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Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob ein kontextoptimierter Unterrichtsansatz wesentliche Fortschritte im Grammatikerwerb bei Vorschüler_innen fördern kann. Die Anwendung und das Verständnis für Grammatik sind einem Menschen mit deutscher Muttersprache angeboren. Die Grammatikentwicklung erfolgt in aufeinander aufbauenden Phasen und schreitet mit zunehmendem Alter sukzessiv voran. Die anfänglichen grammatischen Fähigkeiten erwerben Kindern in den ersten zwei bis drei Lebensjahren im familiären Umfeld. In der zweiten Instanz entwickeln sich diese Fähigkeiten mithilfe von Pädagog_innen, Erzieher_innen, etc. im Kindergartenalter weiter. Doch bei manchen Kindern verläuft die Entwicklung nicht erwartungsgemäß. Einige Kinder stoßen in diesem Bereich auf Herausforderungen, die den Lernprozess verlangsamen und häufig gezielte Fördermaßnahmen erforderlich machen. Grammatische Störungen werden dabei mit Defiziten in der Informationsverarbeitung sowie eingeschränkten sprachlichen Verarbeitungsfähigkeiten in Verbindung gebracht. Gleichermaßen treten bei Kindern mit einer anderen Muttersprache Verzögerungen beim Grammatikerwerb auf, da sie die grammatischen Strukturen der deutschen Sprache in der Regel später erlernen. D.h., ihr grammatischer Spracherwerb beginnt mit einer Stagnation, sodass sie in der Grundstufe oft über das grammatische Niveau von zwei- bis dreijährigen Kindern verfügen.
Seit Jahrzenten werden Bemühungen unternommen und neue Therapiekonzepte aufgebaut, um diese Herausforderung zu überwinden. Hans-Joachim Motsch ist ein diplomierter Logopäde und entwickelte aus diesem Grund im Jahr 1999 das Konzept der Kontextoptimierung. Das Ziel ist dabei, die grammatischen Fähigkeiten bei Kindern mit Spracherwerbsstörungen zu fördern. Hier liegt der Fokus auf dem Entdecken und Anwenden von grammatischen Strukturen. Der sprachliche Austausch zwischen der Lehrperson und den Kindern ist daher ein wichtiger Ankerpunkt.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Untersuchung, wie kontextoptimierter Unterricht den Grammatikerwerb bei Kindern fördert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Herstellung eines Alltagsbezugs im Deutschunterricht, der Entdeckung grammatischer Phänomene und der Überwindung von Blockaden beim Grammatiklernen. Es wird untersucht, ob und inwieweit ein kontextoptimierter Unterricht zu signifikanten Fortschritten im Erwerb grammatischer Strukturen führt.