklungen haben zu einer Zunahme individueller und struktureller Belastungen geführt. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Masterarbeit, wie sich unterschiedliche pädagogische Konzepte mit besonderem Fokus auf die Montessori-Pädagogik auf das subjektive Belastungserleben von Lehrpersonen an Volksschulen auswirken.
Ziel der Untersuchung war es, das Belastungserleben von Lehrpersonen zu analysieren und Zusammenhänge mit schulischen Rahmenbedingungen, pädagogischen Ausrichtungen sowie individuellen Ressourcen zu identifizieren. Im Zentrum stand die Frage, ob spezifische Strukturen und Prinzipien der Montessori-Pädagogik entlastend oder belastend auf den Berufsalltag wirken. Darüber hinaus wurden gesellschaftliche Veränderungen, etwa die Integration nichtdeutschsprachiger Kinder oder die Herausforderungen des Distanzlernens, auf ihre Auswirkungen auf das Belastungserleben hin beleuchtet.
Die methodische Umsetzung erfolgte mijels einer quantitativen Erhebung mit standardisiertem Fragebogen, der an LehrerInnen aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg verteilt wurde. Erhoben wurden u. a. die persönliche Belastungseinschätzung, berufliche Zufriedenheit, psychosomatische Symptome sowie schulformspezifische Arbeitsbedingungen. Die Datenauswertung basierte auf deskriptiven Verfahren, Korrelationsanalysen sowie multiplen linearen Regressionsanalysen, um den eigenständigen Einfluss einzelner Belastungsfaktoren unter Kontrolle anderer Variablen zu prüfen und die Güte des Gesamtmodells zu bestimmen.
Die Ergebnisse zeigen, dass das pädagogische Konzept allein kein signifikanter Prädikator für das Belastungserleben ist. Zwischen Regelschulen und Montessori-Schulen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede im wahrgenommenen Stressniveau. Die Regressionsanalyse verdeutlicht jedoch, dass insbesondere Zeitdruck, administrative Anforderungen und fehlende Planzeiten im Gesamtmodell einen bedeutsamen Einfluss auf das Stressniveau haben, während kollegiale Unterstützung und Teamteaching entlastend wirken. Lehrpersonen an Montessori-Schulen berichteten zudem tendenziell häufiger von positiven Wirkungen klar strukturierter Lernumgebungen und höherer Selbstwirksamkeit. Weitere Belastungsquellen lagen vor allem in umfangreichen administrativen Tätigkeiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
Insgesamt unterstreicht die Arbeit die Bedeutung eines ganzheitlichen Verständnisses schulischer Belastungsfaktoren. Präventionsmaßnahmen sollten die Teamkultur stärken und Lehrpersonen gezielt in Stressbewältigungsstrategien schulen. Die Ergebnisse leisten einen praxisorientierten Beitrag zur Debaje um LehrerInnengesundheit und zur nachhaltigen Schulentwicklung.
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob ein kontextoptimierter Unterrichtsansatz wesentliche Fortschritte im Grammatikerwerb bei Vorschüler_innen fördern kann. Die Anwendung und das Verständnis für Grammatik sind einem Menschen mit deutscher Muttersprache angeboren. Die Grammatikentwicklung erfolgt in aufeinander aufbauenden Phasen und schreitet mit zunehmendem Alter sukzessiv voran. Die anfänglichen grammatischen Fähigkeiten erwerben Kindern in den ersten zwei bis drei Lebensjahren im familiären Umfeld. In der zweiten Instanz entwickeln sich diese Fähigkeiten mithilfe von Pädagog_innen, Erzieher_innen, etc. im Kindergartenalter weiter. Doch bei manchen Kindern verläuft die Entwicklung nicht erwartungsgemäß. Einige Kinder stoßen in diesem Bereich auf Herausforderungen, die den Lernprozess verlangsamen und häufig gezielte Fördermaßnahmen erforderlich machen. Grammatische Störungen werden dabei mit Defiziten in der Informationsverarbeitung sowie eingeschränkten sprachlichen Verarbeitungsfähigkeiten in Verbindung gebracht. Gleichermaßen treten bei Kindern mit einer anderen Muttersprache Verzögerungen beim Grammatikerwerb auf, da sie die grammatischen Strukturen der deutschen Sprache in der Regel später erlernen. D.h., ihr grammatischer Spracherwerb beginnt mit einer Stagnation, sodass sie in der Grundstufe oft über das grammatische Niveau von zwei- bis dreijährigen Kindern verfügen.
Seit Jahrzenten werden Bemühungen unternommen und neue Therapiekonzepte aufgebaut, um diese Herausforderung zu überwinden. Hans-Joachim Motsch ist ein diplomierter Logopäde und entwickelte aus diesem Grund im Jahr 1999 das Konzept der Kontextoptimierung. Das Ziel ist dabei, die grammatischen Fähigkeiten bei Kindern mit Spracherwerbsstörungen zu fördern. Hier liegt der Fokus auf dem Entdecken und Anwenden von grammatischen Strukturen. Der sprachliche Austausch zwischen der Lehrperson und den Kindern ist daher ein wichtiger Ankerpunkt.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Untersuchung, wie kontextoptimierter Unterricht den Grammatikerwerb bei Kindern fördert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Herstellung eines Alltagsbezugs im Deutschunterricht, der Entdeckung grammatischer Phänomene und der Überwindung von Blockaden beim Grammatiklernen. Es wird untersucht, ob und inwieweit ein kontextoptimierter Unterricht zu signifikanten Fortschritten im Erwerb grammatischer Strukturen führt.
Draußen unterrichten
(2025)
Die vorliegende Arbeit untersucht den Draußenunterricht in Naturparkschulen des Naturparks Nagelfluhkette, mit besonderem Fokus auf didaktische Konzepte, Methoden und deren Wirkungen auf Schüler:innen. Ziel war es, zu analysieren, wie dieser Unterricht Fachwissen, Umweltbewusstsein, Bewegung und soziales Verhalten beeinflusst. Der Naturpark Nagelfluhkette mit seinen Naturparkschulen steht dabei beispielhaft für ein nachhaltiges Bildungsmodell, das regionale Besonderheiten in den Unterricht integriert. Die Naturparkschulaktionen sind thematisch auf vier Bereiche ausgerichtet, bauen aufeinander auf und kombinieren direkte Naturerfahrungen mit praktischen Aktivitäten, um ökologische Zusammenhänge erlebbar zu machen. Die empirische Grundlage bilden qualitative Untersuchungen durch Beobachtungen von sechs Naturparkschulaktionen sowie Experteninterviews mit zwei Rangerinnen. Die erhobenen Daten wurden systematisch ausgewertet, verglichen und mit dem theoretischen Rahmen verknüpft. Die Ergebnisse zeigen, das kontextgebundene Naturerfahrungen Fachwissen vertiefen und in Kombination mit Reflexion zu einem wachsenden Umweltbewusstsein beitragen. Bewegungsintensive Aktivitäten erhöhen körperliche Aktivität und fördern motorische Fähigkeiten. Zugleich wird soziales Verhalten wie Kommunikation und Kooperation gestärkt. Insgesamt zeigt diese Arbeit, dass Draußenunterricht ganzheitliches Lernen durch Naturerfahrungen ermöglicht.
Meditation im Schulalltag
(2025)
Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, zu untersuchen, inwiefern Meditation als pädagogisches Instrument geeignet ist, um die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprozesse von Schüler:innen im Schulalltag zu fördern. Ausgangspunkt ist die Forschungsfrage: Welche Auswirkungen hat die regelmäßige Durchführung von Meditationspraktiken auf die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitsleistung der Schüler:innen im Schulalltag? Zugrunde liegt die Annahme, dass Schüler:innen, die regelmäßig Meditationspraktiken im Schulalltag durchführen, eine höhere Konzentrationsfähigkeit bzw. gesteigerte Aufmerksamkeitsleistung aufweisen als Schüler:innen, die keine oder selten entsprechende Praktiken ausüben. Zur Beantwortung der Fragestellung werden im theoretischen Teil sowohl die Konstrukte Aufmerksamkeit und Konzentration mitsamt ihrer Diagnostik als auch Entspannungsverfahren und Meditation behandelt. Im empirischen Teil werden im Rahmen eines Mixed-Methods-Designs sowohl quantitative als auch qualitative Daten erhoben. Zum Einsatz kommen ein standardisierter Konzentrations- und Aufmerksamkeitstest, Schüler:innen- und Lehrer:innen-Fragebögen sowie Experteninterviews mit Schulleitungen. Die Ergebnisse zeigen, dass die subjektiven Einschätzungen von Schüler:innen, Lehrpersonen und Schulleitungen auf positive Wirkungen meditativer Praktiken hinweisen, während die objektiven Testergebnisse keine signifikanten Unterschiede erkennen lassen. Die Hypothese einer gesteigerten Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung regelmäßig meditierender Schüler:innen konnte somit nicht bestätigt werden. Gleichwohl verdeutlicht die Untersuchung das Potenzial meditativer Praktiken im schulischen Kontext.
Kommunikation ohne Worte
(2025)
Diese Masterarbeit befasst sich mit nonverbaler Kommunikation und ihrer Rolle in der Klassenführung, insbesondere in sprachlich vielfältigen Klassen. Im Mittelpunkt steht der Einsatz von Bild-Schrift-Karten und Gesten mit Unterrichtsanweisungen, die insbesondere Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache helfen sollen, Unterrichtsabläufe und Regeln besser zu verstehen. Diese Arbeit thematisiert nonverbale Ausdrucksweisen wie Mimik, Gestik, ..., welche die Kommunikation unterstützen und kulturell unterschiedlich interpretiert werden können. Im Schulkontext ist nonverbale Kommunikation ein zentrales Instrument der Klassenführung. Sie dienen der Strukturierung, Steuerung und Förderung der Aufmerksamkeit. Die Merkmale der Klassenführung zeigen, dass erfolgreiche Klassenführung präventiv und ganzheitlich ist, statt nur disziplinierend. Insbesondere in sprachlich vielfältigen Klassen erleichtert nonverbale Kommunikation die Verständigung und unterstützt den Lernprozess. Sprachsensibler Unterricht sowie das CLIL-Konzept fördern gleichzeitig den Erwerb fachlicher und sprachlicher Kompetenzen. Dabei kann Scaffolding gezielt als Unterstützungsmaßnahme genutzt werden. Die Untersuchung basiert auf der Annahme, dass nonverbale Ausdrucksformen wie Mimik, Gestik und visuelle Symbole die Verständigung bei sprachlichen Barrieren fördern. Diese Annahme wurde mit Hilfe von Unterrichtsbeobachtungen, Schülerreflexionen und Lehrpersonenbefragungen überprüft und zeigt, dass nonverbale Kommunikation, durch den Einsatz von Bild-Schrift-Karten und Gesten, ein wirksames Mittel zur Unterstützung der Klassenführung in sprachlich vielfältigen Primarschulklassen darstellt und positive Effekte auf die Sprachreproduktion und das soziale Miteinander bewirkt.
Die emotionale Gesundheit von Vorschulkindern spielt eine entscheidende Rolle für ihre langfristige psychische und körperliche Gesundheit, ihren Bildungserfolg und ihre soziale Teilhabe. Besonders die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, zu benennen und angemessen zu regulieren, bildet die Grundlage emotionaler Kompetenz und fördert ein konstruktives Miteinander sowie eine gelungene Kommunikation. Unklarheiten im Umgang mit Emotionen können hingegen zu Gefühlen der Unsicherheit und der Entfremdung führen und sogar erhebliche Kommunikationsprobleme oder konflikthafte Auseinandersetzungen verursachen.
Das Vorschulalter bietet ein sensibles Zeitfenster, in dem emotionale und soziale Kompetenzen erlernt werden können. Eine gezielte Förderung im Elementarbereich ist daher sinnvoll, um frühzeitig emotionale Stabilität und gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Ein zentrales Ziel ist es, Kindern ein Gefühl von innerer Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln und ihnen gleichzeitig klare Grenzen aufzuzeigen. Diese emotionale Basis bildet nicht nur die Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl, sondern fördert auch die Entwicklung weiterer zentraler Fähigkeiten.
Kinder kommen jedoch bereits mit unterschiedlichen Vorerfahrungen und Prägungen in den Vorschulbereich, da ihre emotionale Entwicklung im engen sozialen Umfeld der Familie beginnt. Besonders die frühe und mittlere Kindheit sind von Übergängen wie dem Wechsel vom Elternhaus in Krabbelgruppe, Kindergarten und Schule geprägt. Diese individuellen Erfahrungen beeinflussen die emotionalen und sozialen Kompetenzen der Kinder.
Umso wichtiger ist es, dass Pädagogen den Kindern gezielt Strategien zur Unterstützung bereitstellen und sie beim Erwerb sozialer und emotionaler Kompetenzen begleitend fördern und dabei die Individualität des Kindes zu respektieren. Vielmehr geht es darum, vorhandene Ressourcen zu stärken und den Kindern zu helfen, Emotionen zu regulieren und Bedürfnisse bewusst zu steuern. Dadurch wird die Grundlage dafür geschaffen, dass die Kinder selbstständig und verantwortungsbewusst handeln sowie flexibel auf Veränderungen reagieren können.
Die vorliegende Arbeit zeigt praxisnahe Wege auf, wie Pädagog*innen emotionale Kompetenzen gezielt im Vorschulalltag fördern können.
Die globalen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Schulen und Bildungssysteme waren sowohl erheblich als auch differenziert. Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit ist die Beantwortung der Frage, wie Schüler*innen im Globalen Süden und Globalen Norden mit den plötzlichen neuen Anforderungen des digitalen Lernens – bedingt durch die temporäre Schließung der Schulen – zurechtkamen. Besonders spannend dabei war, die Aussagen von Lehrpersonen aus unterschiedlichen Ländern zur aktiven Lernzeit der Schüler*innen und Gegebenheiten zu analysieren und zu vergleichen. Im Rahmen dieser Studie wurden daher Befragungen mit Lehrpersonen aus verschiedenen Schulsystemen in Sri Lanka und Brasilien vor Ort durchgeführt. So konnten sowohl Herausforderungen als auch die positiven Veränderungen in der Zeit der Pandemie mittels Interviews mit Betroffenen aus erster Hand identifiziert werden. Die qualitative Datenerhebung erfolgte bei einer zweimonatigen Lehrtätigkeit in Sri Lanka sowie im Austausch mit Lehrpersonen und Professor*innen in Brasilien. Darüber hinaus wurden Meinungen von Lehrkräften und pädagogischem Fachpersonal aus dem Globalen Norden eingeholt. Die Interviewleitfragen basierten auf der Auseinandersetzung mit einschlägiger Fachliteratur aus dem deutschsprachigen Raum, um einen fundierten Vergleich der Aussagen hinsichtlich der Auswirkungen auf die aktive Lernzeit von Schüler*innen zu ermöglichen.
Die Ergebnisse der Auswertung der Interviews ergaben, dass erhebliche Unterschiede in der aktiven Lernzeit zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden festzustellen sind. Während im Globalen Norden durch den raschen Einsatz digitaler Technologien und bestehende Infrastrukturen eine gewisse Unterrichtkontinuität bewahrt werden konnte, sahen sich die Bildungseinrichtungen im Globalen Süden mit tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Besonders der eingeschränkte Zugang zu digitalen Endgeräten, instabile Internetverbindungen und eine mangelnde Unterstützung durch Bildungspolitik und Administration führten vielerorts zu einem deutlichen Rückgang der aktiven Lernzeit. Trotz dieser Herausforderungen zeigten sich in den Interviews auch kreative Lösungsansätze und lokale Innovationsstrategien, etwa durch den Einsatz von alternativen Kommunikationskanälen oder der Nutzung informeller Lernräume. Die qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) diente als methodisches Fundament zur systematischen Kategorisierung und vergleichenden Auswertung der Interviewdaten.
Die Studie leistet somit einen Beitrag zum besseren Verständnis globaler Bildungsungleichheiten im Kontext krisenbedingter Schulschließungen und zeigt auf, inwiefern strukturelle Voraussetzungen, politische Rahmenbedingungen und kulturelle Kontexte die Lernzeit von Schüler*innen beeinflussen. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für zukünftige Bildungsplanung und Forschung in international vergleichender Perspektive.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht das innovative Unterrichtskonzept des FREI DAY, das Schüler*innen durch projektorientiertes Lernen in die Lage versetzt, gesellschaftliche Herausforderungen eigenverantwortlich anzugehen. Die
theoretische Grundlage bildet eine Verknüpfung des Konzepts mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die die gesellschaftliche und globale Relevanz unterstreichen.
Im empirischen Teil wurden qualitative Interviews mit einer Lehrerin, zwei Direktorinnen und einer Elternvertreterin durchgeführt, um die praktische Umsetzung des FREI DAY und dessen Auswirkungen zu beleuchten. Die Ergebnisse zeigen, dass der FREI DAY die Eigenverantwortung, Motivation und Problemlösungsfähigkeit der Schüler*innen fördert. Gleichzeitig erfordert die Implementierung eine intensive Vorbereitung der Lehrkräfte, eine flexible Stundenplangestaltung und eine frühzeitige Einbindung der Eltern.
Die Arbeit verdeutlicht, dass der FREI DAY nicht nur das Lernen, sondern auch die Schulkultur transformieren kann, wenn Herausforderungen wie organisatorische Hürden und Akzeptanzprobleme aktiv adressiert werden. Abschließend liefert die Arbeit praxisnahe Handlungsempfehlungen und Impulse für die Weiterentwicklung des Konzepts, das als Modell für eine zukunftsorientierte Bildung dienen kann.
Belastung, Belastungsempfinden und Copingstrategien von Lehrpersonen einer Vorarlberger Volksschule
(2025)
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Belastung, Belastungsempfinden und Copingstrategien von Lehrpersonen einer Vorarlberger Volksschule“. Die eingehende Auseinandersetzung mit Belastungsfaktoren, individuellen Bewältigungsmustern und Belastungsreaktionen ist von entscheidender Bedeutung für das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit der Lehrkräfte. Trotz der Vielzahl an belastenden Faktoren sollte es möglich sein, angemessen mit diesen umzugehen, um die eigene Gesundheit zu bewahren und Freude an der Berufsausübung zu empfinden.
Im empirischen Teil der Arbeit wurden sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsmethoden eingesetzt, um diese Thematik umfassend zu untersuchen. Der Einsatz eines Fragebogens diente dazu, Grundinformationen und belastende Faktoren quantitativ zu erfassen. Parallel dazu ermöglichten Interviews tiefere Einblicke in die individuellen Erfahrungen und Bewältigungsstrategien der Lehrkräfte. Diese Methodenkombination gewährleistete eine umfassende Analyse der Belastung und der entsprechenden Reaktionen der Lehrkräfte.
Das Ziel dieser Forschung besteht darin, die Belastungsfaktoren sowie die persönlichen Copingstrategien der Lehrkräfte an diesem Schulstandort zu identifizieren. Die qualitative Analyse ergab, dass viele Lehrkräfte sowohl körperlich als auch psychisch stark beansprucht sind. Zu den größten Belastungsfaktoren zählen das Verhalten schwieriger Schüler und Schülerinnen sowie die Diversität innerhalb der Klassen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Unterstützungssysteme und Ressourcen sowohl auf schulischer als auch auf institutioneller Ebene notwendig sind, um die Lehrpersonen in ihrer wichtigen Rolle zu entlasten und ihre Motivation langfristig zu sichern.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszuarbeiten, wie Unterrichtsmaterial für Volksschulkinder entwickelt werden kann, das gezielt zur Förderung von Werbekompetenz beiträgt und dabei sowohl die Anforderungen und Erwartungen von Lehrpersonen als auch die Bedürfnisse der Schüler*innen berücksichtigt. Hierfür wird auf der theoretischen Grundlage sowie auf der Basis von Studienergebnissen das Thema Mediensozialisation der Kinder beleuchtet. Anschließend wird Werbung alleinstehend und im Zusammenhang mit Kindern thematisiert. Zusätzlich wird die Medien- und Verbaucher*innenbildung und deren Bedeutung für Kinder beschrieben, wobei die Zusammenhänge für eine umfassende Werbekompetenz sichtbar werden. Daraufhin wird der Kompetenzerwerb in den Bildungskontext gebracht. Mithilfe der empirischen Forschung werden einerseits die Bedürfnisse und das Wissen von Volksschüler*innen und andererseits die Ansprüche an Unterrichtsmaterialien seitens der Lehrpersonen erfasst. Daraus folgend wird ein vielseitiges Materialpaket zum Thema Werbung und Konsum, unter Berücksichtigung des österreichischen Lehrplans der Volksschule, entwickelt. Zum Ende der Arbeit wird zusammenfassend betont, dass das Material den aktuellen Gegebenheiten entspricht, wobei festzuhalten ist, dass die Welt sich in einem stetigen Wandel befindet und sich der Unterricht auf allen Ebenen an diesem orientieren muss.
Die menschlichen Sinnesorgane ermöglichen die Wahrnehmung und Interpretation der Umwelt. Sie spielen eine wesentliche Rolle im Umgang mit der Außenwelt. Diese Arbeit erforscht, ob es möglich ist, den menschlichen Körper, speziell aber die Sinnesorgane kindgerecht zu erklären. Kinder sind sehr wissbegierig und wollen bereits im jungen Alter wissen, wie der menschliche Körper funktioniert. Diese Neugier wird im Lehrplan als Unterrichtsziel festgelegt. Lehrpersonen sollten dieses Interesse in den Unterricht einbauen. Ein besonderer Fokus dieser Arbeit liegt auf der forschenden Auseinandersetzung mit sensorischen Erfahrungen und der Anwendung einer Forschungswerkstatt als methodisches Konzept.
Durch experimentelle Ansätze und interaktive Methoden in der Forschungswerkstatt werden sensorische Wahrnehmungen von den Kindern analysiert und reflektiert. Ziel der Arbeit ist es, das Verständnis für die individuelle und kollektive Sinneserfahrung zu vertiefen. Die interdisziplinäre Verbindung von Neurowissenschaften, Psychologie und Bildungsforschung bietet einen ganzheitlichen Blick auf die Rolle der Sinnesorgane in menschlichen Erkenntnisprozessen.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht „Die Rolle der Unterstützten Kommunikation in der Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten bei Kindern mit frühkindlichem Autismus und Down-Syndrom“. Ziel der Arbeit ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Anwendung von Unterstützter Kommunikation (UK) bei diesen beiden Beeinträchtigungen zu analysieren und deren Auswirkungen auf Kommunikation und soziale Teilhabe zu erfassen.
Zentrale Forschungsfragen sind unter anderem: Inwieweit trägt die Anwendung von UK zur Verbesserung der kommunikativen Fähigkeit bei? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten bestehen zwischen der Nutzung von UK zwischen Kindern mit frühkindlichem Autismus und Down-Syndrom? Wie beeinflussen die Integration von UK in den Schulalltag das Selbstkonzept und die soziale Teilhabe?
Es wird die Hypothese aufgestellt, dass die regelmäßige Anwendung von UK zu einer signifikanten Verbesserung der verbalen und nonverbalen Kommunikationsfähigkeit führt. Zudem wird vermutet, dass das Selbstkonzept und die soziale Teilhabe positiv beeinflusst werden und dass Unterschiede bei der Anwendung von UK bei den zwei Beeinträchtigungen vorhanden sind.
Die Methodik umfasst vier qualitative und semistrukturierende Expert*innen-Interviews, die mittels Kuckartz transkribiert und ausgewertet werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Anwendung von UK bei beiden Beeinträchtigungen zu Fortschritten in der Kommunikation führt, jedoch unterschiedliche Anpassungen und Strategien erforderlich sind.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Rolle der Versuchsskizze beim Experimentieren im Sachunterricht und inwiefern diese Dokumentationsart fächerübergreifendes Lernen beeinflusst. Ziel der wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Bedeutung von Versuchsskizzen sowie das fächerübergreifende Lernen nach dem Anfertigen von Versuchsskizzen zu analysieren.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage: „Welche Rolle spielen Versuchsskizzen beim Experimentieren im Sachunterricht der Volksschule und inwiefern beeinflussen sie das fächerübergreifende Lernen?“ wird ein mehrteiliges Untersuchungsdesign gewählt. Zwei dritte Klassen werden miteinander verglichen: Die Vergleichsgruppe führt Experimente durch und dokumentiert diese mittels Versuchsskizze. Einige Tage später erstellen die Kinder der Vergleichsgruppe eine thematisch passende Kinderzeichnung. Die Kontrollgruppe fertigt ausschließlich die Kinderzeichnungen an. Beide Gruppen nehmen an Gruppendiskussionen teil. Ergänzend werden Volksschullehrpersonen mithilfe eines Fragebogens zur Nutzung von Versuchsskizzen befragt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Versuchsskizzen nicht nur zur Dokumentation genützt werden können, sondern auch das Beobachten und Reflektieren unterstützen können. Schülerinnen und Schüler, welche Versuchsskizzen nach dem Experimentieren anfertigen, zeigen ein tieferes Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge. Zudem ist zu erkennen, dass sich Versuchsskizzen positiv auf das fächerübergreifende Lernen auswirken, vor allem im sprachlichen Ausdruck und Zeichnen.
In dieser Masterarbeit wird ein Bienenprojekt in einer jahrgangsgemischten Volksschulklasse von der Vorschule bis zur zweiten Klasse vorgestellt. Ziel war es herauszufinden, wie sich die Unterrichtseinheiten auf das Wissen über Honig- und Wildbienen, das ökologische Bewusstsein, die Gefühlslage und das konkrete Handeln der Kinder auswirken. Grundlage bildeten zwei eigens entwickelte Bienenhefte, ein altersgerechtes Heft für die Erstklässler und ein anspruchsvolleres für die Zweitklässler, die in den Fächern Sachunterricht, Mathematik, Deutsch, Englisch und Werken eingesetzt wurden. Vor und nach dem Projekt beantworteten zehn Zweitklässler einen Fragebogen und elf Erstklässler führten einen Bildzuordnungstest durch. Ergänzend wurden jeweils vier Leitfadeninterviews vor und nach dem Projekt geführt. Die quantitativen Daten wurden in Excel aufbereitet, grafisch dargestellt und mittels Wilcoxon-Tests ausgewertet. Bei den Zweitklässlern zeigte sich ein signifikanter Wissenszuwachs, während bei den Erstklässlern aufgrund eines hohen Ausgangsniveaus keine signifikanten Steigerungen nachweisbar waren. Qualitativ nahm die Zahl fachlicher Begriffe, positiver Emotionen und konkreter Umwelthandlungen deutlich zu. Sprachliche Barrieren stellten eine Herausforderung dar. Die Arbeit zeigt, dass fächerübergreifende, handlungsorientierte Umweltbildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Haltung und Engagement der Kinder nachhaltig stärkt. Für künftige Projekte werden offene Aufgabenformate, vertiefende Befragungen und sprachsensiblere Methoden empfohlen.
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit dem Thema Trauma und der Bedeutung traumasensiblen Arbeitens im schulischen Kontext. Im Zentrum steht die Forschungsfrage: „Welche Handlungsmöglichkeiten zum traumasensiblen Arbeiten sind relevant für die schulische Praxis zur Unterstützung von Kindern mit Traumaerfahrung?“ Ziel der Arbeit ist es, ein vertieftes Verständnis für die Bedeutung der Traumapädagogik im schulischen Kontext zu schaffen sowie praxisrelevante Erkenntnisse zu gewinnen, um Lehrkräfte dabei zu unterstützen, betroffene Kinder gezielt zu begleiten und deren schulische Teilhabe nachhaltig zu verbessern.
Ausgehend von einem persönlichen Interesse wurde das Phänomen Trauma umfassend bearbeitet - von der Definition über neurobiologische Prozesse und unterschiedliche Traumaformen bis hin zu Ursachen, Symptomen und kindlichen Bewältigungsstrategien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Traumapädagogik, deren Grundhaltungen eine zentrale Basis für traumasensibles Handeln im schulischen Alltag darstellen.
Im empirischen Teil der Arbeit wurden qualitative Interviews mit Lehrpersonen und Schulleitungen geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass offene Unterrichtsformen, ritualisierte Abläufe, kreative Ausdrucksmöglichkeiten, klare Strukturen und individuell gestaltete Lernräume zentrale Elemente traumasensibler Schulpraxis darstellen. Zusätzlich wurden institutionelle Herausforderungen, Fortbildungsbedarf sowie die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit thematisiert.
Die Arbeit verdeutlicht, dass traumasensibles Arbeiten kein starres Konzept ist, sondern ein Zusammenspiel aus individueller Haltung, pädagogischer Kompetenz und strukturellen Rahmenbedingungen erfordert. Die daraus abgeleiteten praxisnahen Handlungsempfehlungen bieten Lehrpersonen eine konkrete Orientierung im Umgang mit traumatisierten Kindern und tragen somit zur Weiterentwicklung einer traumasensiblen Schulkultur bei.
Diese Masterarbeit untersucht die Bedeutung der Wortschatzförderung durch Wimmelbilderbücher im Bereich Deutsch als Zweitsprache.
Die Förderung des Wortschatzes im Unterricht des Fachs Deutsch als Zweitsprache hat einen hohen Stellenwert. Damit die Kinder den Wortschatz spielerisch erweitern können, wird für diese Arbeit das Wimmelbilderbuch als methodisch-didaktisches Lernmittel eingesetzt. Dafür wurde das Buch Pierre der Irrgartendetektiv – Die Suche nach dem gestohlenen Labyrinth-Stein ausgewählt.
Theoretische Grundlagen bilden die Aspekte und Arten der Wortschatzförderung, die Bedeutung von textfreien Bilderbüchern für die Sprachentwicklung und deren Merkmale.
Das Wimmelbilderbuch wurde anhand des Modells der Bilderbuchanalyse nach Michael Staiger, unter ausführlicher Behandlung der sechs Dimensionen, analysiert.
Um die Forschungsfrage – Welches Potenzial haben Wimmelbilderbücher im Deutsch als Zweitsprache Unterricht der Volksschule im Hinblick auf die Wortschatzkompetenz und wie lassen sich verschiedene Zielgruppen/ Lerngruppen systematisieren? – zu untersuchen, wurde ein fünfwöchiges Projekt im Umfang von zwei Wochenstunden durchgeführt. Diese praktische Umsetzung erfolgte an zwei Volksschulen in Vorarlberg.
Die Ergebnisse der Forschung und des Projektes zeigen, dass Wimmelbilderbücher ein hohes Potenzial für den Deutsch als Zweitsprache Unterricht aufweisen. Die Kinder werden selber aktiv, lernen durch den Kontext und erweitern dabei ihren Wortschatz. Diese Arbeit liefert praxisrelevante Impulse für den Einsatz von Wimmelbilderbüchern im Bereich der Volksschule und bietet Möglichkeiten, um unterschiedliche Ziel- und Lerngruppen zu fördern.
Diese Masterarbeit untersucht, inwiefern mehrsinnliche Rundgänge und die Arbeit mit Bilderbüchern die Lesegenauigkeit von Volksschulkindern fördern können. Im Zentrum steht das Projekt „Schau genau!“, das in Kooperation mit der Stadtbibliothek Dornbirn entwickelt und umgesetzt wurde. Dabei wurden architektonische Wahrnehmung, dialogisches Vorlesen und visuelle Rezeption miteinander verknüpft. Auf Basis eines Pre-Post-Test-Designs sowie qualitativer Datenanalysen wurden sowohl kognitive als auch rezeptionsästhetische Entwicklungen der Kinder erfasst. Die Ergebnisse weisen auf positive Effekte hin, die sich durch die multimodale Auseinandersetzung mit Text und Bild nachvollziehen lassen. Die Studie liefert praxisrelevante Impulse für eine integrative Leseförderung im Primarbereich, in der Wahrnehmung, Sprache und Ästhetik didaktisch miteinander verwoben werden.
Die vorliegende Masterarbeit setzt an den Erkenntnissen der vorangegangenen Bachelorarbeit an, welche die Wechselwirkungen zwischen dem christlichen Glauben und ökologischer Nachhaltigkeit sowie deren Auswirkungen auf den Religionsunterricht in der Primarstufe untersucht hat. Während die Bachelorarbeit den Fokus auf die christlich-theologische Perspektive dieser Thematik legt, konzentriert sich die Masterarbeit vor allem auf bildungspolitische Standpunkte und Forderungen, die in den Diskurs eingebunden werden sollen.
Die Arbeit setzt sich aus einem literarisch-hermeneutischen Teil und qualitativ-empirischen Zugängen zusammen und untersucht die Integration von Nachhaltigkeitsthemen sowohl im (Religions-)Unterricht als auch im Bereich der Schulentwicklung im Sinne eines Whole School Approach unter bildungspolitischen Gesichtspunkten. Basierend auf theoretischen Nachhaltigkeitskonzepten und religiösen Perspektiven, wurden qualitative Expert:inneninterviews und Fokusgruppengespräche in drei ausgewählten katholischen Privatschulen im Volksschulbereich im Raum Vorarlberg durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen Herausforderungen und Potenziale bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen im (Religions-)Unterricht sowie in den Bereichen der Schulentwicklung auf und liefern Empfehlungen für die Gestaltung des Unterrichts sowie für bildungspolitische Maßnahmen. Die Arbeit trägt dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit in religiösen Bildungseinrichtungen zu schärfen und bietet Impulse für zukünftige Forschung und Praxis.
Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, zu untersuchen, wie Lehr- und/ oder Fachkräfte trauernde Volksschulkinder wahrnehmen. Zudem werden Unterstützungsansätze und Empfehlungen für die schulische Trauerarbeit analysiert und dargelegt. Daraus resultierend leitet sich die Forschungsfrage ab: „Wie nehmen Lehr- und/ oder Fachkräfte Kinder in Trauer wahr und was kann in der Begleitung hilfreich sein?“.
Die Arbeit basiert auf der Annahme, dass die schulische Trauerarbeit bislang unzureichend oder erst im Akutfall thematisiert wird. Dabei ist Trauer ein universelles, natürliches und unvermeidbares Phänomen des menschlichen Lebens. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Kinder von traurigen Erfahrungen nicht ferngehalten werden, um einen entwicklungsförderlichen Umgang mit Tod und Trauer anzustreben. Folglich stehen Lehrkräfte als wichtige Bezugspersonen vor der Aufgabe, Kinder in Trauer zu begleiten.
Die theoretische Fundierung setzt bei einer Definition von Lebensende, Tod und Trauer an. Darauf folgt eine Beschreibung des gesellschaftlichen Wandels im Umgang mit Tod. Anschließend werden die allgemeinen kindlichen Todeskonzepte, Trauerphasen und Aufgaben erläutert, ebenso wie die Trauerreaktionen und Erfahrungen von Volksschulkindern. Kapitel sechs befasst sich mit der Trauerbegleitung von Kindern in der Primarstufe. Dabei liegt der Fokus auf den Bedürfnissen trauernder Kinder, konkreten Hilfestellungen, Ratschlägen und Tipps sowie der Rolle der Lehrkraft in der schulischen Begleitung.
Im letzten Teil der Arbeit wird eine qualitative Interview-Studie vorgestellt, in der Einschätzungen und Erfahrungen von Lehr- und/ oder Fachkräften erhoben wurden. Daraus resultierend ergibt sich die Beantwortung der zentralen Forschungsfrage sowie eine Zusammenschau der wesentlichen Tipps und Ratschläge, die als Orientierungspunkte für Lehrpersonen in der Trauerbegleitung dienen sollen.
Diese Masterarbeit untersucht, wie ein schulisches Projekt zur Förderung von Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit das ökologische Bewusstsein und nachhaltige Verhalten von Volksschülerinnen und Volksschülern beeinflusst. Im Fokus steht die Frage, ob durch praxisorientierte und handlungsbezogene Lernansätze, wie sie in einem Projekt zu Mülltrennung und Recycling umgesetzt wurden, eine positive Veränderung im Umweltverhalten der Kinder erzielt werden kann. Die empirische Untersuchung basiert auf Leitfadeninterviews, einem Quiz und der Analyse von Interviewdaten mittels QCAmap. Sechs Kinder wurden zu Beginn und am Ende des Projekts befragt, um Veränderungen in ihrem Wissen und Verhalten zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Steigerung des Umweltwissens und eine positive Entwicklung im nachhaltigen Handeln der Schülerinnen und Schüler. Die Arbeit zeigt, dass didaktisch fundierte und praxisnahe Umweltbildung im Grundschulbereich nicht nur das Wissen der Kinder erweitert, sondern auch deren Motivation stärkt, aktiv zum Umweltschutz beizutragen.
Konfliktkommunikation im Primarstufenkontext befasst sich mit den Grundlagen der Konflikt- und Kommunikationsdefinition sowie den verschiedenen Kommunikationsformen. Konflikte werden als unvermeidbare, aber lösbare Interaktionen zwischen Individuen oder Gruppen definiert, während Kommunikation der Prozess des Austauschs von Informationen ist. Zu den Formen der Kommunikation zählen verbale, nonverbale und schriftliche Kommunikation. Theoretische Konzepte, wie Eskalationsstufen, die fünf Grundsätze der Kommunikation nach Watzlawick, das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun, das Kommunikationsquadrat und die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg, bieten fundierte Ansätze zur Analyse und Lösung von Konflikten. Weitere relevante Aspekte sind Kommunikationsstrategien, Konfliktebenen, Konfliktarten und Konfliktursachen. Zentrale Fragestellungen sind: Wie Konfliktkommunikation im Primarstufenkontext definiert und praktiziert wird, welche Auswirkungen verbesserte Konfliktkommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonen auf das Schulklima und das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler hat und welche präventiven Ansätze und Interventionen Konflikte zwischen Eltern und Lehrpersonen reduzieren können.
Effektive Konfliktkommunikation im Primarstufenkontext ist durch klare
Kommunikationsansätze und kooperative Interaktionen zwischen Eltern und Lehrpersonen gekennzeichnet. Weiters wird angenommen, dass verbesserte Konfliktkommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonen zu einem positiven Schulklima und einem gesteigerten Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler führt. Auch wird vermutet, dass präventive Ansätze und Interventionen, die auf die Förderung von Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrpersonen abzielen, Konflikte effektiv reduzieren können. Prävention umfasst dabei spezifische Schulungen, regelmäßige Kommunikation und kooperative Problemlösungsansätze. Diese Hypothesen unterstreichen die Bedeutung einer strukturierten und kooperativen Konfliktkommunikation im Primarstufenbereich und zeigen auf, wie solche Ansätze zur Verbesserung des Schulklimas und des Wohlbefindens der Schülerinnen und Schüler beitragen können.
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Kinder mit ADHS in der Primarstufe. Grundlagen und Möglichkeiten im schulischen Umfeld“. In dieser Arbeit wird ADHS (Aufmerksamkeitshyperaktivitätssyndrom) im Allgemeinen und im Kontext der Volksschule betrachtet. Eines der Ziele dieser Arbeit ist es, ein besseres Verständnis für Personen mit ADHS zu schaffen und die Herausforderungen für Schulkinder mit ADHS zu beleuchten.
Vor allem in der Schule bleibt ADHS nicht unbemerkt und wird für die betroffen Kinder und ihre Umgebung zu einer großen Herausforderung. Sie sollten unter anderem lernen, ihre Reize zu kontrollieren, was jedoch Zeit in Anspruch nimmt und wofür es viel Geduld ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler und auch der Lehrpersonen benötigt. Diese Masterarbeit soll unter anderem zeigen, wie sich ADHS äußern kann. Zusätzlich werden schulische Faktoren, die ADHS mit sich bringt, genauer betrachtet. Dadurch sollen nicht nur Lehrpersonen, sondern auch Eltern von Kindern mit ADHS einen Einblick in den Schulalltag und mögliche Hilfestellung für einen förderlichen Unterricht erhalten. Die Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Thema basiert primär auf einer Literaturrecherche, die durch vier Interviews mit Lehrpersonen ergänzt beziehungsweise untermauert wird.
Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für schulischen und außerschulischen Bildungserfolg. Besonders in der Primarstufe ist der gezielte Aufbau von Lesekompetenz essenziell, da hier die Grundlagen für selbstständiges Lernen gelegt werden. Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie der Einsatz von Lesestrategien im Grundschulunterricht das Textverständnis verbessern kann. Im theoretischen Teil werden zentrale Konzepte wie das Mehrebenenmodell des Lesens, der Schriftspracherwerb nach Frith (2017) sowie die Einteilung von Lesestrategien (kognitiv, metakognitiv, Stützstrategien) dargestellt. Ergänzend werden praxisnahe Programme wie das Lesestrategieset nach Festman & Reiter (2024) und die Methode der Textdetektive erläutert. Der empirische Teil basiert auf qualitativen Interviews mit Lehrkräften sowie lauten Denkprotokollen von Grundschulkindern. Die Ergebnisse zeigen, dass Lesestrategien das Textverständnis fördern, jedoch eine kontinuierliche Anleitung und Reflexion notwendig sind. Lehrpersonen betonen die Bedeutung von Modellierung und lautem Denken als Einstiegsmethoden. Gleichzeitig wird deutlich, dass zwischen dem Wissen über Lesestrategien und deren aktiver Anwendung eine Lücke bestehen kann.
Wahrscheinlichkeit im Fokus
(2025)
Die Wahrscheinlichkeitsrechnung spielt eine zunehmend wichtige Rolle im Mathematikunterricht der Primarstufe, da sie Schülerinnen und Schülern grundlegende Kompetenzen im Umgang mit Unsicherheiten und Zufallsereignissen vermittelt. In einer zunehmend datenbasierten Gesellschaft, in der statistische Informationen immer bedeutender werden, wird die Notwendigkeit einer frühen Auseinandersetzung mit stochastischen Konzepten besonders betont. Der neue Lehrplan der Volksschule (BMBWF, 2023) unterstreicht diesen Bedarf, um Kinder auf die Herausforderungen einer datenreichen Zukunft vorzubereiten. Trotz dieser Relevanz zeigt sich, dass die Umsetzung der Wahrscheinlichkeitsrechnung im Volksschulunterricht häufig mit Herausforderungen verbunden ist.
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Stand des Stochastikunterrichts an Vorarlberger Grundschulen und beleuchtet dabei zentrale Aspekte, die die Umsetzung der Wahrscheinlichkeitsrechnung beeinflussen. Es wird zunächst der Frage nachgegangen, inwieweit das Grundverständnis der Lehrkräfte im Bereich der Stochastik deren Unterrichtspraxis prägt. Welche Vorstellungen und Überzeugungen haben Lehrkräfte hinsichtlich der Vermittlung von Wahrscheinlichkeitskonzepten, und wie wirken sich diese auf die Unterrichtsgestaltung aus?
Ein weiterer Fokus liegt auf der Frage, wie die Wahrscheinlichkeitsrechnung im Unterricht gefördert werden kann. Dabei wird untersucht, welche Methoden und Materialien in der Praxis verwendet werden, um die Konzepte der Wahrscheinlichkeitsrechnung effektiv zu vermitteln. Auch die Rolle von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen wird dabei berücksichtigt, da diese einen entscheidenden Einfluss auf die Unterrichtsqualität haben können.
Zudem wird die Frage erörtert, wie der neue Lehrplan der Volksschule (BMBWF, 2023) die Vermittlung von Wahrscheinlichkeitskonzepten beeinflusst. Der Lehrplan stellt spezifische Anforderungen an die Integration von Stochastik in den Unterricht und wirft Fragen zur praktischen Umsetzung und den damit verbundenen Herausforderungen auf. Die Untersuchung wird aufzeigen, wie die aktuellen bildungspolitischen Vorgaben von den Lehrkräften aufgenommen werden und welche Anpassungen notwendig sind, um die neuen curricularen Ziele erfolgreich umzusetzen.
Diese Arbeit zielt darauf ab, durch die empirische Analyse von Umfrageergebnissen unter Lehrkräften einen fundierten Einblick in den Ist-Zustand des Wahrscheinlichkeitsunterrichts zu gewinnen und die bestehenden Herausforderungen zu identifizieren. Die Ergebnisse dieser Analyse werden im weiteren Verlauf der Arbeit diskutiert und geben Aufschluss darüber, wie der Stochastikunterricht an Vorarlberger Grundschulen gestaltet wird und welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung erforderlich sind.
Die Arbeit ist in mehrere Abschnitte gegliedert: Zunächst wird der theoretische Hintergrund zur Wahrscheinlichkeitsrechnung und deren didaktischer Bedeutung im Primarbereich dargestellt. Anschließend folgt eine detaillierte Analyse der empirischen Umfrageergebnisse. Abschließend werden die Befunde diskutiert und mögliche Maßnahmen zur Verbesserung des Wahrscheinlichkeitsunterrichts formuliert.
Diese Masterarbeit trägt den Titel "Selbstverantwortliches, individuelles Lernen mit virtuellen Lernumgebungen im Fach Digitale Grundbildung" und beschäftigt sich mit der Entwicklung und Evaluierung eines Lernmanagementsystems (LMS), das Schülerinnen und Schülern ein selbstständiges und individuelles Lernen ermöglicht. Ziel der Arbeit ist es, ein LMS zu erstellen und umzusetzen und dessen Wirksamkeit im praktischen Einsatz zu untersuchen. Im theoretischen Teil werden die Gestaltungsgrundlagen von Webdesign – insbesondere Farben, Typografie und Grafikdesign – analysiert, die als Basis für die Vermittlung von Programmier- und Webdesign-Grundlagen dienen. Auf dieser Grundlage wird eine strukturierte und durchdachte Lernumgebung entwickelt, die exemplarisch für das Unterrichtsfach Digitale Grundbildung konzipiert ist. Diese Lernumgebung umfasst verschiedene Lernmodule und -aktivitäten, die den Schülerinnen und Schülern die Grundprinzipien des Webdesigns sowie weitere digitale Kompetenzen näherbringen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der individuellen Anpassbarkeit der Inhalte, um den unterschiedlichen Lernbedürfnissen und -geschwindigkeiten der Lernenden gerecht zu werden. Der praktische Teil der Arbeit untersucht die Eignung des LMS als Werkzeug für das selbstverantwortliche Lernen. Die Evaluation erfolgt mithilfe qualitativer Sozialforschung, wobei die Nutzungserfahrungen der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen aus der Literaturrecherche und der Umsetzung soll gezeigt werden, wie das LMS erfolgreich zur Förderung digitaler Kompetenzen beitragen kann.
Hausaufgaben spielen eine wesentliche Rolle im schulischen Lernen, jedoch wird ihre Effektivität unterschiedlich bewertet. Besonders der Übergang in die Sekundarstufe stellt viele SchülerInnen vor Herausforderungen. Diese Arbeit analysiert, wie strukturierte Lernhinweise für Eltern und Kinder das Hausaufgabenverhalten von Fünftklässlern beeinflussen und welche individuellen Faktoren dabei eine Rolle spielen. Qualitative Interviews mit SchülerInnen und Eltern zeigen, dass eine ruhige Arbeitsumgebung, regelmäßige Pausen und eine klare Struktur die Konzentration und Effizienz verbessern können. Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt jedoch stark von der Eigenmotivation der Kinder ab: Intrinsisch motivierte SchülerInnen profitierten deutlich, während die Wirkung bei geringer Eigeninitiative begrenzt blieb. Elterliche Unterstützung kann hilfreich sein, birgt jedoch das Risiko, die Selbstständigkeit der Kinder einzuschränken. Eine ausgewogene Balance zwischen Hilfestellung und Eigenverantwortung ist daher entscheidend. Die vorliegende Arbeit empfiehlt eine frühzeitige Einführung strukturierter Hausaufgabenstrategien sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Künftige Forschung sollte die langfristigen Effekte solcher Maßnahmen untersuchen und die Rolle der Lehrpersonen bei der Gestaltung sinnvoller Hausaufgaben stärker berücksichtigen.
Auswirkungen des Lockdowns von März bis Juni 2020 auf Kinder mit türkischem Migrationshintergrund
(2025)
Der folgenden Forschungsarbeit liegen persönliche sowie berufliche Erfahrungen zugrunde, welche den Ausgangspunkt dieser wissenschaftlichen Überlegungen bilden. Diese Erfahrungen zeigen, dass Kinder mit türkischem Migrationshintergrund bereits im alltäglichen Schulleben oft mit Schwierigkeiten, wie zum Beispiel sprachliche Barrieren, konfrontiert sind. Die dazukommende COVID-19 Pandemie stellte eine, nicht nur temporäre, spezielle Herausforderung für die Gesellschaft und den Schulbetrieb dar. Die Kinder mit türkischen Wurzeln waren davon besonders betroffen. Ziel dieser Arbeit war es, den Ist-Zustand von möglichen Auswirkungen der Pandemie zu erfassen, zu analysieren und in einer Bestandsaufnahme aufzuzeigen, in welchen Dimensionen die Schwierigkeiten für diese Kinder auftraten. Die Hauptforschungsfragen, die in dieser Arbeit untersucht wurden, lauten wie folgt: Wie hat sich der "Lockdown" der Schulen während der COVID-19 Pandemie im März bis Juni 2020 auf Kinder mit türkischem Migrationshintergrund ausgewirkt? In welchen Dimensionen sind diese Auswirkungen ersichtlich? Durchgeführt wurde eine Analyse, die sich an der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring orientiert. Die Datenerhebung wurde über Leitfadeninterviews durchgeführt. Die Transkriptionsregeln für das Transkribieren der Daten sowie das Einarbeiten in das MAXQDA-Programm wurden nach Kuckartz durchgeführt, weil es sich dabei um ein schnelles und einfach erlernbares Set von Transkriptionsregeln handelt, sowie auch die Aufbereitung der Daten mittels eines Computerprogrammes problemloser möglich waren. Die anschließende Ergebnisdarstellung sowie das zusammenfassende Auswerten und Vergleichen der Daten und Kategorien wurden wieder nach Mayring durchgeführt. Die Ergebnisdarstellung umfasst drei unterschiedliche Perspektiven, die der Lernenden, der Lehrperson und der Eltern der SchülerInnen. Die SchülerInnen geben am Ende noch einen Ausblick über Verbesserungsmöglichkeiten, die im Falle eines weiteren Distance-Learnings ihre Lernsituation erleichtern würde.
Diese Masterarbeit beleuchtet die Rolle der frühkindlichen mathematischen Bildung für den späteren Schulerfolg und die langfristige Entwicklung von Kindern. Die Bedeutung einer soliden mathematischen Basis zeigt sich nicht nur in den Schuleingangsleistungen, sondern wirkt sich auch nachhaltig auf die gesamte Bildungsbiografie aus. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie grundlegende mathematische Fähigkeiten im Kindergartenalter das Fundament für spätere schulische Erfolge legen können. Verschiedene Faktoren wie familiäres Umfeld, sozioökonomische Bedingungen und die Qualität der Bildungseinrichtungen werden dabei als Einflussfaktoren betrachtet.
Die empirische Untersuchung dieser Arbeit basiert auf einer Längsschnittstudie mit angehenden Grundschulkindern, deren mathematische Fähigkeiten durch aufeinanderfolgende Tests und ein Interview mit der Klassenlehrerin erfasst wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder mit fundierten mathematischen Grundkenntnissen am Ende ihrer Kindergartenzeit sowie zu Beginn ihrer Schullaufbahn langfristig davon profitieren und ohne zusätzliche Fördermaßnahmen stabile Vorteile behalten. Dies bestätigt die Relevanz frühkindlicher Förderung und verdeutlicht, dass mathematische Bildung weit mehr umfasst als das Lernen von Zahlen und Rechnen.
Insgesamt zeigt die Arbeit auf, dass frühkindliche mathematische Bildung ein zentraler Bestandteil für den Bildungserfolg ist und dass eine Unterstützung in der frühen Kindheit die Chancen für eine erfolgreiche schulische Laufbahn maßgeblich beeinflusst. Diese Förderung legt das Fundament für die spätere Entwicklung mathematischer und kognitiver Kompetenzen, die für den weiteren Bildungsweg entscheidend sind.
Diese Arbeit untersucht, ob Grundschulkinder mithilfe sokratischer und systemisch-konstruktivistischer Fragetechniken zu mehr Eigenverantwortung und Problemlösefähigkeit in ihrer Mitarbeit motiviert werden können. Ziel ist es, zu zeigen, dass gezielte Fragen und eine reflektierte Haltung der Lehrperson die Selbstwahrnehmung der Kinder in Bezug auf Mitarbeit positiv beeinflussen und ihr Verantwortungsgefühl stärken können. Zudem wird erfasst, wie die Kinder den Begriff „Mitarbeit“ eigenständig definieren.
Die theoretische Grundlage bilden die Prinzipien der sokratischen Gesprächsführung und des systemisch-konstruktivistischen Ansatzes, die beide auf Wertschätzung und Offenheit basieren. Qualitative Gruppen- und Einzelinterviews wurden mithilfe der Inhaltsanalyse.nach Kuckartz (2012) ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass durch die eingesetzten Fragetechniken das Verantwortungsbewusstsein und die Mitarbeit der Kinder gefördert werden konnten, wobei die offene Haltung der Lehrperson eine zentrale Rolle spielte. Die Kinder beschrieben „Mitarbeit“ als gemeinschaftliches und soziales Handeln. Ein zweiter Interviewdurchgang zeigte, dass sich fast alle Kinder selbst positiver einschätzten.
Die Studie legt nahe, dass gezielte, kurze Gespräche und eine reflektierte innere Haltung der Lehrperson das Verantwortungsgefühl und die soziale Kooperationsfähigkeit junger Kinder unterstützen können. Methodische Einschränkungen wie die geringe Stichprobengröße und mögliche Einflüsse durch die bestehende Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung begrenzen jedoch die Generalisierbarkeit der Ergebnisse. Weiterführende Studien könnten untersuchen, wie sich die Techniken in anderen Klassen und unter Einbeziehung externer Interviewer bewähren.
Inwieweit unterscheidet sich der Einsatz textgrammatischer Mittel von Kindern, die vier Jahre an einem kognitiv aktivierenden bzw. explizierenden strukturierten Orthographieunterricht nach dem Konzept PALOPE teilgenommen haben von dem der herkömmlich unterrichteten Kinder und hat das vermittelte explizite Wissen möglicherweise Auswirkungen auf schulbezogene Ängste? Dies waren die Ausgangsfragen für die Untersuchungen der vorliegenden Arbeit. Die COVID-19-Pandemie führte genau im Untersuchungszeitraum zu bis dahin undenkbaren Einschränkungen des alltäglichen Lebens. Aufgrund dessen wurden die Schularbeitentexte eines ganzen vierten Schuljahres eines Schulstandortes ausgewertet und nach bestimmten textgrammatischen Kriterien ausgewertet und verglichen. Die schulbezogenen Ängste wurden mithilfe des Angstfragebogens für Schüler [AFS] ermittelt. Interessante Ergebnisse erbrachten die Berechnungen mittels T-Test in der Kategorie Soziale Erwünschtheit des AFS. Während in der Gesamtgruppe die Ergebnisse signifikant höher waren als bei der Normstichprobe, waren die Werte der PALOPE-Gruppe mit einer statistischen Tendenz niedriger – PALOPE-Kinder antworten tendenziell weniger sozial erwünscht. Die Hypothesen, dass Kinder, die explizit die Strukturen der Orthographie entdecken konnten, einzelne textgrammatische Strukturen auch vermehrt in eigenen freien Texten einsetzen, konnten zum Großteil bestätigt werden – teilweise ausschließlich auf qualitativer, teilweise aber auch auf quantitativer Ebene mittels Mann-Whitney-U-Test. Neben den grundlegenden Aspekten dieses anderen Orthographieunterrichts auf theoretischer Ebene werden zusätzlich exemplarische didaktische Umsetzungsmöglichkeiten nach dem Konzept PALOPE dargestellt.
Diese Masterarbeit untersucht das schulische Wohlbefinden von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) im Volksschulalter. Wohlbefinden wird als mehrdimensionales Konstrukt betrachtet, das emotionale und kognitive Bewertungen umfasst, wobei positive Aspekte überwiegen sollten. Mittels problemzentrierter Interviews mit Eltern, die durch qualitative Inhaltsanalyse nach MAYRING ausgewertet wurden, wurden Einflussfaktoren auf das schulische Wohlbefinden sowie Gründe für die Wahl zwischen segregativer und inklusiver Beschulung ermittelt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Unsicherheit und mangelnde Erfahrung der
Volksschulen und Lehrkräfte bei der Einschulung von beeinträchtigten Kindern sowie die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen die größten Herausforderungen darstellen. Trotz der positiven Einstellung der Familien zur Inklusion und ihrem Wunsch nach integrativer Beschulung in der Volksschule, entschieden sich viele in der Sekundarstufe für die Sonderschulform. Hauptgründe dafür waren die wachsende Entwicklungskluft zwischen beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Kindern sowie das Angebot besser angepasster Rahmenbedingungen an den Sonderschulen.
Wichtige Wohlbefindensfaktoren waren die uneingeschränkte Teilhabe am
Unterricht ohne erheblichen Leistungsdruck, regelmäßige Selbstwirksamkeitserfahrungen und ein unterstützendes soziales Umfeld mit positiven Beziehungen zu Gleichaltrigen. Zur Stärkung der Inklusion an Volksschulen sind zusätzliche finanzielle Mittel und intensivere interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig. Fachkräftemangel und Budgetknappheit stellen dabei wesentliche Hindernisse dar.
Zwischen Theorie und Praxis
(2024)
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht Konzepte des Schriftspracherwerbs in den ersten beiden Schuljahren der Primarstufe. Die zentralen Forschungsfragen lauten: Wie sieht der aktuelle Diskurs der Fachdidaktik zum Schriftspracherwerb aus? Welche Kriterien bezüglich der Methodik eines Deutschlehrmittels lassen sich daraus ableiten? Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich beim Schriftspracherwerb mit dem Lehrmittel Sprachwelt 1?
Nach einer Einführung in die theoretischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs werden die frühkindliche Sprachentwicklung, Modelle des Kompetenzerwerbs im Bereich der Schriftsprache sowie die geforderten Kompetenzen und Lehrpläne in Österreich und im schweizerischen Kanton Thurgau betrachtet. Anschliessend werden die wichtigsten methodisch-didaktischen Ansätze und die empirische Datenlage beschrieben. Zudem wird das Lehrmittel Sprachwelt 1 mit seinen pädagogischen Grundsätzen und Materialien vorgestellt.
Die Methodik umfasst eine systematische Literaturrecherche und eine Analyse des fachdidaktischen Diskurses. Ein erarbeiteter Konsens, der unter Berücksichtigung der Empirie aus den Überschneidungen diverser Schriftspracherwerbskonzepte gebildet wurde, bildete die Basis zur Erstellung eines Kriterienkatalogs. Mithilfe der ermittelten Kriterien wurde das Lehrmittel Sprachwelt 1 beurteilt. Die Prüfung ergab unter anderem folgende positiv zu wertende Punkte: Die Silbe steht als zentrales Element im Vordergrund und eine grafische Darstellung des Trochäus wird erarbeitet. Soziale Handlungen und forschendes Lernen werden häufig initiiert. In der Kategorie Methodenvielfalt schnitt das Lehrmittel weniger gut ab. Zur Verbesserung und für ein effektiveres Lesetraining könnte das Lehrmittel beispielsweise mehr Listen mit Wörtern, die dem gleichen Anlautcluster zuzuordnen sind, aufgreifen. Das Fazit dieser Arbeit ist, dass Deutschunterricht möglichst viele Methoden anbieten sollte, was mit dem Lehrmittel Sprachwelt 1 trotz kleinerer Kritikpunkte gut möglich ist.
Diese Masterarbeit untersucht die Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern der 2. Klasse, ein Experiment eigenständig nach den Kriterien des forschungsnahen Lehrens und Lernens durchzuführen. Dabei wird der Einfluss von Vorkenntnissen, regionaler Herkunft und der Unterstützung durch die Lehrperson analysiert. Theoretisch wird das Konzept des Forschenden Lernens beleuchtet, seine historischen Wurzeln dargelegt und seine Relevanz im schulischen Kontext herausgearbeitet. Empirisch basiert die Arbeit auf einer qualitativ-empirischen Studie, die an Grundschulen in Vorarlberg durchgeführt wurde.
Die Ergebnisse zeigen, dass Vorkenntnisse entscheidend für den Erfolg beim Experimentieren sind. Schülerinnen und Schüler mit Vorerfahrungen im forschungsnahen Lernen zeigen ein tieferes Verständnis und größere Selbstständigkeit. Die regionale Herkunft beeinflusst den Zugang zu naturwissenschaftlichen Fragestellungen, und die Rolle der Lehrperson erweist sich als zentral für die Förderung von Kreativität und Autonomie. Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass forschungsnahes Lehren und Lernen einen signifikanten Beitrag zur naturwissenschaftlichen Bildung in der Primarstufe leisten kann, indem es Kreativität, Selbstständigkeit und ein tieferes Verständnis wissenschaftliche Konzepte fördert.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im geöffneten Primarstufenunterricht, mit einem besonderen Fokus auf die Unterstützung der Lehrpersonen in der Unterrichtsvorbereitung sowie der Individualisierung und Differenzierung von Unterrichtsmaterialien. Durch qualitative Interviews mit sieben Lehrpersonen aus Vorarlberg wurden deren Erfahrungen und Perspektiven erfasst und analysiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass KI-Tools vor allem zur Ideenfindung und Materialerstellung genutzt werden. Dabei erwiesen sich diese Tools als nützlich, um kreative Unterrichtseinstiege, kindgerechte Gedichte, Experimente und differenzierte Sachtexte zu generieren. Dennoch bestehen erhebliche Entwicklungsbedarfe, da die derzeitig verfügbaren KI-Programme noch nicht ausreichend ausgereift sind, um die spezifischen Anforderungen der Primarstufe vollständig zu erfüllen. Es wurde deutlich, dass kontinuierliche Weiterbildungen und eine ausreichende technische Ausstattung der Schulen entscheidend für die erfolgreiche Implementierung von KI-Tools sind. Darüber hinaus beleuchtet die Arbeit die ethischen und datenschutzrechtlichen Bedenken der Lehrpersonen, die den Schutz personenbezogener Daten als äußerst wichtig erachten.
Language Awareness
(2024)
Die sprachliche Heterogenität stellt für Lehrpersonen oft eine große Herausforderung dar. Die Sprachensituation an den Schulen bedingt einen entsprechenden Umgang mit Mehrsprachigkeit, und dafür ist vor allem die Wertschätzung aller Sprachen von Seiten der Lehrpersonen wie auch von allen Schülerinnen und Schülern einer Klasse essenziell. Um das zu erreichen, bietet sich die Umsetzung des Konzepts der Language Awareness an. Dabei geht es unter anderem darum, über Sprache(n) zu sprechen. Das Konzept wird in der vorliegenden Arbeit mithilfe von Fachliteratur im theoretischen Teil genauer beleuchtet. Außerdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Language Awareness im Deutschunterricht umgesetzt werden kann. Konkret wird dabei auf das Grammatikthema Verneinung eingegangen und dessen Bildung in den Erstsprachen der Kinder veranschaulicht. Dafür werden die häufigsten Umgangssprachen der Schülerinnen und Schüler an den Volksschulen in Vorarlberg aus der Schulstatistik 2021/22 herangezogen. Ziel dieser Arbeit ist es, einen im theoretischen Teil erarbeiteten Unterrichtsvorschlag umzusetzen und so die Effekte dieses Unterrichts in Bezug auf Language Awareness im empirischen Teil zu überprüfen. Das Ergebnis dieser Untersuchung zeigt, dass sich auf Sprachvergleiche gestützter Unterricht vor allem positiv auf die affektive und die soziale Ebene auswirkt.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Ansichten von Lehrpersonen zum Thema “Experimentieren im Sachunterricht” und deren Bedürfnisse, um vermehrt experimentelle Methoden in ihre Unterrichtspraxis zu integrieren. Ziel der Studie ist es, ein tieferes Verständnis für die Haltung der Lehrkräfte zu gewinnen und potenzielle Ansatzpunkte für die Förderung von experimentellem Lernen zu identifizieren.
Die Forschungsmethodik umfasst die Erstellung und Durchführung einer Online-Umfrage, die von 77 Lehrpersonen in Vorarlberg beantwortet wurde. Die Analyse der Fragebogendaten bietet einen Einblick in die individuellen Einstellungen, Erfahrungen und Wünsche der Lehrkräfte in Bezug auf experimentelles Lernen im Sachunterricht.
Darüber hinaus wurden zwei Experit:inneninterviews mit Schulleiterinnen durchgeführt, wobei eine Direktorin eine Regelschule leitet und die andere eine zertifizierte MINT-Schule. Diese Interviews dienen dazu, verschiedene institutionelle Perspektiven zu berücksichtigen, Einsicht in die institutionelle Unterstützung sowie mögliche Hindernisse für die Implementierung von experimentellem Unterricht zu erhalten.
Die Resultate der empirischen Forschung zeigen sowohl positive Einstellungen als auch Herausforderungen seitens der Lehrpersonen, der Direktorinnen und der Schulen auf. Anhand der Ergebnisse der Online-Befragung und der Expertinneninterviews wird ersichtlich, dass die Lehrkräfte und Direktorinnen einen positiven Standpunkt gegenüber dem Experimentieren mit Schüler:innen im Sachunterricht einnehmen. Ebenso sind die Proband:innen bereit zu spezifischen Fortbildungen. Um häufiger Versuche im Sachunterricht durchzuführen, wünschen sich die Lehrkörper z. B. mehr vollständige und einsatzbereite Lehr- und Lernmaterialien zum Experimentieren sowie die Unterstützung durch eine weitere Lehrkraft während naturwissenschaftlichen Unterrichtseinheiten. Diese Erkenntnisse liefern wichtige Impulse für die Entwicklung von gezielten Maßnahmen zur Förderung des experimentellen Lernens im Sachunterricht und zur Verbesserung der Lehrerfortbildung in diesem Bereich.
Diese Masterarbeit befasst sich mit dem Thema „Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern in der Volksschule“ und untersucht dabei die Belastungsfaktoren sowie Präventionsmöglichkeiten, wobei die spezifische Situation von Masterstudierenden der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg im Fokus steht. Ein besonderer
Schwerpunkt liegt auf der Anwendung und Wirksamkeit von Stressbewältigungsstrategien (Coping-Strategien) zur Erhaltung der individuellen Gesundheit.
Die Arbeit gliedert sich in zwei Hauptteile: einen theoretischen und einen empirischen Abschnitt. Der theoretische Teil beginnt mit einer detaillierten Betrachtung des Lehrberufs und behandelt anschließend umfassend die Definitionen und Theorien zu den Themen Gesundheit, Belastung, Stress und Prävention, stets im Kontext des Lehrberufs.
Der empirische Teil der Arbeit basiert auf einer quantitativen Forschung. Ein mehrteiliger Fragebogen, einschließlich des Maslach Burnout Inventory (MBI), diente zur Beantwortung der Forschungsfrage und wurde von 30 Masterstudierenden der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg beantwortet. Ziel war es, das Belastungserleben der Masterstudierenden zu ermitteln und zu untersuchen, welche Coping-Strategien häufig bzw. sehr häufig angewendet werden. Die Ergebnisse der Skala „Persönliche Leistungsfähigkeit“ (PA) des MBI weisen bedenklich hohe Werte auf, was auf eine signifikante Belastung der Studierenden hindeutet.
Die Untersuchungsergebnisse wurden mit den aktuellen Forschungserkenntnissen verglichen. Diese Vergleiche unterstreichen die wesentliche Bedeutung von Stressbewältigungsstrategien und belegen, dass deren Anwendung langfristig positive Auswirkungen auf das individuelle Stresserleben sowie das allgemeine Wohlbefinden haben kann. Daraus kann gefolgert werden, dass eine gezielte Förderung der Anwendung von Coping-Strategien das Stresserleben sowohl von Studierenden als auch von Lehrpersonen signifikant reduzieren kann. Infolgedessen kann eine verbesserte Leistungsfähigkeit entwickelt und ein effektiver Umgang mit Stress erlebt werden.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Hauptursachen für die Entstehung einer Burnout–Erkrankung bei Lehrkräften und legt potenzielle präventive Maßnahmen dar, die das Wohlbefinden von Lehrkräften verbessern können. Es werden dabei verschiedene Facetten des Lehrberufs betrachtet, die zu einer erhöhten Vulnerabilität führen. Darüber hinaus werden die vorbeugenden Maßnahmen einer Burnout–Erkrankung durch eine umfassende Literaturrecherche und eine qualitative Forschungsmethode, einschließlich Expert/innen, erläutert. Der Lehrberuf steht aufgrund seiner komplexen Anforderungen und Belastungen im Mittelpunkt der Arbeit. Als potenzielle Ursachen werden Faktoren wie Arbeitsüberlastung, Erschöpfung, eine Vielzahl von Aufgaben und ein Mangel an beruflicher Anerkennung identifiziert. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, werden verschiedene präventive Maßnahmen vorgestellt. Diese umfassen sowohl individuelle als auch institutionelle Ansätze, die zur Förderung eines unterstützenden Arbeitsumfeldes beitragen können.
Das Datenmaterial basiert auf vier Interviews mit drei aktiven Lehrpersonen, wobei eine Lehrperson zusätzlich Schuldirektorin ist und einer pädagogischen Beraterin. Die Ergebnisse dieser Untersuchung tragen dazu bei, ein umfassendes Verständnis für die Herausforderungen im Lehrerberuf zu entwickeln und geben Einblicke in präventive Maßnahmen. Diese Erkenntnisse haben das Potenzial, Burnout–Erkrankungen im Lehrerberuf vorzubeugen und das Wohlbefinden von Lehrkräften zu verbessern.
Das Ziel dieser Arbeit ist, verschiedene Aspekte der emotionalen Entwicklung darzulegen und festzustellen, wie dieser Prozess gefördert werden kann. Dabei liegt der Fokus auf der Förderung durch die Lehrperson im schulischen Kontext. Der Arbeit liegt folgende Forschungsfrage zu Grunde: Wie fördern Lehrpersonen die emotionale Entwicklung von Kindern in der Primarstufe – implizit und explizit? Dahinter steht die Annahme, dass Lehrpersonen die emotionale Entwicklung von Schulkindern sowohl implizit als auch explizit unterstützen und fördern können. Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden im ersten Teil der Arbeit relevante Aspekte rund um die Themen Emotionen, emotionale Entwicklung, Emotionen im Kontext Schule und Förderung des emotionalen Entwicklungsprozesses in der Primarstufe dargestellt. Im zweiten Teil der Arbeit werden mittels qualitativer Leitfadeninterviews Erfahrungen von Lehrpersonen erhoben und anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Aus den beiden Teilen ergibt sich eine Auswahl an Implikationen für die Praxis. Die Annahme, dass Lehrpersonen die emotionale Entwicklung ihrer Schulkinder sowohl explizit als auch implizit fördern, wird durch die Arbeit bestätigt. Zum einen wird durch die Arbeit deutlich, dass der Schulalltag zahlreiche implizite Gelegenheiten für emotionales Lernen bietet. Zum anderen geht aus der Arbeit hervor, dass es verschiedene Inhalte sowie didaktische Ansätze gibt, die der expliziten Förderung im Unterricht dienen. Insgesamt konnte durch die Arbeit aufgezeigt werden, dass Emotionen und emotionales Lernen eine große Rolle im Schulalltag sowie für das weitere Leben einnehmen.
„Man lebt zweimal: Das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung.“ - Honoré de Balzac
Erinnern ist wichtig, es gibt uns Halt und birgt zahlreiche Möglichkeiten unser Leben zukünftig „gut“ auszurichten und zu reflektieren. Erinnern kann wie ein „roter Faden“, der aus der Vergangenheit über die Gegenwart hinweg bis in die Zukunft reicht, gesehen werden. Wir alle sind am „Spinnen“ des Fadens beteiligt. Dazu braucht es aber auch Erinnerungskultur. Erinnern und Tradieren sind in pädagogischen Kontexten, im Bereich Schule und auch im Religionsunterricht wesentliche Bestandteile, die aber auch mit Herausforderungen konfrontiert sind. Mit diesem Spannungsfeld soll sich diese Masterarbeit genauer auseinandersetzen und es von verschiedenen Seiten beleuchten, um daraus auch Schlüsse für den eigenen Religionsunterricht ziehen zu können.
Folgende dahinterstehende Forschungsfragen sollen in dieser Arbeit eine Antwort finden:
• „Was haben Traditionen und Erinnerungskultur für eine Bedeutung (für Kinder) in der heutigen Zeit?“;
• „Welche Möglichkeiten bietet der Religionsunterricht im Bereich des Erinnerns, wie wird es umgesetzt und wo liegen seine Grenzen?“
Einleitend wird eine Einführung in das Thema der Erinnerungskultur basierend auf wissenschaftlicher Literatur vorgenommen. Danach wird ihre Bedeutung für die heutige Zeit im Kontext von Bildung/Unterricht herausgearbeitet. Es folgt eine Zusammenführung der Theorie mit religionsdidaktischen Modellen und Überlegungen. Anhand verschiedener Modelle wird versucht die Möglichkeiten, Erinnerungskultur im Religionsunterricht affirmativ umzusetzen, aufzuzeigen sowie ihre Grenzen/Grundproblematik zu beleuchten. Im Anschluss an den literaturbasierten Teil der Masterarbeit soll im empirischen Teil die Umsetzung im Religionsunterricht konkret untersucht werden.